Als David Furnish (64) 1993 bei einer Dinnerparty auf Elton John (79) traf, ahnte er vermutlich noch nicht, welche Bedeutung diese Begegnung für sein weiteres Leben haben würde. Die beiden kamen zusammen und sind seither ein Paar. Ihre Beziehung entwickelte sich zu einer der bekanntesten Partnerschaften der internationalen Prominentenwelt. Furnish erzählte nun mehr über das Kennenlernen und das Leben des Paares.
Das Wichtigste im Überblick
- David Furnish und Elton John lernten sich 1993 bei einer Dinnerparty kennen und sind seitdem ein Paar.
- 2005 gingen sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein, 2014 folgte die Hochzeit.
- Ihr offener Umgang mit ihrer Beziehung machte sie zu einem international bekannten schwulen Paar.
- Furnish beschreibt die gemeinsamen Jahre jetzt als eine Reise, die ohne Vorbilder und gesellschaftliche Selbstverständlichkeit begann.
- Neben ihrem Privatleben engagieren sich beide seit Jahrzehnten für die LGBTIQ+-Community und im Kampf gegen HIV und Aids.
Ehrlich und offen leben
Am 21. Dezember 2005 besiegelten sie ihre Liebe mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Es war der erste Tag, an dem solche Zeremonien in England und Wales rechtlich möglich waren. Neun Jahre später, am 21. Dezember 2014, heirateten sie. Dass sie sich im Laufe der Zeit zum wohl berühmtesten schwulen Paar der Welt entwickelten, sei allerdings nie geplant gewesen. „Es gab keine bewusste Kampagne … oder irgendetwas in dieser Art“, erklärt Furnish jetzt in einem Interview. Vielmehr hätten beide den Wunsch gehabt, ihr gemeinsames Leben ehrlich und ohne Versteckspiel zu führen. „Ich denke, es war eher der Wunsch, unser Leben ehrlich und offen zu leben.“
Für Furnish ist diese Entwicklung auch vor dem Hintergrund seiner eigenen Jugend besonders bedeutsam. Als er in den 1980er-Jahren in Kanada eine Wirtschaftshochschule besuchte, fehlten ihm schwule Vorbilder. „In den 80er-Jahren, einem Jahrzehnt, in dem ich erwachsen wurde und herauszufinden versuchte, wer ich bin, gab es überhaupt keine Vorbilder, an denen ich mich hätte orientieren können“, erinnert er sich. Er habe damals berufliche Ambitionen in der Wirtschaft verfolgt, aber keinen offen schwulen Geschäftsmann oder Philanthropen gefunden, der erfolgreich und zugleich glücklich mit seinem Leben gewesen sei. „Ich konnte einfach niemanden finden.“
Auch sein persönliches Umfeld habe ihm zunächst wenig Zuversicht gegeben. Als er versuchte, sich seiner Mutter gegenüber zu outen, habe sie ihm erklärt, dass ihm vieles von dem, was sie selbst glücklich gemacht habe – darunter Ehe und Kinder –, nicht offenstehen werde. Heute blickt Furnish mit großer Dankbarkeit auf die gesellschaftliche Entwicklung zurück. „Ich habe unglaubliches Glück“, sagt er. „Ich lebe heute in einer Welt, die ich mir damals niemals hätte vorstellen können. Deshalb bedeutet mir das sehr viel: dass sich das Spiel für mich verändert hat.“
Leben in der Öffentlichkeit
Die Bekanntheit Elton Johns als Musiker verschaffte dem Paar eine besondere öffentliche Reichweite. Beide entschieden sich dafür, diese nicht nur für ihre eigene Beziehung, sondern auch für gesellschaftliches Engagement zu nutzen. Furnish sieht in ihrem offenen Umgang mit der Partnerschaft einen wichtigen Teil ihrer gemeinsamen Geschichte. Ihre öffentliche Präsenz habe ihnen eine Plattform gegeben, um auf Themen aufmerksam zu machen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Auch heute versteht sich Furnish als Teil einer Generation, die gesellschaftliche Veränderungen erlebt und mitgestaltet hat. Die Möglichkeit, offen als schwules Paar zu leben, sei keineswegs selbstverständlich gewesen. Gerade deshalb sei es wichtig, die erreichten Fortschritte zu würdigen und weiter für Gleichberechtigung einzutreten.
Engagement gegen HIV und Aids
Ein Schwerpunkt ihres gemeinsamen Engagements ist seit Jahrzehnten der Kampf gegen HIV und Aids. „Elton und ich haben beide die 80er-Jahre überlebt, als es für Menschen mit HIV/AIDS keine Hoffnung gab“, sagt Furnish. Damals hätten sie Freunde verloren und miterlebt, wie Erkrankte isoliert starben, von ihren Familien verlassen und teilweise sogar von Krankenhäusern abgewiesen wurden. „Man kann nicht anders, als davon als schwuler Mann zutiefst geprägt zu werden.“ 1992 wurde die Elton John AIDS Foundation (EJAF) gegründet. Furnish steht der Organisation inzwischen als Vorsitzender vor. Sie zählt heute zu den bedeutenden internationalen Hilfsorganisationen im Kampf gegen Aids.