Direkt zum Inhalt
Neues Album von Lizzo
ANZEIGE

US-Sängerin Lizzo kämpft Debatte um Body Positivity und Selbstbewusstsein

ms - 18.06.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

US-Sängerin Lizzo (38) hat vor wenigen Tagen mit „Bitch“ ihr erstes Studioalbum seit vier Jahren veröffentlicht und jetzt im TV-Interview Motivation und Beweggründe offenbart. Das zwölf Titel umfassende Werk setzt sich mit öffentlichen Zuschreibungen, Vorurteilen und dem eigenen Selbstbild auseinander. Nach eigenen Angaben versteht die Musikerin das Album als bewusste Rückeroberung ihrer persönlichen Geschichte nach einer Phase intensiver öffentlicher Beobachtung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Lizzo veröffentlicht mit „Bitch“ ihr erstes Studioalbum seit vier Jahren.
  • Die Sängerin beschreibt das Album als Rückgewinnung ihrer eigenen Geschichte und Identität.
  • Der Titel soll gesellschaftliche Vorurteile gegenüber schwarzen Frauen thematisieren.
  • Lizzo fordert eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche, inklusive Bedeutung von Body Positivity.
  • Neben dem Album veröffentlicht die Musikerin auch ihr erstes Kinderbuch.

Eigene Identität zurückerobern

„Ein großer Teil meiner Identität wurde von Menschen außerhalb meiner selbst manipuliert. Mit diesem Album hole ich mir das zurück“, so Lizzo in einem Interview mit USA Today. Das Album markiert nach Angaben der Künstlerin einen neuen Abschnitt in ihrer Karriere. Dabei gehe es weniger um eine Neuerfindung als vielmehr um die Wiederaneignung ihrer eigenen Stimme und Perspektive. Für Aufmerksamkeit sorgt bereits der Albumtitel. Die Entscheidung für „Bitch“ sei bewusst gefallen und unter anderem von einem Comedy-Beitrag des US-Komikers Katt Williams inspiriert worden, der auf unterschiedliche gesellschaftliche Maßstäbe für schwarze Frauen aufmerksam machte. Williams scherzte: „Du kannst dick sein, du kannst schwarz sein, aber du kannst keine dicke, schwarze Schlampe sein.“ Diese Aussage habe sie besonders angesprochen, erklärte Lizzo.

Konflikte, Kämpfe, Körperwelten 

Der Titelsong greift das Thema auf und enthält Samples von Missy Elliotts „She’s a Bitch“ sowie Anspielungen auf Meredith Brooks’ Hit „Bitch“ aus dem Jahr 1997. Ursprünglich sollte das Album unter dem Titel „Love in Real Life“ erscheinen. Während des Entstehungsprozesses habe sich die Ausrichtung jedoch verändert. Die Wahl des neuen Titels spiegele auch die aktuelle gesellschaftliche Situation wider. „Künstlerinnen und Künstler zeigen nicht, wie die Welt sein sollte, sondern spiegeln wider, wie sie ist“, sagte Lizzo. „Im Moment leben wir in einer Zeit der Konflikte. Deshalb kämpfe ich für mich selbst – und daraus entsteht die Energie dieses Albums.“

Neben den persönlichen Themen spricht Lizzo auch über ihre Sicht auf die Body-Positivity-Bewegung, mit der ihr Name seit Jahren verbunden wird. Insbesondere innerhalb der LGBTIQ+-Community gilt die Sängerin als wichtige Stimme für Selbstakzeptanz und Vielfalt. Nach ihrer Einschätzung wird der Begriff Body Positivity inzwischen häufig missverstanden und auf das Thema Körpergewicht reduziert. „Body Positivity bedeutet heute für viele einfach nur dick zu sein. Aber das stimmt nicht“, sagte sie. „Body Positivity ist eine Bewegung, die aus der Community von Menschen mit Behinderungen, aus der Plus-Size-Community sowie aus indigenen, queeren und trans* Communitys entstanden ist. Es ging darum zu sagen: ,Wir haben ein Recht darauf zu existieren.‘ Wir wurden in Kultur, Medien und Gesellschaft unsichtbar gemacht. Und wir sagen einfach, dass wir das Recht haben zu existieren – und glücklich darüber zu sein.“ Die Musikerin betont damit die ursprünglichen Wurzeln der Bewegung, die auf Sichtbarkeit und Anerkennung unterschiedlicher marginalisierter Gruppen abzielt.

