Bezeichnet sich als ex-gay Donnie McClurkin: Vorwurf sexuellen Missbrauchs
Der bekannte Gospel-Sänger und Pastor Donnie McClurkin steht derzeit wegen schwerwiegender Missbrauchsvorwürfe im Zentrum einer öffentlichen Kontroverse. Ein ehemaliger Assistent beschuldigt McClurkin, ihn über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben – sowohl während gemeinsamer Gebete als auch im privaten Rahmen. McClurkin, der sich als „ex-gay“ bezeichnet und eine große Rolle in der internationalen Gospel-Szene spielt, weist die Anschuldigungen vehement zurück.
Schwere Vorwürfe gegen McClurkin
Nach Angaben des Klägers begann der Kontakt zu McClurkin im Jahr 2003, als der damals 21-Jährige dessen Kirche auf Long Island besuchte. Motiviert hatte ihn dabei McClurkins Autobiografie, in der dieser schilderte, wie ihn der Glaube von Homosexualität „geheilt“ habe. Der Kläger schildert, McClurkin habe sich als Mentor aufgedrängt, ihm eine Anstellung angeboten und ihn nach und nach in emotionale Abhängigkeit gebracht. In der Folge, so die Klage, seien Grenzüberschreitungen und sexuelle Übergriffe wiederholt vorgekommen, auch bei Gebeten auf eine vermeintliche „Heilung“ hin. 2013 soll es zu einer weiteren sexuellen Gewalt in einem Hotelzimmer gekommen sein.
Wortlaut und Reaktionen
Ein zentrales Beweisstück ist eine E-Mail, in der McClurkin laut Kläger explizit ein problematisches Verhalten sich selbst zuschreibt. „Ich bin das traurige Beispiel eines alten, verzweifelten Mannes, der einen jungen Mann belästigt“, heißt es dort sinngemäß. Der Anwalt des mutmaßlichen Opfers betont, sein Mandant sei in einer Glaubenskrise zusätzlich verwundbar gewesen. McClurkins Anwalt bezeichnet dagegen alle Vorwürfe als frei erfunden und weist darauf hin, dass die angeblichen Ereignisse teils Jahrzehnte zurückliegen und durch keine objektiven Belege gestützt seien. Die Gemeinde von McClurkin äußert sich bislang nur zögerlich.
Prominenter Prediger, umstrittene Haltung
McClurkin hat mehrere Grammys gewonnen und wurde von Persönlichkeiten wie Oprah Winfrey gefördert. Trotz Erfolgen geriet er mit seinen Äußerungen zum Thema Homosexualität wiederholt in die Kritik. Sein explizit homofeindliches Auftreten führte bereits 2013 dazu, dass er von einem Gedenkkonzert zum 50. Jahrestag des „March on Washington“ ausgeladen wurde, auch politische Verbündete distanzierten sich von ihm.
Die laufende Klage richtet das öffentliche Scheinwerferlicht auf den sensiblen Schnittpunkt von Religion, Machtmissbrauch und sexueller Identität. Die Justiz wird klären müssen, ob die schwerwiegenden Vorwürfe rechtlich haltbar sind. Unabhängig vom Ausgang zeigt der Fall, wie notwendig professionelle Strukturen zum Schutz vulnerabler Personen gerade im Umfeld religiöser Organisationen sind. Die Frage bleibt, ob Institutionen daraus Lehren ziehen werden – nicht nur in den USA, sondern weltweit.