Direkt zum Inhalt
Australien zählt genauer
ANZEIGE

Australien zählt genauer Neue Daten im Zensus sollen Aufschluss über LGBTIQ+ geben

ms - 12.08.2026 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Zum ersten Mal in der Geschichte Australiens enthielt die Volkszählung in diesem Jahr Fragen zur sexuellen Orientierung und zur Geschlechtsidentität. Die Erhebung findet alle fünf Jahre statt, zuletzt nun am gestrigen Dienstag. Die Community feiert die Einbindung von LGBTIQ+-Menschen in den Zensus und erhofft sich wichtige neue Erkenntnisse. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Australiens Volkszählung enthielt in diesem Jahr erstmals Fragen zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität.
  • Menschen ab 16 Jahren konnten die Angaben freiwillig machen.
  • Gefragt wurde unter anderem nach sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht.
  • Die Statistikbehörde will damit die Daten über homosexuelle und queere Menschen verbessern.
  • Die Neuerung geht auf ein Wahlversprechen der Labour-Partei von Premierminister Anthony Albanese aus dem Jahr 2022 zurück.
  • Nach früheren Schätzungen identifizieren sich 4,5 Prozent der erwachsenen Australier als LGBTIQ+. Ob es dabei bleibt, soll nun die neue Befragung offenbaren. 

Konkrete Fragen zu LGBTIQ+

Insgesamt umfasste der Zensus 66 Fragen. Nach Angaben des Australian Bureau of Statistics (ABS) soll die Erhebung zeigen, wie sich die australische Gesellschaft im Laufe der Zeit verändert. Die Daten dienen außerdem dazu, die Bevölkerungszahl zu schätzen und wichtige Entscheidungen über die Zukunft des Landes zu unterstützen. Menschen ab 16 Jahren konnten in diesem Jahr erstmals freiwillig Angaben zu ihrer Identität machen. Die neuen Fragen wurden nach Angaben der australischen Statistikbehörde gemeinsam mit einem LGBTIQ+-Expertengremium entwickelt. Dabei sei darauf geachtet worden, dass die Fragen korrekt und angemessen formuliert sind.

Bei der sexuellen Orientierung konnten die Befragten unter anderem „heterosexuell“, „schwul oder lesbisch“ sowie „bisexuell“ angeben. Möglich waren außerdem eine andere Antwort oder der Verzicht auf eine Angabe. Auch bei der Geschlechtsidentität gab es mehrere Antwortmöglichkeiten. Zur Auswahl standen „Mann“, „Frau“ und „nicht-binär“. Daneben konnte ebenso ein anderer Begriff angegeben oder „möchte ich nicht antworten“ ausgewählt werden. Eine weitere Frage lautet: „Welches Geschlecht wurde bei der Geburt der Person eingetragen?“ Die ABS weist darauf hin, dass eine Frage zum Geschlecht bereits seit 1911 Bestandteil des australischen Zensus ist. Für die Erhebung 2026 wurde sie jedoch verändert und um die Frage nach der Geschlechtsidentität ergänzt. Die Behörde begründet die getrennte Erfassung damit, dass sich dadurch die Qualität der erhobenen Daten verbessern soll.

Neue Daten über die Community

Die Einführung der Fragen geht auf ein Wahlversprechen der Labour-Partei von Premierminister Anthony Albanese aus dem Jahr 2022 zurück. Die Partei hatte vor ihrem Wahlsieg angekündigt, entsprechende demografische Daten über die Bevölkerung erfassen zu wollen. Mit dem Wahlsieg der Labour-Partei endete eine neun Jahre dauernde Regierungszeit der konservativen Koalition. Ebenfalls 2022 veröffentlichte das Australian Bureau of Statistics Schätzungen zur Größe und Zusammensetzung der LGBTIQ+-Bevölkerung Australiens. 

Demnach identifizierten sich schätzungsweise 4,5 Prozent der australischen Erwachsenen als LGBTQ+. Mit den neuen Fragen im Zensus sollen nun umfassendere Daten über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität erhoben werden. Queere Verbände erhoffen sich von den neuen Zensus-Daten ein realistischeres Bild der LGBTIQ+-Bevölkerung, das bislang in der amtlichen Statistik nur unzureichend sichtbar war. Die Daten sollen helfen, Bedarfe besser zu erkennen und gezielt Gesundheits-, Sozial- und Unterstützungsangebote zu planen und zu finanzieren.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ehekrisen wegen Heated Rivalry

Schwule Romanze bewegt Frauen

Die Serie „Heated Rivalry“ bringt viele heterosexuelle Zuschauerinnen dazu, ihre eigenen Beziehungen zu hinterfragen, so eine neue Studie.
Schwule beim Weltuntergang

Beziehungskrise und Horror-Show

Im neuen Film „Scorch Marks“ trifft eine toxische schwule Beziehung auf Weltuntergangshorror – mit Chris Salvatore als geisterhaftem Ex.
Todesdrohungen in Utah

Schwuler Mitschüler bedroht

Ein 18-Jähriger aus Utah soll einen schwulen Ex-Mitschüler und dessen Familie mehrfach mit dem Tod bedroht haben. Nun wurde er angeklagt.
Penis-Filler endet tödlich

Influencer stirbt nach Eingriff

Ein britisch-nigerianischer Influencer stirbt nach einer Penisvergrößerung in Thailand an einer durch den Eingriff ausgelösten Lungenembolie.
Neuer Sitz für Vielfalt

Queere Stimme im SWR

Erstmals erhält der SWR-Rundfunkrat nun einen Sitz für queere Selbstvertretung. Trans* Autorin Janka Kluge übernimmt das Mandat.
Geschmacklose Veranstaltung

Aufregung an US-Universität

Ein angeblicher Charlie-Kirk-Doppelgänger-Wettbewerb an der Georgetown University sorgt vor dem ersten Todestag des Aktivisten für viel Kritik.
Neue US-Helpline für LGBTIQ+

Kalifornien plant neue Anlaufstelle

Kalifornien will einen eigenen LGBTIQ+-Zugang zur 988-Krisenhotline schaffen, falls die neue Bundeslösung queere Betroffene nicht berücksichtigt.
Eklat in Washington

Pentagon sucht queere Krankenakten

Das US-Pentagon durchsucht offenbar aktuell Militärakten gezielt nach Hinweisen auf trans* Soldaten und sorgt damit für hitzige Debatten in den USA.