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Kunterbunt und überall zu sehen Die Regenbogenfahne und ihre Geschichte

ja - 20.04.2020 - 16:00 Uhr

Sie weht von vielen Balkonen in Großstädten, wird auf T-Shirts gedruckt und Menschen auf der ganzen Welt tragen sie mit Stolz: Die Regenbogenfahne. Besonders im Pride Monat Juni sieht man sie nahezu überall, viele Städte werden richtig bunt. Doch warum eigentlich eine Regenbogenfahne? Woher kommt das Design und wofür stehen die sechs verschiedenen Farben?

Die bunte Flagge ist mittlerweile überall bekannt als Symbol für die LGBTI*-Bewegung.

Weltweit wird sie bei jeder Pride Parade geschwenkt, gilt als Erkennungszeichen und ist sogar Designmotiv auf beispielsweise T-Shirts, Rucksäcken oder Schuhen ganz großer Marken. Jeder hat sie schon mal irgendwo gesehen, den eigentlichen Ursprung der Fahne kennen aber nur Wenige.

Entworfen wurde sie im Jahre 1978 vom US-Künstler Gilbert Baker. Dieser war von Harvey Milk, dem ersten offen schwulen Politiker der USA, dazu beauftragt worden, ein Erkennungszeichen für die Homosexuellenbewegung zu entwerfen. Der Gay Freedom Day in San Francisco stand an und dafür sollte ein positives Merkmal der Zusammengehörigkeit geschaffen werden. Ziel war es hierbei, endlich den so genannten „Rosa Winkel“ abzulösen – das Symbol, mit dem die Nazis in den Konzentrationslagern schwule Männer gekennzeichnet hatten. Der rosa Winkel war bis dahin das einzige Bildzeichen der Homosexuellenbewegung.

Gilbert Baker war sich sehr schnell sicher, dass er eine Fahne designen wollte. Fahnen waren schließlich seit jeher ein kraftvolles Zeichen der Zugehörigkeit. Der Künstler empfand dies als einen guten Ausdruck für Pride, weil damit für alle deutlich sichtbar gemacht würde, wer man ist und dass man sehr stolz darauf ist. Außerdem stärkten Fahnen das Zusammengehörigkeitsgefühl. Kurze Zeit später hatte er dann auch die Idee des Regenbogenmotivs. Die Farbenvielfalt eines Regenbogens sollte hier die große Vielfalt der Community, bezogen auf sexuelle Orientierung und Geschlecht, wiederspiegeln. In einem 2015 geführten Interview mit dem Museum of Modern Arts in New York sprach Baker außerdem von einem "natürlichen Zeichen des Himmels".

 

Händchenhalten

Bakers erster Entwurf der Flagge beinhaltete acht Farben, nicht wie heute nur noch sechs.

Doch sein Motiv wurde bekannt und sollte bald auch über den Gay Freedom Day hinaus in großer Masse produziert werden. Aufgrund von zu hohen Preisen von pinkfarbenem Stoff und einer Farbvermischung von Türkis und Indigo wurden die beiden Farben Pink und Türkis letztendlich aus der Fahne wieder herausgestrichen. Diese beiden und sogar viele weitere Farben werden der Flagge je nach Anlass heute teilweise wieder hinzugefügt.

Doch wofür stehen nun die einzelnen Farben? Der Künstler und Aktivist wies jeder Farbe eine besondere Seite der Gemeinschaft zu:

Rot steht hierbei für das Leben, Orange für die Gesundheit, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Blau für Harmonie und Frieden und Violett schlussendlich für den Geist. Die zwei nicht mehr enthaltenen Farben symbolisierten die Aspekte Sex (Pink) und Kunst (Türkis).

 

Die Peacefahne- nicht mit der Regenbogenfahne zu verwechseln

Neben den verschiedenen Varianten der Flagge der LGBTI*-Community gibt es auch noch Regenbogenfahnen mit den Worten "Pace" oder "Peace", welche "Frieden" bedeuten. Diese haben aber rein gar nichts mit der Community zu tun. Es handelt sich hierbei um die Fahnen von Hippies und Aktivisten, welche gegen Kriege und Waffenhandel, sowie den Frieden in der Welt demonstrieren. Die Farbanordnung ist bei den Friedensflaggen jedoch auch ganz anders. Bei einer „richtigen“ Regenbogenfarbe ist die Farbe „rot“ immer oben.

So bunt wie die LGBTI*-Community, so ist auch Ihre Fahne. Mit seinem Entwurf schuf Gilbert Baker wirklich ein Symbol der Diversität, welches auch heute noch so aktuell ist.

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