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Apropo Leben Gefühltes Tagebuch: Rührender Rummel

Von rb - 28.11.2019 - 12:19 Uhr
Rührender Rummel // © gilaxia
Foto: Rührender Rummel // © gilaxia
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Unser Alien staunt zur Weihnachtszeit. Hier sein Bericht an die Zentrale: „Mittlerweile habe ich mich schon an viele Dinge gewöhnt. Allerdings gibt es eine besondere Periode in der kalendarischen Zeitrechnung der Erdbewohner, die Aufmerksamkeit verdient. Nämlich das sogenannte Weihnachten. Innerhalb von etwa sechs Wochen (Umrechnung in unsere Abschnittsrechnung = siehe Anlage) verändern sich sowohl Verhaltensweisen und mentale Einstellung. Wenn zuvor noch der biologische und klimatische Zustand teilweise zu einer gewissen Niedergeschlagenheit führt (man nennt es hier Herbst), reagieren die hiesigen Bewohner nun hektisch und gleichzeitig freudig. Finanzielle Mittel werden dazu verwendet, um seinesgleichen in ebensolche Stimmung zu versetzen. Es handelt sich um ein soziales Phänomen, das in Zusammenhang mit einem religiösen Ritus zu verstehen ist: Vor tausenden von Erdenjahren ist ein männliches Wesen geboren worden, das neue Gedanken in die Welt brachte. Sein Name ist Jesus und er wird seitdem verehrt.

In der Vorbereitung zum Fest seiner Geburt treffen sich die Menschen auf Märkten, wo es warme und kalte Speisen und Getränke gibt. Da fühlen sie sich wohl. Dann gehen sie in Kaufhäuser (siehe Skizze in Anlage) und erwerben dort Dinge, von denen sie glauben, dass sich ihre Angehörigen und Freunde darüber freuen. Das ist auch oft so, denn sie haben lange darüber nachgedacht. Vor allem junge Leute benutzen zum Einkaufen auch technische Geräte wie Fernsprecher Kästchen und interaktive Lautsprecher, um Geschenke zu beschaffen. Dann müssen die Leute nicht mehr in die Kaufhäuser, weil es dort so voll ist. Man sieht auch öfters Menschen mit Behältern, die süße Speisen an ihren Arbeitsplatz bringen, wo dann mit den Kollegen gefeiert wird. Das Fest als solches findet gegen Ende des letzten kalendarischen Monats des Jahres statt. Ein bärtiger Mann mit rotem Anzug hat einen Sack auf dem Rücken und rutscht durch den Kamin in das Haus. Er hat eine tiefe Stimme und sagt immer „Ho-Ho“. Mir ist der tiefere Sinn davon noch nicht ersichtlich. Geschenke werden auch unter einen Nadelbaum gelegt. Dann wird viel gegessen und getrunken. Am zweiten Feiertag gibt es oft Ärger. Denn die Menschen sind es nicht gewohnt, solange zusammen zu sein. Manche freuen sich dann auch, wenn das Fest wieder vorbei ist. Denn der Nadelbaum verliert seine Nadeln und ist nicht mehr schön. Ein kastenförmiges Fahrzeug holt die Bäume ab.

Wenn die Leute so viel gegessen und getrunken haben, dann beklagen sie sich, dass sie mehr wiegen als vorher. Denn leicht und dünn zu sein, gilt hier als schön (siehe auch Modekatalog in Anlage). Manche Erdbewohner haben auch zu viel Geld ausgegeben. Dann müssen sie das ganze nächste Jahr arbeiten, um ihr Konto wieder auszugleichen. Auch gibt es Geschenke, die auf wenig Gegenliebe stoßen. Dann schicken die Leute das zurück. Oder sie gehen ins Kaufhaus, reden aufgeregt mit den Verkäufern und wollen ihr Geld wieder haben. Die Kaufleute sind aber meist froh, dass es Weihnachten gibt, denn sie verdienen gut daran. Kurze Zeit nach dem Weihnachtsfest wird schon wieder gefeiert. Aber dazu später mehr...“

Weihnachtsrituale

Einmal im Jahr ist es so weit: Wir begehen das Weihnachtsfest. Die Geburt Jesu wird gefeiert. Der Brauch der Bescherung ist erst im 16. Jahrhundert üblich geworden. Adventskranz und Weihnachtsbaum sind ebenfalls später eingeführte Ritualgegenstände. Der Baum steht für Lebenskraft und neue Energie. Der Weihnachtsmann hat seine Ursprünge beim heiligen Nikolaus

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