Direkt zum Inhalt

Antidiskriminierungsgesetz NRW Landesregierung einigt sich auf Gesetzesvorhaben

Von ms - 19.03.2026 - 08:30 Uhr
Antidiskriminierungsgesetz NRW
Foto: IMAGO / Panama Pictures
ANZEIGE
Loading audio player...

Nordrhein-Westfalen hat als erstes Flächen-Bundesland in Deutschland ein Antidiskriminierungsgesetz für den öffentlichen Sektor verabschiedet. Die schwarz-grüne Landesregierung hat sich nach eigenen Angaben darauf verständigt, der Entwurf werde noch diese Woche in den Landtag eingebracht. Das neue Gesetz zielt darauf ab, eine bestehende Lücke im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu schließen und auch Bürger im Umgang mit staatlichen Behörden besser vor Diskriminierung zu schützen. Der Gesetzesentwurf wird in dieser Woche im Landtag diskutiert. Ein ähnliches Vorhaben ist aktuell auch in Schleswig-Holstein geplant, in Berlin gibt es ein solches Gesetz bereits. 

Kampf gegen Diskriminierung

Die Gleichstellungsministerin des Landes, Verena Schäffer, bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes als einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Diskriminierung. Sie verwies auf eine aktuelle Studie, laut der rund 13 Prozent der Menschen in Deutschland, insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, Diskriminierung im Alltag erfahren. Mit dem neuen Gesetz sollen staatliche Institutionen wie Schulen, Behörden und Polizeikräfte künftig zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn Diskriminierungsvorwürfe vorgebracht werden.

Kritik am Vorhaben

Das Gesetz stößt jedoch auf Kritik. Der Deutsche Beamtenbund und Teile der Opposition im Landtag befürchten, dass die neue Regelung zu einem Generalverdacht gegen öffentliche Bedienstete führen könnte. Zudem warnen sie vor einer möglichen Bürokratisierung und stellen infrage, ob das Gesetz angesichts der im Vergleich wenigen Diskriminierungsfälle im öffentlichen Dienst notwendig ist. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die geplante Erleichterung der Beweislast. Künftig könnten bereits Indizien ausreichen, um die Beweisführung umzukehren, sodass die Beschuldigten nachweisen müssen, dass keine Diskriminierung stattgefunden hat. Ministerin Schäffer erklärte, dass diese Beweislasterleichterung nur dazu dient, Diskriminierung plausibel erscheinen zu lassen und dass bloße Vermutungen nicht ausreichen würden.

Das neue Gesetz soll auch sicherstellen, dass Menschen, die Diskriminierung erfahren, Schadenersatzansprüche geltend machen können, was die Rechte von Bürgern stärken soll. Das Gesetz wird in Nordrhein-Westfalen als ein wichtiger Schritt für den Schutz vor Diskriminierung im öffentlichen Sektor angesehen, obwohl es weiterhin auf Widerstand stößt. Die Landesregierung hofft, dass es auch andere Bundesländer zu ähnlichen Maßnahmen anregen wird.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausDER STANDARDMit Troye Sivans "She’s The Best" auf der etwas anderen PartytazRazzien gegen Queers in der Türkei: Finsternis am BosporusGALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktheit bei Heated Rivalry

Intime Dreharbeiten ohne Grenzen?

Die Hauptdarsteller von „Heated Rivalry“ waren zu kompletten Frontalnacktaufnahmen bereit. Regisseur Jacob Tierney entschied sich jedoch dagegen.
Frauen und Schwulenpornos

Besonderer Reiz für die Damenwelt

Die Hälfte des Publikums schwuler Pornos auf Pornhub ist inzwischen weiblich. Studien zeigen, warum Frauen Sex zwischen Männern so interessant finden.
Spätes Coming-Out mit 40

Saunabesuche, Sex und Politik

Der bekannte britische Radiomoderator Iain Dale spricht über Homophobie bei den Tories, sein spätes Coming-Out und sein früheres Sexleben.
Polizeieinsatz bei Halk TV

Türkei geht erneut gegen Medium vor

Nach einer Razzia bei Halk TV in der Türkei übernimmt der Staat jetzt die Kontrolle. Die Opposition kritisiert den Eingriff in die Pressefreiheit.
Social-Media-Verbot kommt

Regierung verschärft Jugendschutz

Die Bundesregierung plant strengere Social-Media-Regeln für Minderjährige. Für queere Jugendliche geht es dabei auch um wichtige Schutzräume.
Pentagon-Chef unter Druck

Kritik an US-Verteidigungsminister

Der schwule Demokrat Pete Buttigieg wirft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth strategisches Versagen im Iran-Krieg vor und fordert seinen Rücktritt.
Kein Geld mehr für LGBTIQ+

Florida streicht Museumsförderung

Das bekannte LGBTIQ+-Museum in Florida verliert seine Förderung. Die Leitung kritisiert den Einfluss neuer Gesetze und fordert politischen Widerstand.
Kuss-Foto löst Hasswelle aus

Todesdrohung nach Familienfeier

Ein harmloses Kuss-Foto eines schwules Paares löst im Netz homophobe Hetze bis hin zu Todesforderungen aus. Das Paar lässt sich nicht einschüchtern.
Droht ein neues LGBTIQ-Verbot?

Aserbaidschans neue Gesetzespläne

Aserbaidschan soll ein Verbot sogenannter „LGBT-Propaganda“ nach russischem Vorbild planen. Einige Abgeordnete dementieren bisher eher halbherzig.