Der US-amerikanische Schauspieler Iain Armitage (18) hat über die anhaltenden Spekulationen zu seiner sexuellen Orientierung gesprochen. Der 18-Jährige, der durch seine Hauptrolle in der Fernsehserie „Young Sheldon“ bekannt wurde, berichtet, dass ihn Fragen nach seinem Liebesleben seit Jahren begleiten. Dabei werde er auch von fremden Menschen direkt darauf angesprochen, ob er schwul sei.
Das Wichtigste im Überblick
- Gerüchte seit seiner Kindheit: Der 18-jährige Schauspieler Iain Armitage berichtet, dass er seit Jahren auf seine sexuelle Orientierung und sein Liebesleben angesprochen wird.
- Humor und klare Grenzen: Auf Fragen, ob er schwul sei, reagiert der „Young Sheldon“-Darsteller teils mit witzigen Antworten, teils mit einer deutlichen Zurückweisung.
- Kein öffentliches Coming-Out: Armitage hat seine sexuelle Orientierung bislang nicht öffentlich erklärt. Die Spekulationen kommentiert er, ohne sich festzulegen.
- Ähnliche Erfahrungen anderer Stars: Auch Kit Connor, Billie Eilish und Shawn Mendes berichten von öffentlichem Druck und aufdringlichen Fragen zu ihrer Sexualität.
- Debatte über Privatsphäre: Die Fälle werfen die Frage auf, wie weit das öffentliche Interesse am Privatleben junger Prominenter gehen darf.
Permanente Fragen
In einem neuen Buch über die erfolgreiche Comedyserie schildert Armitage, wie er mit solchen Situationen umgeht. In „Young Sheldon: The (Juicier-Than-Meemaw’s-Brisket) Inside Story of the Hit Comedy“ von Jessica Radloff spricht er über die Aufmerksamkeit, die ihm seit seiner Kindheit entgegengebracht wird. Armitage war erst neun Jahre alt, als er die Hauptrolle in der Serie über die Kindheit des späteren „The Big Bang Theory“-Physikers Sheldon Cooper übernahm. „Im wirklichen Leben habe ich schon alles Mögliche erlebt: von Leuten, die glauben, ich sei mit bestimmten Personen zusammen, etwa mit Mckenna Grace, bis hin zu Menschen, die denken, ich sei schwul“, sagte der Schauspieler. Auch im Alltag werde er unvermittelt auf seine Sexualität angesprochen. „Manchmal kommen Leute auf der Straße auf mich zu und fragen: ‚Hey, bist du schwul?‘ oder ‚Mann, bist du mit jemandem zusammen?‘“
Armitage reagiert mit Humor
Seine sexuelle Orientierung hat Armitage bislang nicht öffentlich erklärt. Auf neugierige Fragen reagiert er nach eigenen Angaben unterschiedlich. Häufig versuche er, die Situation mit Humor zu entschärfen. Er habe inzwischen „eine ganze Reihe unterschiedlicher Antworten“ entwickelt. „Das hängt von der Person ab und davon, was sie sagt. Aber wenn mich ein Typ fragt, ob ich schwul bin, antworte ich: ‚Nicht für dich.‘ Oder: ‚Ich habe den Richtigen noch nicht gefunden.‘“ In anderen Situationen versuche er, das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken oder deutlich zu machen, dass bestimmte Fragen zu persönlich seien. „Die Leute sagen dann: ‚Hey, Mann, kriegst du viele Mädchen ab? Hast du eine Freundin?‘ Und ich sage etwas Lustiges, damit jemand lacht und das Gespräch in eine andere Richtung geht. Oder ich sage: ‚Das ist privat, Alter, frag so etwas nicht.‘“ Die Aussagen zeigen, wie Armitage versucht, zwischen dem öffentlichen Interesse an seiner Person und dem Schutz seines Privatlebens eine Grenze zu ziehen.
