Mehr Sichtbarkeit am Broadway Queere Cats-Version erhält neun Tony-Nominierungen
Broadway erfindet sich neu mit einer radikalen Bühnen-Transformation: In New York feiert "Cats: The Jellicle Ball" das legendäre Musical von Andrew Lloyd Webber, sein furioses Comeback – eingebettet in die queere Ballroom-Kultur. Die spektakuläre Neuinszenierung von Zhailon Livingston und Bill Rauch setzt nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch neue Maßstäbe und wurde prompt mit neun Tony-Nominierungen ausgezeichnet. Diese „Cats“-Version katapultiert die Geschichte der Außenseiterinnen und Außenseiter in das Zentrum von Diversität, Selbstbestimmung und familiärer Wahlverwandtschaft.
Das Wichtigste im Überblick
- Premiere am Broadway 2026 und gleich neun Tony-Nominierungen für "Cats: The Jellicle Ball"
- Regie führen Zhailon Livingston und Bill Rauch, der Fokus liegt auf der Ballroom-Kultur der LGBTIQ+-Community
- Das Ensemble besteht mehrheitlich aus queeren und trans* Schauspielerinnen sowie Schauspielern
- Originalkomponist Andrew Lloyd Webber zeigte sich begeistert und unterstützt die Produktion
- Das Bühnenbild und Kostümdesign adaptieren Elemente echter Ballroom-Wettkämpfe
"Cats" trifft Subkultur: Neue Stimmen am Broadway
Die Regisseure Zhailon Livingston und Bill Rauch führen das Publikum mit „Cats: The Jellicle Ball“ in das pulsierende Herz der Ballroom-Kultur, die in den 1980er Jahren von schwarzen und lateinamerikanischen Queers in New York entwickelt wurde. Aus dem mythischen Katzenstamm wird eine Gemeinschaft, die um Anerkennung und Respekt kämpft – so wie in den echten Balls, bei denen Namen, Zugehörigkeit und Ausdruck zentrale Themen sind. Besonders die Szene um „The Naming of Cats“, in der die Protagonistinnen und Protagonisten ihre eigenen Namen wählen, bekommt eine neue, zutiefst persönliche Bedeutung für alle, die sich von der Gesellschaft ein Leben lang ihre Identität absprechen lassen mussten.
Ballrooms, Drag und die Kunst der Selbstbehauptung
Wie Ballroom-Kultur und das Musical ineinandergreifen, zeigt sich etwa im Bühnenbild mit schillernden Kostümen und stilisierten Laufsteg-Elementen. Rauch betont, dass jede künstlerische Entscheidung die Herkunft und Authentizität beider Welten respektiert: „Wenn ein Ballroom-Aspekt das Musical entwertet oder umgekehrt, fällt er weg.“ Darin liegt die revolutionäre Kraft der Inszenierung: Keine Seite muss sich für mehr Sichtbarkeit verstellen oder kompromittieren. Andrew Lloyd Webber selbst lobte die unbändige Energie der Aufführungen: „Die Atmosphäre war einfach elektrisierend. Es ist wunderbar, dass sich Cats und Ballroom-Kultur heute wieder begegnen.“
Tradition und Innovation: Ein historischer Moment
Die neue „Cats“-Produktion setzt ein Zeichen für das historische Erbe marginalisierter Communities und dessen Einfluss auf den Mainstream. Das Ensemble, bestehend aus queeren und trans* Künstlerinnen und Künstlern inszeniert einen kraftvollen Akt der Sichtbarmachung. Die Verschmelzung dieser Stile fordert Broadway-Konventionen heraus und öffnet die Türen für weitere diverse Geschichten auf den großen Bühnen.
Wichtige Fragen zum Thema
Warum ist die Ballroom-Kultur für den Broadway neu?
Erstmals wird ein klassisches Musical mit explizitem Bezug auf die queere Ballroom-Szene neu interpretiert.
Wie steht Andrew Lloyd Webber zu dieser Version?
Lloyd Webber lobt die Produktion ausdrücklich und spricht von einer besonders positiven Publikumsresonanz.
Welche Bedeutung hat das Casting?
Zum ersten Mal in der Broadway-Geschichte stehen fast ausschließlich queere und trans* Darstellerinnen und Darsteller in den Hauptrollen von „Cats“.
Im kommenden Jahr entscheidet sich, ob „Cats: The Jellicle Ball“ mit den Tony Awards neue Maßstäbe setzt – eine Einladung, zu beobachten, wie Broadway-Vielfalt endlich im Rampenlicht ankommt.