Das Netz diskutiert seine „Daddy“-Szene – Andrew Scott erinnert sich vor allem an einen lustigen Vormittag am Set. In „It Gets Worse“ geht der Schauspieler mit Leo Reich ziemlich zur Sache. Jetzt verrät der 50-Jährige im Interview mit Out, warum er bei der provokanten Sexszene keine Berührungsängste hatte.
Das Wichtigste im Überblick
- Andrew Scott spricht erstmals ausführlicher über seine viel diskutierte Szene mit Leo Reich.
- In „It Gets Worse“ spielt er einen Therapeuten, der bei einer sexuellen Begegnung die dominante Rolle übernimmt.
- Gutes Schreiben, überraschende Rollen und Vertrauen zu den Mitspielern sind für Scott entscheidend.
- Die A24-Comedy läuft bei Channel 4 in Großbritannien. Ein deutscher Start ist bislang nicht bestätigt.
„Daddy“ bleibt ganz entspannt
Ein Griff an den Hals, eine ziemlich eindeutige Ansage und ein Spucken in den Mund: Der erste Ausschnitt aus „It Gets Worse“ lieferte reichlich Gesprächsstoff. Scott spielt darin einen Therapeuten, der mit Reichs Figur Ethan eine sexuelle Begegnung hat. Die Aufregung darüber wirkt auf den Darsteller offenbar größer als der Dreh selbst.
Scott erzählt Out, die Arbeit mit Reich habe ihm großen Spaß gemacht. Ihn reizten Figuren, die überraschen und Grenzen überschreiten. Wenn das Drehbuch stimme und er die Menschen möge, mit denen er spiele, wolle er solche Szenen ohne Angst angehen. Ob daraus später ein Internetphänomen werde, lasse sich ohnehin kaum planen.
Vom heißen Priester zum Therapeuten
Als „Hot Priest“ aus „Fleabag“ wurde Scott schon einmal zum Objekt kollektiver Schwärmerei. Im neuen Interview sagt er, dass ihn an solchen Rollen vor allem die Spannung zwischen den Figuren interessiere: das Verhältnis zueinander, die Provokation und das Menschliche hinter dem Sex. Seine trockene Bemerkung dazu: „Die Leute werden beim Thema Sex ein bisschen hysterisch.“
Reichs Serie hat neben dem Begehren noch andere Katastrophen im Angebot. Ethan, Abi und Sam kennen sich seit dem Studium und leben in London. Ein Jahr nach ihrem Umzug läuft wenig nach Plan: Jobs nerven, das Liebesleben enttäuscht, dann will der Vermieter auch noch die Wohnung verkaufen. Die drei müssen sich neu sortieren. Emily Fairn und Olive Gray spielen neben Reich; die Produktion stammt von A24.
Stolz auf sein schwules Leben
Scott spricht im Out100-Interview auch darüber, wie wichtig ihm schwule Freundschaften und queere Räume geworden sind. Mit 50 fühle er sich mit diesem Teil seines Lebens wohler, als er es sich als junger Mann hätte vorstellen können. Out hat ihn zur „Icon of the Year“ ernannt.
Auch beruflich bleibt es vielseitig: Zu seinen nächsten Projekten zählt die Verfilmung von „Sea Wall“. In „It Gets Worse“ darf er vorerst seine unverschämtere Seite zeigen. Die Comedy ist am 22. Oktober in Großbritannien bei Channel 4 gestartet. Ein bestätigter deutscher Sendetermin steht noch aus.