Kit Connor wurde gedrängt
Armitage ist nicht der einzige junge Schauspieler, dessen sexuelle Orientierung öffentlich diskutiert wird. Der britische Schauspieler Kit Connor, bekannt durch die Netflix-Serie „Heartstopper“, geriet nach deren Start im Jahr 2022 unter Druck. Einige Zuschauer warfen ihm sogenanntes Queerbaiting vor. Der Begriff bezeichnet unter anderem die vermeintliche Nutzung queerer Andeutungen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, ohne entsprechende Identitäten oder Beziehungen tatsächlich darzustellen. Connor, der in der Serie den bisexuellen Nick Nelson spielt, erklärte schließlich, dass er bisexuell sei. „Ich bin bi“, schrieb er damals. „Glückwunsch, ihr habt einen 18-Jährigen dazu gezwungen, sich zu outen. Ich glaube, einige von euch haben den Sinn der Serie nicht verstanden.“
Sexualität von Billie Eilish
Auch die US-Sängerin Billie Eilish hat öffentlich über die Schwierigkeiten gesprochen, die mit der Aufmerksamkeit für ihr Privatleben verbunden sind. Im Jahr 2023 erklärte sie in einem Interview mit dem Magazin Variety, dass sie sich als queer identifiziere. Einen großen Coming-Out-Moment habe sie damit allerdings nicht beabsichtigt. „Ich dachte irgendwie: ‚War das nicht offensichtlich?‘ Mir war nicht klar, dass die Leute das nicht wussten. Ich glaube einfach nicht wirklich an dieses ganze Coming-Out-Ding. Ich denke mir nur: ‚Warum können wir nicht einfach existieren?‘ Ich bin schon lange so, ich habe nur nicht darüber gesprochen. Ups.“
Auf ihrem 2024 veröffentlichten Album „Hit Me Hard and Soft“ beschäftigt sich Eilish in dem Song „Lunch“ auch mit sexueller Intimität zwischen Frauen. Später äußerte die Sängerin jedoch Bedauern darüber, wie viel sie über ihr Privatleben preisgegeben hatte. In einem Interview mit der Vogue vom Oktober 2024 sagte sie: „Ich wünschte, niemand wüsste irgendetwas über meine Sexualität oder mein Liebesleben. Niemals, niemals, niemals.“ Sie fügte hinzu: „Und ich hoffe, dass sie es auch nie wieder erfahren werden. Ich werde nie wieder über meine Sexualität sprechen. Und ich werde nie wieder darüber sprechen, mit wem ich zusammen bin.“
Shawn Mendes ist unsicher
Der kanadische Sänger Shawn Mendes wird ebenfalls seit Beginn seiner Karriere mit Gerüchten über seine sexuelle Orientierung konfrontiert. Bereits zu der Zeit, als er Videos auf der Plattform Vine veröffentlichte, wurde darüber spekuliert, ob er schwul sei. Die Gerüchte hielten auch während seiner öffentlich bekannten Beziehungen mit Hailey Bieber, damals Baldwin, und Camila Cabello an. Bei einem Konzert im Oktober 2024 im Red Rocks Amphitheatre sprach Mendes über die anhaltenden Spekulationen. „Die Wahrheit über mein Leben und meine Sexualität ist, Mann, dass ich versuche, das alles herauszufinden, genau wie jeder andere auch“, sagte er. „Und manchmal weiß ich es wirklich nicht, und manchmal weiß ich es. Und das fühlt sich wirklich beängstigend an, weil wir in einer Gesellschaft leben, die dazu sehr viel zu sagen hat.“ Der Musiker betonte, dass er sich selbst Zeit geben wolle, seine Gefühle zu verstehen. „Ich versuche, wirklich mutig zu sein und mir einfach zu erlauben, ein Mensch zu sein und Dinge zu fühlen. Und das ist alles, was ich dazu im Moment wirklich sagen möchte.“