Direkt zum Inhalt

Gesetze in Litauen Bald ist die Namensänderung ohne angleichende OP möglich

Von co - 05.01.2022 - 14:00 Uhr
Bald ist die Namensänderung ohne angleichende OP möglich
Foto: © Vladimir Vladimirov
ANZEIGE
Loading audio player...

Bisher konnten inter* und trans* Personen in Litauen nur ihren offiziellen Namen ändern, wenn sie eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich hatten. Ab dem 2. Februar ist das anders, denn Justizministerin Evelina Dobrovolska unterzeichnete noch am 31. Dezember ein entsprechendes Gesetz, dessen Entwurf schon lange vorlag.

Späte Umsetzung eines Gerichtsurteils

Fast 15 Jahre ist es her, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschied, dass Litauens bisherige Regelung umgehend überarbeitet werden müsse. Das Justizministerium bezeichnete das Gesetz laut Delfi als „wichtigen Schritt zur Teil-Implementierung“ des Gerichtsurteils und zur „Konsolidierung von Menschenrechts-Standards“. Mit dem neuen Gesetz wird die Namensänderung zwar einfacher, doch trans* und inter* Personen brauchen noch immer eine Bescheinigung von einer litauischen oder europäischen Einrichtung, die ihnen die „Diagnose Transsexualität“ bestätigt.

Der damalige Fall

2007 gewann ein 28-jähriger trans* Mann ein Verfahren gegen Litauen: Das Land wollte ihm keine Papiere mit dem korrekten Geschlecht ausstellen. Sieben Richter:innen entschieden damals, dass Litauen innerhalb von drei Monaten neue Gesetze erlassen oder Strafe zahlen müsse. Zwar erkannte Litauen das Recht von trans* Personen an, ihr Geschlecht und ihren Personenstand zu ändern, doch durch eine Gesetzeslücke war dazu eine Geschlechtsangleichung notwendig. Leider gab es laut PinkNews nicht einmal geeignete medizinische Einrichtungen im Land, die einigermaßen zugänglich waren.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ermittlungen in Arizona

Polizei beschlagnahmt Waffen

Ein 32-Jähriger soll mit einer Attacke auf eine Pride-Parade gedroht haben. Ermittler fanden Waffen. Die Festnahme erfolgte am 12. Oktober.
Heiße Heated Rivalry-Stars

TV-Serie räumt Nominierungen ab

Die „Heated Rivalry“-Stars Hudson Williams und Connor Storrie sind bei den Grindr Awards gleich mehrfach für ihre sexy Körper nominiert.
Ferran Torres leicht bekleidet

Fußballstar polarisiert mit Fotos

Spaniens Fußballstar Ferran Torres sorgt mit einer freizügigen Unterwäschekampagne für Aufsehen – und entfacht erneut Diskussionen in sozialen Medien.
Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.
Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.