Bedrohung für trans* Menschen Gedenktag für die Opfer transfeindlicher Gewalt
Zum heutigen Trans Day of Remembrance, dem internationalen Gedenktag für die trans* Opfer von Gewalt, fordert die Linke queer mehr Einsatz von Behörden und der Regierung. Trans* und nicht-binäre Menschen seien in Deutschland anhaltenden Bedrohungen ausgesetzt.
Forderungen der Linksfraktion
Die Bundessprecher Maja Tegeler und Frank Laubenburg von Linke queer dazu: „Trotz politischer Fortschritte bleibt transfeindliche Gewalt ein schwerwiegendes, aber weiterhin unzureichend erfasstes Problem. Es ist ein Fortschritt, dass queerfeindliche Straftaten heute besser statistisch erfasst werden als noch vor einigen Jahren. Doch noch immer verschwinden transfeindliche Übergriffe allzuoft in Sammelkategorien und bleiben damit in ihrem Ausmaß und ihren spezifischen Mustern unsichtbar.“
Dazu gebe es noch immer zu viele Fälle von mangelnder Sensibilisierung und dem Misgendern von Betroffenen. „Eine bundesweit einheitliche, eigene Erfassungskategorie ´transfeindliches Tatmotiv ´, verpflichtende Schulungen für Polizei und Justiz zum Umgang mit trans Personen, unabhängige, niedrigschwellige Meldestellen, opferzentrierte Ermittlungsverfahren und ein jährlicher Bundesbericht zur Entwicklung transfeindlicher Gewalt sind notwendig. Wir müssen Gewalt nicht nur verurteilen, sondern endlich sichtbar machen, konsequent bekämpfen und Betroffene wirksam schützen.“
Gedenktag seit 26 Jahren
Am heutigen Trans Day of Remembrance (TDoR) gedenken Menschen weltweit der trans* Personen, die aufgrund von Transphobie ihr Leben verloren haben. Der jährlich am 20. November begangene Tag dient nicht nur als Mahnung an die Gewalt, die die trans* Community immer noch täglich erfahren muss, sondern auch als Zeichen der Solidarität und des Widerstands gegen Diskriminierung und Gewalt. Der Trans Day of Remembrance wurde 1999 von der Aktivistin Gwen Smith ins Leben gerufen, um an die ermordete trans* Frau Rita Hester zu erinnern und denjenigen ein Gesicht zu geben, deren Morde oft unbemerkt bleiben. Heute finden weltweit Gedenkveranstaltungen statt, bei denen sowohl die Opfer des vergangenen Jahres als auch die weiterhin bestehende Unsichtbarkeit und Marginalisierung von trans* Personen thematisiert werden.