Direkt zum Inhalt
Danke. Aber Nein Danke!

Danke! Aber Nein Danke! Die Zeiten für LGBTI* haben sich geändert, so der bisexuelle Schauspieler

ms - 30.01.2023 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Der bisexuelle, britisch-amerikanische Schauspieler Alan Cumming hat seine Auszeichnung "Officer of the British Empire", kurz OBE, zurückgegeben. Der Ritterorden war ihm zum Geburtstag der Queen im Jahr 2009 für seinen Einsatz für die Gay-Community verliehen worden – doch jetzt haben sich laut Cumming die Zeiten geändert.

Ein Blick zurück in die schwul-lesbische US-Geschichte

Anlässlich seines 58. Geburtstages hatte sich Cumming jetzt zu diesem Schritt entschlossen und erklärte, dass er damals “unglaublich dankbar“ über die Auszeichnung gewesen wäre, er aber inzwischen gemerkt habe, dass er die Auszeichnung nicht nur für seine Arbeit als Schauspieler, sondern auch für seinen "Aktivismus für gleiche Rechte für die schwule und lesbische Gemeinschaft in den USA" erhalten habe.

Als Cumming seine Auszeichnung verliehen bekommen hatte, verhinderte noch der Defense of Marriage Act gleichgeschlechtliche Ehen, “Don't Ask, Don't Tell“ war in den US-Streitkräften noch nicht abgeschafft worden und es gab auch ein kein Bundesgesetz zum Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe. Damals hatte er noch erklärt, dass der Kampf für die Gleichberechtigung der Gay-Community in den USA  etwas sei, das ihm sehr am Herzen liege und er die Auszeichnung als Ermutigung verstehe, weiterzukämpfen. Damals sei Großbritannien aber auch noch ein Vorbild für andere Länder gewesen.

Die Giftigkeit des heutigen Empire

Nach dem Tod der Königin und den anschließenden Diskussionen über die Monarchie sowie darüber, wie das britische Empire auf Kosten der indigenen Völker profitiert und diese getötet habe, fasste Cumming nun den Entschluss, die Auszeichnung zurückzugeben. "Glücklicherweise haben sich die Zeiten und die Gesetze in den USA geändert, und der große Nutzen, den der Preis 2009 für die LGBTI*-Sache gebracht hat, ist jetzt weniger stark als die Bedenken, die ich habe, mit der Giftigkeit des Empire in Verbindung gebracht zu werden." Er beendete seine Erklärung mit den Worten: "Also habe ich meinen Preis zurückgegeben, meine Gründe erklärt und meine große Dankbarkeit dafür bekräftigt, dass ich ihn überhaupt bekommen habe. Jetzt bin ich wieder der gute alte Alan Cumming!“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Hitzewelle und Schwule

Glitzerhitze in der Stadt

Wenn die Stadt bei 35 Grad zerfließt, fallen an Pride-Tagen die letzten Hüllen. Richtig cool bleiben dabei vor allem schwule Jungs mit viel Humor.
Serienmorde an Schwulen

Cold Case in San Francisco

Die Polizei in San Francisco sucht mit neuer Intensität nach einem Serienmörder aus den 1970er-Jahren. Opfer waren mindestens sechs schwule Männer.
Verbot in den Niederlanden

Strafen für Konversionstherapien

Die Niederlande verbieten Konversionspraktiken gegen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität und verschärfen damit den Schutz von Betroffenen.
Historischer WM-Einsatz

Brooke Mayo schreibt Geschichte

Mit Brooke Mayo wird erstmals eine offen homosexuelle Spieloffizielle bei einer Männer-Fußballweltmeisterschaft auf dem Platz stehen.
Premiere in der Karibik

Kréyòl Pride in Guadeloupe

Mit der ersten Kréyòl Pride will die LGBTIQ+-Community in Guadeloupe ein Zeichen für Zusammenhalt, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Teilhabe setzen.
Rotstift in der EU

Sorge um HIV-Prävention

Kürzungen bei EU-Fördermitteln gefährden nach Ansicht zahlreicher Fach-Organisationen die HIV-Prävention und Versorgung in Europa.
Plattform für Sichtbarkeit

Kampfansage an Floridas Regierung

Mitten in den politischen Auseinandersetzungen um Diversität und Inklusion startet in Florida eine neue digitale Plattform für die LGBTIQ+-Community.
Hilfe für queere Flüchtlinge

Neues Projekt des LSVD+

Mit einem neuen bundesweiten Projekt will der LSVD+ die Integration und gesellschaftliche Teilhabe queerer Flüchtlinge in Deutschland stärken.
Streit in der Community

Neues Gesetzesvorhaben in Italien

Eine neue Schutz-Gesetzesinitiative von konservativen LGBTIQ+-Vereinen sorgt in Italien derzeit für viel Streit innerhalb der Community.