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Homophobie gegenüber Cavallo Schwuler Kicker spricht erstmals über wahre Umzugsgründe

Von ms - 13.01.2026 - 12:00 Uhr
Homophobie gegenüber Josh Cavallo
Foto: Instagram / joshua.cavallo
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Der australische Fußballspieler Josh Cavallo (26) hat jetzt erstmals erklärt, dass seine Trennung vom Club Adelaide United nicht sportliche Gründe hatte, sondern auf Homophobie innerhalb des Vereins zurückzuführen sei. Der 26-jährige Mittelfeldspieler, der als weltweit erster aktiver Profi in der ersten Liga seine Homosexualität öffentlich machte, äußerte sich in einem ausführlichen Statement auf Instagram dazu.

Homophobie im Club

Cavallo erklärte: „Es hat eine Weile gedauert, bis ich verarbeiten konnte, wie meine Zeit bei Adelaide United endete, aber ich denke, die Fans verdienen Ehrlichkeit. Der Grund, warum ich den Verein verließ, hatte nichts mit Fußball zu tun. Es wurden Entscheidungen von Verantwortlichen getroffen, die mir Chancen verwehrten – nicht aufgrund meines Talents, sondern wegen der Person, die ich liebe. Unter der neuen Leitung wurde klar, dass ich aufgrund von politischen Gründen nicht mehr auf dem Platz stand. Es war schwer zu fassen, als ich merkte, dass mein eigener Verein homophob war.“ Cavallo postete den Text zusammen mit einem Bild, auf dem er mit seinem Verlobten Leighton Morrell küssend auf einem Fußballplatz steht.

Cavallo war 2021 zu Adelaide United gewechselt und absolvierte insgesamt 49 Einsätze. In den letzten beiden Saisons nahm seine Spielzeit jedoch deutlich ab. Offiziell wurden wiederholte Verletzungen als Grund genannt, was Cavallo nun bestreitet. Er ist der Ansicht, dass die Verletzungsgründe nur als Deckmantel für seine Ausgrenzung dienten.

„Ich war enttäuscht, weil viele dachten, ich sei wegen Verletzungen nicht auf dem Platz, aber in Wirklichkeit war es die interne Homophobie, die mich auf der Bank hielt. Ich blieb professionell, hielt meinen Kopf unten und arbeitete hart – darauf bin ich stolz. Doch egal, wie sehr ich mich bemühte, meine Leistungen wurden kontinuierlich ignoriert. Das zog viel Negativität nach sich und beeinflusste mein Wohlbefinden als Profifußballer“, so Cavallo weiter.

Zweifel nach dem Coming Out

Der Spieler sprach auch über die Ängste, die er nach seiner öffentlichen Offenbarung seiner Sexualität hatte. „Dies war genau die Angst, die ich hatte, als ich mich outete – zu sehen, wie Vorurteile meine Karriere beeinflussten. Zum ersten Mal fragte ich mich, ob ich meine Sexualität nicht besser geheim gehalten hätte. Diese Ängste, die ich beim Coming Out hatte, wurden durch die negativen Erfahrungen nur noch verstärkt. Ich fühlte mich sehr isoliert und begann zu zweifeln, ob es ein Fehler war, meine Geschichte zu teilen.“

Cavallo gab auch Einblicke in das, was er als negatives Klima in der Umkleidekabine beschreibt, und berichtete von fehlender Unterstützung seitens des Teams. „Es fühlte sich so an, als ob alles zurückging, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in dem Bereich, von dem ich dachte, er sei sicher. Ein Gruppenchat von Mitspielern, in dem ein Bild von mir und meinem Partner verspottet wurde, verstärkte diesen Schmerz noch.“

Neuanfang in Großbritannien

Im Sommer 2025 zog Cavallo mit seinem Verlobten nach Großbritannien und wechselte zu Peterborough Sports FC. Seitdem hat er wieder regelmäßig Fußball gespielt. „Dieser Neuanfang in Großbritannien hat mir die Möglichkeit gegeben, wieder zu atmen“, erklärte der Fußballer. „Ich hoffe, wieder in der Lage zu sein, mich in den Sport zu verlieben, der mir so viel bedeutet. Trotz der Art, wie alles hinter den Kulissen endete, lasse ich nicht zu, dass es meine Verbindung zu Adelaide und den Fans zerstört. Adelaide ist der Ort, an dem ich meine Flügel gefunden habe. Den Fans danke ich für ihre Leidenschaft und Unterstützung. Ihr habt es verdient, die Wahrheit zu erfahren und Erfolg zu haben. Es war großartig, vor euch zu spielen. Danke.“

Reaktion von Adelaide United

Auf die Vorwürfe reagierte Adelaide United mit einer Erklärung, in der der Verein die Anschuldigungen zurückwies. „Adelaide United hat Kenntnis von der heute auf sozialen Medien veröffentlichten Erklärung von Josh Cavallo. Der Verein zeigt sich äußerst enttäuscht von den gemachten Behauptungen und lehnt diese in aller Deutlichkeit ab, einschließlich der Annahme, dass Adelaide United homophob sei. Alle Entscheidungen bezüglich der Mannschaftsaufstellung basieren ausschließlich auf fußballerischen Kriterien“, hieß es in der Stellungnahme.

Der Verein betonte weiterhin seine Verpflichtung, ein inklusives Umfeld für Spieler, Mitarbeiter und Fans zu fördern. „Adelaide United bleibt stolz auf sein fortlaufendes Engagement zur Förderung von Inklusion im Fußball. Die Stärkung der Inklusion muss auch in Zukunft ein zentrales Anliegen des Spiels bleiben“, so der Verein, der gleichzeitig die Ausrichtung des vierten Pride Cups am kommenden Wochenende gegen Melbourne Victory ankündigte. Als Cavallo den Verein im Mai 2025 verließ, hatte Adelaide United ihn als „Symbol des Mutes“ gewürdigt.

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