Trans-Verbote Mehr als 300 Anti-LGBTI*-Gesetze sind aktuell in Planung
Es ist schon ein bitteres Signal, dass sich ausgerechnet in der internationalen Woche der Trans-Sichtbarkeit zwei weitere Bundesstaaten in den USA gegen die trans-Community positioniert haben. So unterzeichnete nun auch der Gouverneur von Oklahoma einen Gesetzentwurf, der trans-Mädchen künftig die Teilnahme am Schulsport sowie an Wettkämpfen in der Highschool und im College verbietet. Dabei geht der neue Gesetzestext sogar soweit, dass er von allen Eltern eine eidesstattliche Erklärung verlangt, in der sie das, bei der Geburt registrierte Geschlecht ihres Kindes bestätigen müssen. Zuvor hatte das Gesetz auch das republikanisch kontrollierte Repräsentantenhaus und den Senat passiert. Gouverneur Kevin Stitt dazu: "Wenn es um Sport und Leichtathletik geht, sollten Mädchen gegen Mädchen und Jungen gegen Jungen antreten."
Das neue Gesetz firmiert unter dem Namen „Save Women´s Sports“ und wurde auch ähnlich einer Rettungsaktion medial in Szene gesetzt. Oklahoma ist damit der 13. US-Bundesstaat, der im Rahmen der jüngsten Welle von Anti-Transgender-Gesetzen ein Verbot für die Teilnahme von trans-Mädchen am Schulsport erlässt. Vor dem Büro des Gouverneurs demonstrierten einige trans-Aktivisten mit Schildern, auf denen zu lesen stand: "Wie fühlt es sich an, Kinder zu schikanieren, die Unterstützung brauchen?" Die trans-Aktivistin Cara Kleber kommentierte den feierlichen Akt so: "Sie werden transsexuelle Kinder nicht daran hindern, Sport zu treiben, Spaß zu haben oder ihr Leben zu leben. Was sie mit diesem Gesetz tun werden, ist, ihnen zu sagen, dass sie nicht gleich sind, dass sie nicht geliebt werden und dass man sich nicht um sie kümmert."
Ähnlich negative Signale kommen auch aus Arizona – hier unterzeichnete Gouverneur Doug Ducey ein neues Gesetz, das geschlechtsangleichende Operationen bei minderjährigen trans-Menschen verbietet. Die American Civil Liberties Union signalisierte, dass sie das Verbot vor Gericht anfechten würde, und erklärte zudem, dass "die Regierung unsere Rechte nicht kampflos verletzen kann". Kritisiert wird auch, dass das OP-Verbot mehr eine wahlkampfstrategische Entscheidung zur Stärkung der konservativen Wählerschaft ist – bereits heute kommt es nur extrem selten zu geschlechtsangleichenden Operationen bei Jugendlichen.
Die Signalwirkung an die trans-Community dürfte indes viel schwerwiegendere Folgen haben – laut den jüngsten Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC sind rund zwei Prozent der Highschool-Schüler transsexuell. Gleichzeitig weist die Human Rights Campaign darauf hin, dass mehr als 300 Gesetzesentwürfe derzeit die Gesetzgebungen der Bundesstaaten durchlaufen und sich gezielt gegen die LGBTI*-Community richten.