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Cold Case in Düsseldorf Gibt es ein spätes Geständnis beim Mord an einem schwulen Professor?

Von ms - 25.03.2026 - 08:00 Uhr
Cold Case in Düsseldorf
Foto: iStock / zoka74
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Im laufenden Prozess um einen alten Cold Case in Hilden hat der Vorsitzende Richter Rainer Drees erneut auf die Bedeutung einer umfassenden Einlassung des Angeklagten hingewiesen. Am Dienstag forderte Drees die Verteidigerin nun auf, mit ihrem Mandanten über eine mögliche Stellungnahme zu sprechen. „Dabei geht es uns nicht darum, ihn ins Messer laufen zu lassen“, betonte der Richter. Vielmehr könne eine Einlassung dem Gericht bei der Entscheidung helfen. Als ehemaliger Sexarbeiter soll der Angeklagte aus Italien einen schwulen Professor ermordet haben.  

Überzeugende Beweise 

Der Fall beschäftigt die Strafkammer seit Monaten. Drees brachte dabei das Unbehagen der Richter zum Ausdruck, auf Grundlage „von nur drei Beweisanzeichen und nahezu ausschließlich auf Aktenlage eine so weit reichende Entscheidung zu treffen“. Er betonte zugleich: „Wir haben kein Interesse, den Angeklagten um jeden Preis zu verurteilen.“ Bereits in der Vorwoche hatte Drees erklärt, dass es „eher unwahrscheinlich“ sei, dass jemand anderes als der Angeklagte die Tat begangen habe. Nach Angaben des Gerichts habe der Angeklagte seine Fingerabdrücke und DNA-Spuren am Tatort „tatzeitnah“ hinterlassen. Zudem habe er einem Zeugen zufolge die Tat später eingeräumt.

Lebenslange Haft möglich 

Der Prozess wird Mitte April fortgesetzt. Ein neuer DNA-Abgleich soll weitere Klarheit bringen. In Hilden hatte der Fall bereits in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt, weil er über Jahre ungeklärt blieb und die Ermittler mehrfach neue Spuren untersuchten. Die Staatsanwaltschaft hält den heute 63-jährigen Angeklagten nach wie vor für den Hauptverdächtigen. Die Verteidigung hingegen weist auf die geringe Anzahl der Beweisanzeichen hin und betont, dass ein Schuldspruch nicht allein auf Basis der vorhandenen Aktenlage erfolgen dürfe. 

Bei einer Verurteilung droht dem mutmaßlichen Täter eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. Opfer war ein schwuler Professor aus Hilden bei Düsseldorf, der im April 1984 mit 24 Messerstichen in Brust, Rücken und Nacken in seinem Wohnhaus ermordet worden war. Der 63-jährige Tatverdächtige aus Italien war damals 21 Jahre alt und soll in der Region als Sexarbeiter für schwule Männer gearbeitet haben. Jahrzehnte später führte eine DNA-Probe zu dem Italiener. Der verwitwete Professor hatte offenbar öfters männliche Sexarbeiter nach Hause mitgenommen. 

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