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Kritik an Rami Malek

Kritik an Rami Malek Schwule Schauspieler melden sich zu Wort

ms - 27.05.2026 - 15:00 Uhr
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Rami Malek erhält derzeit viel Anerkennung für seine Rolle im neuen Film „The Man I Love“. Das Werk von Regisseur Ira Sachs feierte vergangene Woche bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere und wurde umjubelt gefeiert. Usern online und drei schwulen Schauspielern indes stößt Maleks Verkörperung eines HIV-positiven Mannes bitter auf. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Rami Malek wird für seine Rolle im Film „The Man I Love“ gelobt
  • Der Schauspieler sprach über anfängliche Zweifel an der Rolle
  • In sozialen Netzwerken entstand Kritik an der Besetzung eines heterosexuellen Schauspielers
  • Johnny Sibilly, Wilson Cruz und Guy Branum äußerten deutliche Kritik
  • Die Debatte dreht sich um schwule Repräsentation in Hollywood

Mutige, authentische Darstellung

Malek spielt im neuen Film Jimmy George, einen Sänger und experimentellen Künstler der New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre. Die Figur lebt mit HIV und erkrankt an AIDS. Kritiker Pete Hammond von Deadline lobte die „mutige und beeindruckend authentische Darstellung“ des Schauspielers und sprach von einer Leistung, „an die man sich lange erinnern wird“ sowie einem „Karrierehöhepunkt“. Bei einer Pressekonferenz in Cannes erklärte Malek selbst, dass er zunächst gezögert habe, die Rolle anzunehmen. Ihm seien Parallelen zu seiner Oscar-prämierten Darstellung von Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody aufgefallen. „Da war ein gewisses Gefühl von Angst. Und ich begann wirklich darüber nachzudenken, wovor ich eigentlich Angst hatte. Waren es die Ähnlichkeiten? War es das Singen? Oder natürlich das, was damals in dieser Zeit geschah? Und mir wurde klar: Ich musste mich dieser Angst stellen“, so Malek.

Nachdem er die Unterschiede zwischen den Figuren erkannt habe, habe er sich schließlich für die Rolle entschieden. „Wenn Freddie mir etwas beigebracht hat, dann: Stelle dich deiner Angst. Und als ich mich hineingestürzt habe, begann ich zu erkennen, dass diese Männer zwar Ähnlichkeiten hatten, aber gleichzeitig Welten voneinander entfernt waren“, erklärte der Schauspieler.

Kritik von Johnny Sibilly

In den sozialen Netzwerken entwickelte sich daraufhin eine Debatte über die Besetzung heterosexueller Schauspieler in homosexuellen Rollen. Viele Nutzer äußerten Vorfreude auf den Film, andere kritisierten die Entscheidung der Produktion. Der schwule Schauspieler Johnny Sibilly, bekannt aus den Serien „Queer As Folk“, „Hacks“ und „Pose“, schrieb dazu auf Instagram: „Es tut mir leid, wenn das bissig klingt, aber für mich wird es sich niemals richtig anfühlen, wenn heterosexuelle Schauspieler schwule Männer spielen, die an AIDS sterben.“

Weiter erklärte Sibilly: „Als jemand, der selbst solche Rollen im Fernsehen gespielt hat, kann ich sagen, dass mich der Gedanke getragen hat, dass die Männer, die an dieser Krankheit und an der Gleichgültigkeit von Regierung und Gesellschaft gestorben sind, wissen würden, dass die kleinen schwulen Jungen, die Bilder und Videos ihres Leidens gesehen haben, eines Tages freier leben würden – weil diese Männer existiert haben.“ Zudem betonte er: „Es geht hier nicht einfach nur um einen Schauspieljob oder darum, die Menschlichkeit in einem Projekt zu finden. Es geht darum, das sein zu können, was so viele vor uns niemals sein durften.“ In einem weiteren Beitrag schrieb Sibilly: „Wir sind die Verwirklichung vieler ihrer Träume. Vergesst das niemals.“

„Unsere Geschichte“ erzählen 

Auch der ebenso schwule Seriendarsteller Wilson Cruz, bekannt aus „Star Trek: Discovery“, reagierte auf die Diskussion. Unter einem Instagram-Beitrag kommentierte er: „Einige von uns hätten es als Ehre empfunden, unsere Geschichte lebendig werden zu lassen – weil sie unsere Geschichte ist.“ Der schwule Autor und Schauspieler Guy Branum kritisierte darüber hinaus Aussagen mancher nicht-queerer Darsteller über entsprechende Rollen. „Das Nervigste daran, wenn cis-heterosexuelle Menschen trans oder schwule Rollen spielen – oder nicht-dicke Menschen Rollen mit Fat Suit übernehmen –, ist, dass uns danach in Interviews erklärt wird, wie entwürdigend das alles gewesen sei“, schrieb Branum. Malek selbst hat allerdings nie angedeutet, dass er Homosexualität als etwas Negatives empfinde.

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