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Olaf Möller // © privat
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Olaf Möller „Niemand kann das Pandemiegeschehen 100% sicher voraussagen, aber wir sind sehr zuversichtlich“

km - 01.08.2021 - 10:00 Uhr
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Bereits 2020 musste das zweitägige lesbisch-schwule Stadtfest in Berlin-Schöneberg, welches mit mehr als 350 000 Besuchern das größte seiner Art in Europa ist, ausfallen. Auch dieses Jahr wurde das Event in den Oktober verschoben und nun schweren Herzens abgesagt. So soll es nun am 16. und 17. Juli 2022 zum 28. Mal stattfinden. SCHWULISSIMO hat darüber mit Olaf Möller, dem Vorstand des Regenbogenfonds e.V. gesprochen:

Wie kam es zur Entscheidung das LGBTI* Stadtfest zu verschieben?
Aufgrund der Pandemielage und aufgrund des langen Planungsvorlaufs einer solch großen Veranstaltung sahen wir uns bereits im Frühjahr dazu veranlasst, dass Stadtfest auf Anfang Oktober zu verschieben. Nun bedurfte es einer erneuten Entscheidung, die wir schweren Herzens haben treffen müssen: die Absage für 2021 sowie die Verschiebung auf den regulären Termin im Juli 2022. Eine Veranstaltung mit 350.000 Besuchern, selbst mit der Hälfte der Gäste wegen fehlender Touristen, ist unter den aktuellen Bedingungen leider immer noch nicht durchführbar. 
Laut der aktuellen Corona-Beschränkungen in Berlin sind Großveranstaltungen nur mit bis zu 25.000 Teilnehmenden erlaubt, allerdings auch nur unter Bedingungen wie Impfnachweis oder negativer Schnelltest.

Wie zuversichtlich seid ihr für das Jahr 2022?
Auch im Frühjahr 2022 müssen wir uns entscheiden, ob wir das Stadtfest durchführen können. Derzeit sieht es ja so aus, dass mit der Durchimpfung sich auch große Veranstaltungen eines Tages wieder durchführen lassen. Niemand kann das Pandemiegeschehen 100% sicher voraussagen, aber wir sind sehr zuversichtlich. 

Das Fest ist nun leider zum zweiten Mal verschoben worden. Welcher Rattenschwanz hängt da mit dran – also was sind die Folgen? (Finanzierung, Sponsoren, Gäste, Künstler*innen, fehlende Sichtbarkeit usw.)
Zunächst hat der Verein Regenbogenfonds e.V. keinerlei Einnahmen, um Büro/Mitarbeiter/Sonstiges zu zahlen, hier hat der aktuelle Berliner Senat wegen unzureichender Corona-Hilfen etwas unterstützt. Entscheidender ist aber, dass unsere Mitglieder – Wirte, Shops, Sonstige – die sonst guten Umsätze einer so vollen Veranstaltung nicht haben. Was das für die eh schon arg gebeutelten Bars, Geschäfte etc. bedeutet, kann man sich denken. Auch vermuten wir, dass Einnahmen durch Standmieten oder Sponsoren ab 2022 abnehmen könnten, da bei vielen das Geld dafür nach Jahren der Pandemie nicht mehr so locker sitzt. 

Die fehlende Sichtbarkeit ist für die gesamte Community schädlich, das zeigen die ständigen homophoben Angriffen, von denen man leider immer wieder lesen muss. 

Was vermisst ihr am meisten nachdem das Fest zweimal ausgefallen ist?
Die Gäste! Euch! Das Zeigen von unserer bunten Vielfalt, jede*r kann so sein, wie er/sie will. Das Begegnen, der Spaß, das gemeinsame Feiern und Erleben – und für die Anrainer ohne Frage: die Umsätze in schwierigen Zeiten.

Kann man das Stadtfest trotzdem in irgendeiner Form dieses Jahr unterstützen?
Wir haben zwar nicht direkt zu Spenden oder Sponsoring in 2020 und 2021 aufgerufen, hier hat wie beschrieben der aktuelle Senat etwas unterstützt. Wenn aber Unterstützung angeboten würde, auch in Voraussicht weiterer Veranstaltungen, freuen wir uns natürlich!
 

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