Direkt zum Inhalt
Berlin bewirbt sich um World Pride 2032

Impuls für queere Vielfalt Berlin will sich um World Pride 2032 bewerben

tb - 09.03.2026 - 19:00 Uhr
Loading audio player...

Berlin könnte Gastgeber des World Pride werden: Der Berliner Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) fordert die Bewerbung der Hauptstadt als Austragungsort für das weltbekannte queere Großereignis. Die Initiative setzt auf breite politische und wirtschaftliche Unterstützung und zielt darauf ab, Berlin als weltoffene Metropole nachhaltig zu positionieren.

 

Signal für Sichtbarkeit und Vielfalt

Mit der Bewerbung um den World Pride strebt die LSU einen Meilenstein für die queere Sichtbarkeit in Berlin an. Die Veranstaltung gilt international als bedeutendes Symbol für Freiheit, Akzeptanz und Vielfalt. Laut Angaben der LSU kann der World Pride das internationale Ansehen Berlins stärken und garantieren, dass die Stadt weiterhin als sicherer Hafen für LGBTIQ+-Menschen wahrgenommen wird. Wirtschaftlich erwartet die Interessenvertretung einen starken Impuls für Tourismus, Hotellerie und Einzelhandel. Offizielle Untersuchungen belegen, dass ähnliche Veranstaltungen in anderen Metropolen mehrere Hunderttausend Gäste und direkte Einnahmen in Millionenhöhe generiert haben.

 

Unterstützung von Szene und Politik entscheidend

Der Vorschlag stößt bei Berliner Community-Akteuren auf positive Resonanz. Thomas Hoffmann, Vorstandsmitglied des CSD Berlin, betont, ein World Pride würde hervorragend zur „Regenbogenhauptstadt Berlin“ passen und könnte eine neue Ära eröffnen. Angestrebt wird eine Bewerbung für 2032 – unter der Bedingung, dass Stadt, Land und private Unternehmen ausreichende finanzielle Mittel bereitstellen. Deutschlandweit wächst die Hoffnung, mit dem Event ein Zeichen gegen erstarkenden Queerfeindlichkeit zu setzen und zugleich die lokale Wirtschaft zu beleben. Erlebnisse der letzten Prides in Städten wie Kopenhagen oder New York zeigen, dass Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit sowohl Communitys als auch die gesamte Gesellschaft stärken.

 

Strategische Einbindung in „Berlin 2030+“

Die Initiative versteht sich als Teil der langfristigen Strategie „Berlin 2030+“, die weitere internationale Großereignisse wie Olympische Spiele, Expo oder Bauausstellungen nach Berlin holen möchte. Die konsequente Verknüpfung von gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Zielen könnte Berlin europaweit zum Vorbild machen. Die Entscheidung über die Ausrichtung fällt in den nächsten Jahren und hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aller Beteiligten ab.

 

Berlin als Zukunftslabor für Vielfalt?

Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, würde der World Pride zum Testfeld für inklusive Eventpolitik und ein Signal an queere Menschen in ganz Europa. Die offene Frage bleibt, ob es gelingt, die nötigen Ressourcen und die politische Einigkeit zu mobilisieren. Die Vorbereitung auf ein internationales Fest der Vielfalt steht damit vor spannenden Herausforderungen und Chancen.

Anzeige

Auch Interessant

Kommunalwahl in Bayern

Wo bleibt ein echter Aktionsplan?

In Bayern stehen die Kommunalwahlen an - was sagt die LGBTIQ+-Community dazu? Und wann kommt jetzt eigentlich der Aktionsplan?
Landtagswahl im Ländle

Wichtige Themen für die Community

Am 8. März wird in Baden-Württemberg gewählt - was bedeutet das für die LGBTIQ+-Community? Und welche Projekte sind derzeit besonders wichtig?
Besondere Verbundenheit

Freundschaft unter schwulen Männern

Freundschaft unter schwulen Männern? Ganz ohne Sex? Ja, das gibt es - und es ist eine wirklich gute Sache, die allerdings gepflegt werden will.
Schwule Männer mit Haaren

Besonderes Objekt der Begierde

Schwule Männer mit Haaren haben seit langem eine besondere Stellung in der Community inne. Doch woher kommt die haarige Leidenschaft?
Vielfalt in Lüneburg

Stadtplaner setzt sich durch

Jean Luc Reme Jabiro, ein gebürtiger Ruander, wurde zum 22. schwulen Heidekönig in Lüneburg gewählt.
Die Geschichte des Kondoms

Bis heute wichtig - oder überholt?

Wir feiern den Tag des Kondoms. Doch ist der Gummi wirklich so out in der Community wie vielerorts gedacht? Und: Ist das wirklich sinnvoll?
Christopher Isherwood

Wegbereiter der Community

Der schwule Schriftsteller Christopher Isherwood ist bis heute eine der großen Stimmen der Community. Er verstarb im Januar vor 40 Jahren.