Direkt zum Inhalt
Donnie McClurkin: Vorwurf sexuellen Missbrauchs

Bezeichnet sich als ex-gay Donnie McClurkin: Vorwurf sexuellen Missbrauchs

mr - 13.01.2026 - 19:30 Uhr
Loading audio player...

Der bekannte Gospel-Sänger und Pastor Donnie McClurkin steht derzeit wegen schwerwiegender Missbrauchsvorwürfe im Zentrum einer öffentlichen Kontroverse. Ein ehemaliger Assistent beschuldigt McClurkin, ihn über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben – sowohl während gemeinsamer Gebete als auch im privaten Rahmen. McClurkin, der sich als „ex-gay“ bezeichnet und eine große Rolle in der internationalen Gospel-Szene spielt, weist die Anschuldigungen vehement zurück.

 

Schwere Vorwürfe gegen McClurkin

Nach Angaben des Klägers begann der Kontakt zu McClurkin im Jahr 2003, als der damals 21-Jährige dessen Kirche auf Long Island besuchte. Motiviert hatte ihn dabei McClurkins Autobiografie, in der dieser schilderte, wie ihn der Glaube von Homosexualität „geheilt“ habe. Der Kläger schildert, McClurkin habe sich als Mentor aufgedrängt, ihm eine Anstellung angeboten und ihn nach und nach in emotionale Abhängigkeit gebracht. In der Folge, so die Klage, seien Grenzüberschreitungen und sexuelle Übergriffe wiederholt vorgekommen, auch bei Gebeten auf eine vermeintliche „Heilung“ hin. 2013 soll es zu einer weiteren sexuellen Gewalt in einem Hotelzimmer gekommen sein.

 

Wortlaut und Reaktionen

Ein zentrales Beweisstück ist eine E-Mail, in der McClurkin laut Kläger explizit ein problematisches Verhalten sich selbst zuschreibt. „Ich bin das traurige Beispiel eines alten, verzweifelten Mannes, der einen jungen Mann belästigt“, heißt es dort sinngemäß. Der Anwalt des mutmaßlichen Opfers betont, sein Mandant sei in einer Glaubenskrise zusätzlich verwundbar gewesen. McClurkins Anwalt bezeichnet dagegen alle Vorwürfe als frei erfunden und weist darauf hin, dass die angeblichen Ereignisse teils Jahrzehnte zurückliegen und durch keine objektiven Belege gestützt seien. Die Gemeinde von McClurkin äußert sich bislang nur zögerlich.

 

Prominenter Prediger, umstrittene Haltung

McClurkin hat mehrere Grammys gewonnen und wurde von Persönlichkeiten wie Oprah Winfrey gefördert. Trotz Erfolgen geriet er mit seinen Äußerungen zum Thema Homosexualität wiederholt in die Kritik. Sein explizit homofeindliches Auftreten führte bereits 2013 dazu, dass er von einem Gedenkkonzert zum 50. Jahrestag des „March on Washington“ ausgeladen wurde, auch politische Verbündete distanzierten sich von ihm.

Die laufende Klage richtet das öffentliche Scheinwerferlicht auf den sensiblen Schnittpunkt von Religion, Machtmissbrauch und sexueller Identität. Die Justiz wird klären müssen, ob die schwerwiegenden Vorwürfe rechtlich haltbar sind. Unabhängig vom Ausgang zeigt der Fall, wie notwendig professionelle Strukturen zum Schutz vulnerabler Personen gerade im Umfeld religiöser Organisationen sind. Die Frage bleibt, ob Institutionen daraus Lehren ziehen werden – nicht nur in den USA, sondern weltweit.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.
Überraschung bei US-Studie

Mehrheit für trans* Community

Die Mehrheit der US-Amerikaner unterstützt die trans* Community, offenbart nun eine neue Studie der queeren Human Rights Campaign.
Bundesweite Segnung für alle

Forderung des LSBT+ Komitees

Etwas mehr als die Hälfe der Bistümer segnet bisher homosexuelle Paare. Zu wenig, stellt jetzt das Katholische LSBT+ Komitee klar.
Brutale Attacke in Spanien

Angriff auf Miss Trans Zamora

Eine Gruppe junger Frauen hat in einem Club im Nordwesten Spaniens eine junge trans* Frau und Titelträgerin von Miss Trans Zamora zusammengeschlagen.