Direkt zum Inhalt
Angst unter US-Mitschülern
ANZEIGE

Angst unter US-Mitschülern Zwei von drei LGBTIQ+-Schülern fühlt sich nicht mehr sicher

ms - 01.07.2026 - 15:45 Uhr
Loading audio player...

Zwei von drei LGBTIQ+-Schülern in den USA fühlen sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität an ihrer Schule unsicher. Zu diesem Ergebnis kommt die 13. National School Climate Survey der Organisation GLSEN, die sich für sichere und respektvolle Lernumgebungen für junge Menschen einsetzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei Drittel der LGBTIQ+-Schüler in den USA fühlen sich wegen ihrer Identität in der Schule unsicher.
  • Nur etwa jeder dritte Befragte freut sich häufig auf den Schulbesuch.
  • Trans* und queere Jugendliche meiden häufig bestimmte Bereiche der Schule.
  • Viele berichten von verbalen, körperlichen oder digitalen Übergriffen.
  • Auch Diskriminierung bei Toiletten und Umkleiden bleibt weit verbreitet.

Die große Unsicherheit

Für die Erhebung wurden LGBTIQ+-Schüler der Klassenstufen K-12 im Schuljahr 2024/2025 befragt. Zu den Teilnehmern gehörten auch intergeschlechtliche, asexuelle sowie sogenannte Two-Spirit-Personen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich rund zwei Drittel der Befragten wegen ihrer queeren oder homosexuellen Identität an ihrer Schule unsicher fühlen. Gleichzeitig gab nur etwa jeder dritte Schüler an, sich „häufig“ oder „oft“ auf den Schulbesuch zu freuen. Besonders belastend ist die Situation demnach für trans* Jugendliche. 86 Prozent von ihnen berichteten, bestimmte Bereiche ihrer Schule bewusst zu meiden.

Erfahrungen mit Gewalt

Zugleich schilderten viele Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit verbalen, körperlichen oder digitalen Übergriffen. 62 Prozent erklärten, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung belästigt worden zu sein. 69 Prozent berichteten von Schikanen wegen ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdrucks. Auch rassistische Diskriminierung spielt für viele queere Jugendliche eine Rolle. 48 Prozent der befragten schwarzen LGBTIQ+-Personen gaben an, aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Zugehörigkeit belästigt worden zu sein. Mehr als die Hälfte (53%) der Befragten berichtete zudem von Diskriminierungen im Zusammenhang mit ihrer LGBTIQ+-Identität. Dazu zählten etwa Verbote, Umkleideräume zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.

Darüber hinaus erklärten 41 Prozent, sie seien dafür bestraft worden, Toiletten zu benutzen, die nicht ihrem „biologischen Geschlecht“ entsprechen. 64 Prozent gaben an, Schultoiletten aus diesem Grund ganz zu meiden. Die Ergebnisse der Studie zeichnen das Bild eines Schulalltags, in dem viele LGBTIQ+-Jugendliche weiterhin mit Ausgrenzung und Benachteiligung konfrontiert sind. Nach Einschätzung von GLSEN unterstreichen die Daten die Bedeutung von Maßnahmen, die ein sicheres und diskriminierungsfreies Lernumfeld für alle Schülerinnen und Schüler gewährleisten sollen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erstes nationales Denkmal

Gedenkstätte auf Friedhof Sihlfeld

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein öffentliches Denkmal für die Opfer von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen eingeweiht.
Rücktritt gefordert

Kirche schweigt nach CSD-Anschlag

Der Passauer Bischof Oster hat bei einer Predigt queere Menschen und Veranstaltungen wie den CSD offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Aus Scham wird Stärke

Vom Escort zum Tarot-Coach

Ein ehemaliger Gay-Escort macht persönliche Erfahrungen mit Scham und Trauma zum Ausgangspunkt für seine Arbeit mit Tarot.
Instagram greift durch

Heimliche Videos stoppen

Instagram verschärft den Kampf gegen heimliche Aufnahmen mit Smartbrillen und sperrt erstmals Konten mit Millionenpublikum.
Hass-Konferenzen in Afrika

Erweiterte Pläne für 2027

Ein afrikanisches Anti-LGBTIQ+-Netzwerk will seine Aktivitäten 2027 deutlich ausbauen und strebt langfristig Einfluss auf Gesetze an.
"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.