Kerkeling als Bundespräsident Entertainer schließt mögliches Amt nicht aus
Eine neu gestartete Petition wirbt dafür, Entertainer, Autor und Filmemacher Hape Kerkeling (61) als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten aufzustellen. Die Initiatoren appellieren an die Vorsitzenden der demokratischen Parteien, Kerkeling als „gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten für die Wahl am 30. Januar 2027“ zu nominieren.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine Petition fordert Hape Kerkeling als gemeinsamen Kandidaten der demokratischen Parteien für das Amt des Bundespräsidenten.
- Die Initiatoren sehen in ihm einen überparteilichen „Brückenbauer“ für die Gesellschaft.
- Kerkeling würdigte bei einer Preisverleihung die Idee und schloss eine Kandidatur nicht kategorisch aus.
- Seine Äußerungen sorgen für Aufmerksamkeit, da die Wahl des nächsten Bundespräsidenten Anfang 2027 ansteht.
- Frank-Walter Steinmeier kann nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit nicht erneut kandidieren.
Hape als Brückenbauer
In der Begründung der Petition heißt es, Kerkeling verkörpere ein „modernes, weltoffenes Deutschland, das seine Wurzeln sowie seine humanistischen, demokratischen und christlichen Werte nicht vergisst“. Zudem nehme er „die Menschen auf Augenhöhe mit – egal aus welchem Milieu sie kommen“. Weiter wird der Entertainer als „Brückenbauer für eine verunsicherte Gesellschaft“ beschrieben. Besonders verwiesen wird in der Petition auf eine Rede Kerkelings in der Gedenkstätte Buchenwald Mitte April. Darin erinnerte er an seinen Großvater Hermann Kerkeling, der drei Jahre in einem Konzentrationslager inhaftiert war. Seit Jahren engagiert sich der Künstler gegen Antisemitismus. Diesen bezeichnete er wiederholt als „Angriff auf die Menschlichkeit“. Ebenso geht der 61-Jährige seit Jahren gegen Homophobie und Hass vor.
Kerkeling schließt Kandidatur nicht aus
Am Rande des 35. Kinofests Lünen, bei dem Kerkeling für sein Lebenswerk als Entertainer ausgezeichnet wurde, äußerte sich der 61-Jährige im Gespräch mit RTL zu den Spekulationen um eine mögliche politische Zukunft. Auf die Frage nach einer Kandidatur für das höchste Staatsamt sagte er: „Vor zehn Jahren hätte ich Ihnen gesagt: 'Nein, das ist nicht möglich.' Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt geschieht, und wenn ich mir angucke, wer so an der Spitze von Nationen steht: Ich schließe nichts mehr aus.“
Die Aussage wurde vielfach als überraschend offen bewertet, da sich Kerkeling bislang nicht als politischer Amtsträger ins Gespräch gebracht hatte. Mit dem Schloss Bellevue verbindet den Entertainer bereits eine lange Geschichte. 1991 sorgte er bundesweit für Aufsehen, als er in der Rolle der niederländischen Königin Beatrix vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten vorfuhr und erklärte, dort „lecker Mittagessen“ zu wollen. 35 Jahre später griff Kerkeling diese Erinnerung bei seiner Dankesrede in Lünen auf: „Das ist eine schöne Immobilie“, sagte er mit Blick auf Schloss Bellevue.
Ganz ausschließen wolle er einen Einzug in den Amtssitz des Bundespräsidenten daher nicht. Es gebe von seiner Seite „kein hundertprozentiges Nein“ zu Bellevue als möglichem künftigen Wohnsitz. Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027. Nach den Vorgaben des Grundgesetzes ist eine weitere Wiederwahl nicht möglich. Wer ihm nachfolgen wird, entscheidet die Bundesversammlung bei der Wahl Anfang des Jahres 2027. Bislang gibt es keine offiziellen Kandidaturen der Parteien.