Lange wurde ausgezählt und nachkontrolliert, nun steht fest: Der US-Kongress könnte 2027 so viele offene LGBTIQ+-Mitglieder haben wie nie zuvor. Nach Auswertung der Ergebnisse der Zwischenwahlen 2026 zeichnet sich eine Gesamtzahl von mindestens 17 Abgeordneten und Senatoren ab. Bislang gehören dem Kongress 14 offene LGBTIQ+-Mitglieder an. Drei von ihnen scheiden aus, mindestens sechs neue kommen hinzu.
Das Wichtigste im Überblick
- Mindestens 17 offene LGBTIQ+-Mitglieder werden dem neuen US-Kongress voraussichtlich angehören.
- Neun offene LGBTIQ+-Mitglieder des Repräsentantenhauses wurden wiedergewählt.
- Sechs neue LGBTIQ+-Politiker gewannen ihre Wahlen, darunter Scott Wiener in Kalifornien.
- Drei bisherige Abgeordnete scheiden aus dem Repräsentantenhaus aus.
- Auch im Senat gibt es mit Chris Pappas aus New Hampshire einen neuen LGBTIQ+-Abgeordneten.
LGBTIQ+ im Repräsentantenhaus
Alle neun offenen LGBTIQ+-Mitglieder des Repräsentantenhauses, die sich zur Wiederwahl gestellt hatten, konnten ihre Mandate verteidigen. Dazu gehören Becca Balint (Demokraten, Vermont), Sharice Davids (Demokraten, Kansas), Robert Garcia (Demokraten, Kalifornien), Sarah McBride (Demokraten, Delaware), Mark Pocan (Demokraten, Wisconsin), Emily Randall (Demokraten, Washington), Eric Sorensen (Demokraten, Illinois), Mark Takano (Demokraten, Kalifornien) und Ritchie Torres (Demokraten, New York). Drei bisherige Mitglieder werden dem Repräsentantenhaus im kommenden Jahr dagegen nicht mehr angehören. Angie Craig aus Minnesota hatte für den Senat kandidiert, verlor jedoch die parteiinterne Vorwahl. Julie Johnson aus Texas verlor durch einen Neuzuschnitt der Wahlkreise ihren bisherigen Wahlkreis. Everton Blair aus Georgia hatte Anfang des Jahres noch eine Nachwahl gewonnen, scheiterte später aber bei der Vorwahl für die reguläre Wahl.
Sechs neue LGBTIQ+-Politiker gewählt
Sieben LGBTIQ+-Kandidaten traten gegen amtierende Abgeordnete an oder bewarben sich um einen vakanten Sitz. Sechs von ihnen gewannen ihre Wahlen. Bei Chris Gallant in New York wird dagegen eine Niederlage prognostiziert. Zu den Wahlsiegern gehören Cait Conley aus New York, JD Ford aus Indiana, JoAnna Mendoza aus Arizona, Jeremy Moss aus Michigan und Marnie von Wilpert aus Kalifornien. Als zuletzt bekannt gegeben wurde auch der Wahlsieg von Scott Wiener aus Kalifornien. Auch im Senat gibt es Veränderungen: Die demokratische Senatorin Tammy Baldwin aus Wisconsin stand nicht zur Wiederwahl. Der bisherige Abgeordnete Chris Pappas aus New Hampshire gewann dagegen seinen Wahlkampf um einen Sitz im Senat. Eine weitere Veränderung betrifft das US-Repräsentantenhaus: Die nicht stimmberechtigte Delegierte der US-Jungferninseln wird künftig die offen LGBTIQ+-zugehörige Politikerin Janelle Sarauw sein.
Bisherige Rekorde übertroffen
Der US-Kongress besteht aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat. Er ist für die Verabschiedung von Bundesgesetzen und die Festlegung des Bundeshaushalts zuständig. Nach der Wahl 2020 waren insgesamt elf offene LGBTIQ+- Kongressmitglieder als damaliger Höchststand in der Geschichte der USA bezeichnet worden. Im Jahr 2023 wurde der Kongress bereits als „der queerste aller Zeiten“ beschrieben. Damals gehörten ihm 13 LGBTIQ+-Mitglieder an. Mit mindestens 17 offenen LGBTIQ+-Mitgliedern könnte der 2027 zusammentretende Kongress diesen bisherigen Rekord erneut deutlich übertreffen. Die Erwartungen aus der Community indes sind hoch, dass sich das Wahlergebnis auch positiv in der Politik für Homosexuelle und queere Menschen niederschlägt.