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Der Nikolaus // © vvg
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Im Interview Der Nikolaus

vvg - 06.12.2018 - 07:00 Uhr
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Lieber Nikolaus, ist das eigentlich dein Nickname und darf ich dich duzen?
Selbstverständlich ist das mein richtiger Name, so bin ich auch weltweit im Internet zu finden. Natürlich darfst du mich duzen und da ich keine Diva bin, darfst du mich ruhig Klaus nennen. Nur wenn du unartig wirst, werde ich schnell zum Nikolaus.

Bevor es in die aktive Phase am 6. Dezember geht, wie hast du den langen heißen Sommer verbracht?
Ich habe nackig in der Sonne von Gran Canaria gelegen und meinen Bart bleichen lassen, damit er im Dunkeln besser leuchtet. Und darüber nachgedacht, wie ich ein Strahlen in die Gesichter der Beschenkten zaubern werde.

Seit wann und wie bereitest du dich auf den 6. Dezember vor?
Eigentlich bin ich immer gut vorbereitet, aber jetzt habe ich meinen roten Mantel frisch gebügelt, meine Glocken poliert, den Bart frisch gewichst und die Rute bereit gestellt. Übrigens: Auf Gran Canaria habe ich abgenommen; letztes Jahr bin ich einmal im Kamin stecken geblieben; das war mir sehr peinlich.

Du machst immer nur Stippvisiten. Wie unterscheidest du die braven von den bösen Buben?
Ich komme immer erst in der Nacht: bei den braven stehen die Schuhe sauber geputzt und frisch poliert vor der Tür, so wie ich es erwarte. Die bösen liegen meistens in freudiger Erwartung mit ihren Lederstiefeln im Bett.

Holst du dir auch Informationen aus dem Internet, oder bei Facebook?
Natürlich kenne ich meine Pappenheimer und kontrolliere ihre Profile auf ihren Wahrheitsgehalt. Für jede Lüge sei es bei Zentimetern, Kilos oder Lebensjahren gibt es einen Extra-Schlag mit der Rute.

Mit was überrascht du die braven Jungs?
Den braven Jungs fülle ich die Schuhe mit Geschenken, Naschereien und Selbstgebackenem und wenn sie noch wach sind und mich mit einem Gedicht oder einem Lied überraschen, dürfen sie sich auch auf meinen Schoß setzen und ein Selfie mit mir machen.

Und was hast du dir für die bösen Buben einfallen lassen?
Mit den bösen muss ich erst einmal ein ernstes Wörtchen reden, bevor ich persönlich Hand anlege und die Rute zum Einsatz bringe. Wenn sie geloben sich zu bessern, bekommen sie einen Nussknacker von mir.

Gibt es auch Freiwillige, die anstatt Zuckerbrot lieber die Rute bevorzugen?
Leider ja. Ich habe sogar festgestellt, je älter sie werden, desto öfter brauchen sie die harte Tour. Pain is so close to pleasure!

Was erwartest du von denen, die du besuchst?
Zum einen, dass sie keine Angst vor mir haben. Zum anderen, dass sie Respekt vor älteren Menschen haben und tolerant ihren Mitmenschen gegenüber sind.

Böse Zungen behaupten, du bist ein Schuhfetischist...
Nur weil ich verlange, dass die Schuhe vor die Tür gestellt werden sollen? Nein, ich möchte nur, dass man wenigstens einmal im Jahr die Schuhe selber putzt; die dann noch großzügig gefüllt werden. Leider komme ich ja nur einmal im Jahr...

Du hast Kontakt zu deinem treuen Gehilfen, dem Knecht Ruprecht; wie nahe steht ihr euch eigentlich?
Diese Frage darfst du gerne „Batman und Robin“ sowie „Ernie und Bert" stellen, bei mir gibt es darauf keine Antwort. Im Übrigen: Die Stelle für meinem Knecht ist momentan wieder neu zu besetzen.

Wir interviewen dich ja für ein Gay-Magazin; also theoretisch könntest du dich jetzt outen.
Okay, ich rück mal mit der Wahrheit raus: Ein Drittel aller Süßigkeiten nasche ich beim Verteilen selber. Die Verführung ist einfach zu groß.

Dein Bart ist Legende, gibt es auch bärtigen Nachwuchs?
Es gibt momentan soooo viele gutaussehende Typen, die einen Bart tragen, das macht Hoffnung. Bei vielen ist es aber nicht Überzeugung, sondern nur ein Modetrend. Wahrscheinlich bin ich da das große Vorbild und alle wollten so sein wie ich. Viele färben auch den Bart; da kann ich nur sagen: Meiner bleibt echt.

Danke lieber Nikolaus und beim Rausgehen findest du meine Schuhe.

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