"Outing" sorgt für Lacher Melissa Etheridge: Sohn "outete" sich mit elf als hetero
Die lesbische Sängerin Melissa Etheridge sorgt für Lacher: Ihr Sohn „outet“ sich als hetero.
Das Wichtigste im Überblick
- Melissa Etheridge erzählte bei Kelly Clarkson, dass ihr Sohn Beckett sich mit 11 Jahren als heterosexuell „outete“.
- Die Sängerin veröffentlichte kürzlich den Song „Tomboy“ auf ihrem neuen Album Rise.
- Beckett Etheridge starb 2020 im Alter von 21 Jahren an den Folgen einer Opioidabhängigkeit.
- Etheridge spricht offen darüber, wie sie mit Trauer und Spiritualität nach dem Verlust ihres Sohnes umgeht.
Familien-Outing der besonderen Art
Melissa Etheridge hat wieder einmal bewiesen, dass sie Humor und Herz vereint: In der Kelly Clarkson Show enthüllte die US-Sängerin, dass ihr ältester Sohn Beckett sie als Kind in ein ungewöhnliches Coming-out verwickelte. „Mama, ich glaube, ich bin hetero“, soll Beckett mit elf Jahren gestanden haben – sehr zum Schmunzeln der Mutter. Ihre augenzwinkernde Antwort: Sie habe ihm erklärt, das sei bestimmt nur eine Phase. Etheridge, offen lesbische Rockikone und mehrfache Grammy-Gewinnerin, teilte die Anekdote im Zuge der Vorstellung ihres neuen, sehr persönlichen Songs „Tomboy“.
Von „Tomboy“ zu neuen Tönen
Mit Zeilen wie „There was no part of me that ever felt wrong“ spielt Etheridge in „Tomboy“ auf ihr eigenes Aufwachsen an: Kurzhaarfrisur, G.I. Joe statt Barbie, und ein Hang dazu, wie James Dean zu sein – „tomboy“ eben. Sie erklärte, dass sie das Wort zurückerobern wolle: Als Kind wusste sie nicht, ob es beleidigend gemeint war, heute steht es für Stärke und Authentizität. Auch Gastgeberin Kelly Clarkson witzelte über die Wirkung des Begriffs und berichtete von eigenen Erfahrungen mit Geschlechterrollen bei Kindern. Beide betonten, wie wichtig es ist, dass Kinder sich frei entfalten dürfen – ob als Fußball-Mädchen, Nagellack-Junge oder, ganz klassisch, einfach sie selbst.
„Die Kinder kommen sowieso ganz so auf die Welt, wie sie sind, und dann ist es faszinierend zu beobachten, wie sie ihren Weg finden“, so Etheridge im Talk.
Beckett Etheridge: Ein schlagfertiges Vermächtnis
Der tragische Tod von Beckett Etheridge im Jahr 2020 überschattet bis heute viele Erinnerungen seiner Mutter. In Interviews – etwa mit dem People-Magazin und in ihrer eigenen Doku-Serie – spricht Etheridge offen darüber, wie sie ihre Trauer als spirituelle Reise begreift. Statt sich „im Kreislauf aus Schuld und Scham zu verlieren“, wie sie es nennt, will sie positive Energie aus den Erinnerungen an ihren Sohn schöpfen. Sie spüre immer wieder Beckett’s „tröstende“ Präsenz, berichtet die Musikerin – ein Zeichen dafür, dass Humor und Tiefe in ihrer Familie schon immer dicht beieinander lagen.
Die nächste Generation: Outings, wie sie heute klingen
Ob Tomboy, Querulantin und Querulant oder Hetero-Outing – Etheridge zeigt, dass in Regenbogenfamilien die gängigen Schubladen längst ausgedient haben. Das entspannte Lachen über Rollenklischees und Coming-out-Varianten macht Mut – und sorgt für dringend benötigte Leichtigkeit. Die Botschaft bleibt: Jeder darf und soll sich so outen, wie er oder sie will, sogar als „ganz normal“. Und wenn das mit elf Jahren „Mama, ich bin hetero“ heißt – dann ist auch das einfach nur Alltag in der Familie Etheridge.