Brustbinden für Kinder? Autorin J.K. Rowling hinterfragt Beratungen für Pubertätsblocker
Die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling zeigt sich in diesen Tagen abermals wütend – Auslöser dieses Mal ist eine britische Beratungs-Organisation, die Kindern und Jugendlichen Brustbinden ohne Zustimmung der Eltern zukommen lässt. Im Zentrum der Kritik steht dabei die britische Organisation Mermaids, die offiziell nach eigenen Aussagen transsexuelle, nicht-binäre und geschlechtsspezifische junge Menschen und deren Familien unterstützen möchte. Heikel wir der Fall dadurch, dass die Organisation unter Eid ausgesagt hatte, dass sie “keine medizinische Organisation“ sei – nach Recherchen des britischen Telegraph stimmt das aber offensichtlich nicht.
Die britische Zeitung fingierte den Anruf eines angeblich 14-jährigen Trans-Jungen namens Kai. Aus den festgehaltenen E-Mail-Gesprächen geht nach Aussage des Telegraphs eindeutig hervor, dass die Organisation dem vermeintlich Jugendlichen direkt Informationsmaterial zur Transition und eine Mappe inklusive Binden zur Unterdrückung der weiblichen Brust zukommen lassen wollte. Auch die Einnahme von Pubertätsblockern soll im Gespräch gewesen sein, ohne dass es zuvor in irgendeiner Weise zu einer Abklärung oder auch nur Rückfrage bezüglich der psychischen Gesundheit des Minderjährigen gekommen sei. Auch wurden zu keinem Zeitpunkt die Eltern erwähnt oder darauf hingewiesen, dass ein Gespräch mit den Eltern sinnvoll sein könnte. Zudem erklärte der Telegraph, dass die Online-Foren von Mermaids nicht sicher wären, sodass Jugendliche auch ungeprüft an vermeintliche Informationen über Medikamente, Hormone oder Operationen kommen könnten. Mermaids selbst widersprach diesen Behauptungen, die Portale seien sicher. Für den Telegraph steht abschließend weiter fest, dass die Organisation eindeutig Kinder gefährden würde.
Ungewollt Öl ins Feuer hat nun auch Bestseller-Autorin Rowling geschüttet, die sich via Twitter darüber echauffierte, dass Minderjährige ohne Zustimmung der Eltern zu Pubertätsblockern beraten und Binden zur Verfügung gestellt worden sind. Erst vor wenigen Tagen hatte eine Fachstudie mit Vermerk auf 150 Studienergebnisse der letzten 25 Jahre eines Oxford-Professors nahegelegt, dass Pubertätsblocker massive und teils lebenslange Nebenwirkungen auf Menschen haben, beispielsweise auf die Knochendichte, den Intellekt sowie das sexuelle Empfinden. Zudem würden sich Befürworter zumeist auf eine Studie aus den Niederlanden berufen, deren tatsächlicher Wahrheitsgehalt aufgrund zahlreicher Ungereimtheiten stark in Frage gestellt werden müsste. Zum Thema Pubertätsblocker ging Mermaids nicht weiter ein, erklärte aber mit Bezug auf die Brustbinden, dass diese als eine Art von “Schadensbegrenzung“ verteilt werden würden: „Das Risiko wird von den Mitarbeitern von Mermaids im Rahmen unserer Schutzmaßnahmen berücksichtigt.“