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David Furnish will HIV stoppen Stigmatisierung gefährdet Kampf gegen HIV

Von ms - 08.10.2026 - 14:00 Uhr
David Furnish will HIV stoppen
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Der Vorsitzende der Elton John AIDS Foundation, David Furnish (63), hält ein Ende neuer HIV-Übertragungen für medizinisch möglich. Die Wissenschaft habe in den vergangenen Jahrzehnten entscheidende Fortschritte gemacht. Die größten Schwierigkeiten sieht der Ehemann von Popstar Elton John (79) inzwischen vor allem in gesellschaftlicher Stigmatisierung und der unzureichenden Umsetzung wirksamer Maßnahmen.

Das Wichtigste im Überblick

  • David Furnish, Vorsitzender der Elton John AIDS Foundation, ist überzeugt, dass bereits heute alle notwendigen Mittel vorhanden sind, um HIV-Übertragungen zu verhindern.
  • Stigmatisierung als Hindernis: Furnish warnt, dass Diskriminierung von LGBTIQ+-Menschen den Kampf gegen HIV und Aids erschwert.
  • Die Stiftung unterstützt das Vorhaben der britischen Regierung, bis 2030 HIV-Neuübertragungen im Vereinigten Königreich zu beenden.
  • Seit ihrer Gründung 1992 hat die Elton John AIDS Foundation über 660 Millionen US-Dollar gesammelt.
  • Furnish fordert, kostengünstige Präventionsmodelle zu erproben und Regierungen sowie große Geldgeber zu gewinnen. 

Problemfall Diskriminierung 

Furnishs Einschätzung fällt entsprechend deutlich aus: „Wir haben alle Mittel, die wir brauchen, um HIV/Aids schon heute zu beenden. Die Wissenschaft ist derzeit ganz auf unserer Seite!“ Damit verweist er auf die medizinischen Möglichkeiten, die inzwischen zur Prävention und Behandlung von HIV zur Verfügung stehen. Entscheidend sei jedoch, dass diese Möglichkeiten auch tatsächlich bei den Menschen ankommen, die sie benötigen. Ein wesentliches Hindernis sieht Furnish in der anhaltenden gesellschaftlichen Ausgrenzung von LGBTIQ+-Menschen.

Insbesondere feindselige Äußerungen gegenüber sexuellen Minderheiten hätten Auswirkungen, die über die unmittelbar betroffenen Menschen hinausreichten. Sie könnten auch die Bemühungen zur Bekämpfung von HIV und Aids beeinträchtigen. „Wenn man LGBT-Menschen stigmatisiert, stigmatisiert man auch HIV/Aids. Beides ist untrennbar miteinander verbunden“, erklärte Furnish. Seine Aussage verdeutlicht ein Problem, mit dem sich HIV-Organisationen seit Jahrzehnten beschäftigen: Wer wegen seiner sexuellen Orientierung oder einer möglichen HIV-Infektion Diskriminierung befürchtet, kann davor zurückschrecken, sich testen zu lassen oder medizinische Beratung in Anspruch zu nehmen. 

Dabei haben sich die Behandlungsmöglichkeiten erheblich verbessert. Moderne HIV-Medikamente können die Viruslast so weit senken, dass HIV bei dauerhaft unterdrückter Viruslast sexuell nicht mehr übertragen wird. Hinzu kommt die medikamentöse HIV-Prophylaxe PrEP, mit der Menschen ohne HIV-Infektion ihr Ansteckungsrisiko deutlich reduzieren können. Diese Fortschritte bilden eine wesentliche Grundlage für das Ziel, neue HIV-Übertragungen langfristig zu verhindern. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Prävention, Tests und Behandlung möglichst vielen Menschen zugänglich sind.

HIV bis 2030 beenden

Die Elton John AIDS Foundation unterstützt ausdrücklich das Vorhaben der britischen Regierung, bis zum Jahr 2030 neue HIV-Übertragungen im Vereinigten Königreich zu beenden. Bereits 2021 begrüßte die Stiftung den entsprechenden HIV-Aktionsplan der Regierung. Furnish hält an dieser Zielsetzung fest, auch wenn er die verbleibenden Schwierigkeiten nicht unterschätzt. Auf die Frage, ob die Vorgabe bis 2030 tatsächlich noch erfüllt werden könne, antwortete er: „Ich möchte niemals ‚niemals‘ sagen.“ Eine Garantie für den Erfolg sieht er darin nicht. Vielmehr betont er, dass die bereits vorhandenen wissenschaftlichen Möglichkeiten konsequent genutzt werden müssten.

Ein wichtiger Bestandteil seiner Strategie ist die gezielte Förderung kleinerer Präventionsprogramme. Nach Furnishs Vorstellung sollen zunächst überschaubare, kostengünstige Projekte zeigen, welche Maßnahmen in der Praxis besonders wirksam sind. Anschließend müsse es gelingen, Regierungen und größere Geldgeber davon zu überzeugen, erfolgreiche Modelle in größerem Maßstab umzusetzen. So könnten zunächst lokal erprobte Ansätze auf weitere Regionen oder ganze Länder übertragen werden. Dieser Ansatz soll dazu beitragen, begrenzte finanzielle Mittel möglichst wirkungsvoll einzusetzen und erfolgreiche HIV-Prävention dauerhaft zu etablieren. Für Furnish liegt der Schlüssel damit nicht allein in medizinischen Innovationen. Ebenso wichtig sind die Finanzierung bestehender Angebote und der politische Wille, diese einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen.

660 Millionen Dollar im HIV-Kampf

Die Elton John AIDS Foundation wurde 1992 gegründet. Seitdem hat die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 660 Millionen US-Dollar eingesammelt. Mit den Geldern unterstützt sie Programme zur HIV-Prävention, Aufklärung und Versorgung von Menschen, die mit HIV leben. Furnish übernahm 2010 den Vorsitz der Stiftung von seinem Ehemann Elton John. Der Musiker gab damals die Leitungsfunktion ab und ist seither als Gründer mit der Organisation verbunden. Unter Furnishs Vorsitz setzt die Stiftung ihre Arbeit gegen HIV-Neuinfektionen und die gesellschaftliche Stigmatisierung betroffener Menschen fort. Für sein langjähriges Engagement wurde Furnish bei den Attitude Awards 2026 mit dem Legacy Award ausgezeichnet. Elton John hatte dieselbe Ehrung bereits 2024 erhalten.

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