Bekannte und neue Musikstyle 

Musikalisch erweitert Lizzo auf „Bitch“ ihr Repertoire um Einflüsse aus Go-Go-Musik und Synth-Funk, ohne ihre bekannten Elemente aus Pop und R&B aufzugeben. Der Song „Happy to Be“ entstand nach ihren Angaben in einer Phase persönlicher Suche. „Ich schreibe fröhliche Songs, wenn ich versuche, glücklich zu sein“, sagte sie. Das Lied sei entstanden, während sie „nach Dankbarkeit gesucht“ habe.  Parallel zur Veröffentlichung des Albums bringt Lizzo auch ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel „Lil Lizzo Meets Sasha B. Flootin’“ heraus. Zudem denkt die Sängerin nach eigenen Worten langfristig über ihre Karriere nach. 

Nach einer Reihe kleiner Jazzclub-Auftritte zog sie einen Vergleich zu großen Arena-Tourneen und betonte die Bedeutung eines nachhaltigen Karriereaufbaus. „Ich werde das noch mit 70 machen, so wie Tina Turner“, sagte Lizzo. Grundlage dafür seien jahrelange Tourneen und der Aufbau einer treuen Fangemeinde über mehr als ein Jahrzehnt gewesen. Mit „Bitch“ präsentiert sich die Musikerin nach eigenen Angaben selbstbestimmter und zugleich zurückhaltender als in früheren Jahren. Das Album nutzt sie, um die Kontrolle über ihre öffentliche Erzählung zurückzugewinnen und ihre Geschichte zu ihren eigenen Bedingungen zu erzählen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tom Daley als „Gayboy“

Aufsehen um glitzernde Badehose

Tom Daley sorgt mit einer auffälligen „Gayboy“-Badehose auf Instagram für viel Aufmerksamkeit – und zeigt zugleich sein Familienglück in Mexiko.
John Stamos sehr freizügig

Selfie lässt Community durchdrehen

John Stamos feierte seinen 63. Geburtstag mit einem freizügigen Selfie – und erinnert zugleich an sein Engagement für die LGBTIQ+-Community.
Kim Cattrall wird 70

Samantha bleibt unvergessen

US-Schauspielerin Kim Cattrall wird 70. Happy Birthday! Als sexpositive Samantha Jones wurde sie in der schwulen Community zur Ikone - bis heute.
Madonna gegen Taylor Swift

11 Nominierungen für Madonna

Madonna führt die MTV Video Music Awards -Nominierungen an und trifft in mehreren Kategorien auf Taylor Swift, Ariana Grande und Sabrina Carpenter.
Gillian Anderson blickt zurück

Homoerotische Liebe in der Schule

Schauspielerin Gillian Anderson erzählte von einer geheimen lesbischen Jugendliebe und davon, wie sich ihr Blick auf Sexualität verändert hat.
Netflix setzt auf Zwillinge

Die Kaulitz-Brüder bleiben

Bill und Tom Kaulitz bleiben Netflix erhalten: Ihre Doku-Serie „Kaulitz & Kaulitz“ geht 2027 in die vierte Staffel.
Partner im Sattel und Stall

Frederic Wandres und Lars Ligus

Frederic Wandres und Lars Ligus sind Partner und ein eingespieltes Team hinter Deutschlands Dressur-Gold und berichteten jetzt über ihren Lebensalltag
Daddys heißer Sohn

Ryan Phillipes Nachwuchs

Deacon Phillippe macht Musik und modelt: Mit neuen Oben-ohne-Fotos erinnert er verblüffend an seinen Vater Ryan und sorgt für Aufregung unter Schwulen
Sam Smith findet zu sich

Ehrliche Liebe und neues Glück

Sam Smith spricht über Liebe, Partnerschaft und die Suche nach Nähe – und darüber, wie sich das eigene Leben dadurch verändert.