Direkt zum Inhalt
Verbot im Radsport
ANZEIGE

Verbot im Radsport Trans-Frauen hätten erheblichen Leistungsvorteil gegenüber biologischen Frauen!

ms - 31.05.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Bereits mehrere internationale Sportverbände beispielsweise beim Triathlon, im Schwimmsport oder auch beim Rugby haben in den letzten Monaten nach eingehenden Untersuchungen Trans-Frauen vom Frauensport-Wettkämpfen ausgeschlossen. Zu groß seien nach Ansicht mehrerer Studien die physischen Vorteile von Trans-Frauen gegenüber biologischen Frauen. Dieser Entscheidung schloss sich jetzt nach einer neunmonatigen Überprüfungsphase auch der britische Radsport an.

Entscheidung beruhe auf Fairness

Der Dachverband British Cycling erklärte, dass seine neue Teilnahmepolitik „auf Fairness beruht“ und transsexuelle Sportler stattdessen in einer „offenen Kategorie“ mit Männern antreten können. Die weibliche Kategorie indes wird ausschließlich „für diejenigen sein, deren Geschlecht bei der Geburt weiblich zugewiesen wurde“. Trotzdem bleibe es Trans-Frauen natürlich frei, weiterhin am Freizeit- und Gemeinschaftsradsport ohne Wettkämpfe teilnehmen. Die Änderungen werden bis Ende dieses Jahres in Kraft treten und alle britischen Wettkämpfe im Radsport betreffen.

Erheblicher Leistungsvorteil trotz Testosteron-Unterdrückung

Zuvor war der Dachverband dazu aufgefordert worden, Trans-Frauen in die Wettkämpfe zu integrieren – ausschlaggebend dabei war der Testosteronspiegel der Athletinnen. Dies habe aber laut British Cycling zu viel „Unsicherheit und Verärgerung“ geführt, gerade auch deswegen, weil wissenschaftliche Studien klar aufgezeigt hätten, dass Trans-Frauen auch dann einen erheblichen Leistungsvorteil haben, selbst wenn ihr Testosteron unterdrückt werde.

Für die bisherigen Verunsicherungen entschuldigte sich der Dachverband ausdrücklich bei allen Mitgliedern: „Wir haben uns verpflichtet, unseren Gemeinschaften zuzuhören und mit unseren anderen Sportverbänden zusammenzuarbeiten, um Veränderungen in der wissenschaftlichen und politischen Landschaft zu beobachten und sicherzustellen, dass der Sport für alle inklusiv ist. Wir haben unsere Entscheidung offen und transparent mit der UCI (Union Cycliste Internationale) besprochen und werden mit ihr zusammenarbeiten, um eine nahtlose Umsetzung in den kommenden Monaten zu gewährleisten."

Trans-Sportlerin spricht von „böswilligen Akteuren“

Kritik kam von der transsexuellen Radsportlerin Emily Bridges, die erklärte, die Diskussionen des Dachverbandes seien von „böswilligen Akteuren“ geführt worden. Der britische Verband würde nichts für die Vielfältigkeit im Radsport tun, wobei dieser „immer noch eine der weißesten und heterosexuellsten Sportarten da draußen“ ist. Bridges trat zunächst in den Junioren-Männerwettbewerben an, bevor sie sich 2020 als trans outete und mit ihrer Transition begann. Seitdem war sie bei den Damenwettkämpfen angetreten, dies ist nun nicht mehr möglich. Bereits 2022 hatte der Weltverband im Radsport UCI ihr die Teilnahme an Profirennen untersagt, weil sie einen deutlich zu hohen Testosteronspiegel aufwies.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.