Hochzeit in der Politik Unions-Politiker Sepp Müller und Wolfgang Stefinger sind verheiratet
Im Deutschen Bundestag gibt es erstmals ein verheiratetes gleichgeschlechtliches Abgeordnetenpaar. Sepp Müller (CDU) und Wolfgang Stefinger (CSU) haben sich das Ja-Wort gegeben und ihre Hochzeit jetzt öffentlich gemacht.
Das Wichtigste im Überblick
- Sepp Müller und Wolfgang Stefinger haben geheiratet
- Paar ist erstes verheiratetes gleichgeschlechtliches Abgeordnetenpaar im Deutschen Bundestag
- Trauung erfolgte standesamtlich am 18. Juni im Wörlitzer Gartenreich und kirchlich am 20. Juni in Wildbad Kreuth
- Beziehung seit 2023 öffentlich
- Zahlreiche Glückwünsche aus Politik, auch von Kritikern der „Ehe für alle“
Erstes verheiratetes Abgeordnetenpaar
Am heutigen Montag veröffentlichten beide mehrere Fotos ihrer Feierlichkeiten in sozialen Netzwerken. Dazu schrieben sie: „Aus dem ,Du und Ich‘ ist jetzt ein ,WIR‘ geworden. Wir haben JA gesagt und freuen uns auf alles, was da kommt.“ Die Feierlichkeiten erstreckten sich über mehrere Tage. Bereits am 18. Juni fand die standesamtliche Trauung im Wörlitzer Gartenreich statt, zwei Tage später folgte der kirchliche Segen in Wildbad Kreuth in Oberbayern. Zu ihrer gemeinsamen Zeit erklärten die beiden: „Hinter uns liegen die wohl emotionalsten Tage unseres Lebens“, so Müller und Stefinger. Es seien Tage voller „purem Glück, Lachen und tiefer Verbundenheit“ gewesen.
Beziehung aus dem politischen Alltag
Kennengelernt hatten sich die beiden im politischen Umfeld. Sepp Müller ist seit 2017 Mitglied des Bundestages und fungiert inzwischen als stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion unter Jens Spahn (CDU). Wolfgang Stefinger sitzt seit 2013 im Bundestag. Er gehörte 2017 zu einer kleinen Gruppe von CSU-Abgeordneten, die für die Einführung der „Ehe für alle“ stimmten. Im Januar 2023 machten beide ihre Beziehung öffentlich und sprachen dabei auch über ihr Coming-Out. Damals hieß es: „Manchmal werden Kollegen zu Freunden. Aus Freundschaft wurde bei uns Liebe. Wir sind glücklich.“
Politische Reaktionen und Besonderheit
Mit der Eheschließung schreiben die beiden auch Parlamentsgeschichte: Sie sind das erste gleichgeschlechtliche Ehepaar, bei dem beide Partner aktive Bundestagsabgeordnete sind. Die „Ehe für alle“ gilt in Deutschland seit 2017. Auffällig war auch die Reaktion aus der Politik. Einer der ersten Gratulanten war der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der 2017 noch gegen die „Ehe für alle“ gestimmt hatte. Er wünschte dem Paar „alles Gute für Euren gemeinsamen Lebensweg“. Auch weitere Glückwünsche folgten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schrieb: „Herzlichen Glückwunsch und alles Gute auf dem gemeinsamen Lebensweg!“ Die Unionsfraktion äußerte sich ebenfalls positiv: „Oh wie schön! Ganz herzlichen Glückwunsch.“ Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) gratulierte zudem mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch sowie Gottes reichen Segen.“