Rund 11,26 Millionen Schüler besuchten im Schuljahr 2025/2026 eine allgemeinbildende oder berufliche Schule in Deutschland. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Rund 22 Prozent davon definieren sich inzwischen laut der jüngsten Ipsos-Studie als homosexuell, bisexuell oder queer, in Summe rund 2,48 Millionen Schüler. Für viele gehört dabei Mobbing und Anfeindungen zum Alltag.
Das Wichtigste im Überblick
- Mehr als elf Millionen Schüler: Im Schuljahr 2025/2026 besuchten rund 8,99 Millionen Kinder und Jugendliche allgemeinbildende Schulen, weitere 2,26 Millionen berufliche Schulen.
- LGBTIQ+-Anteil unter jungen Menschen: Laut der letzten Ipsos-Studie ordnen sich 22 Prozent der Schüler als homosexuell, bisexuell oder queer ein, umgerechnet rund 2,48 Millionen Schüler.
- Gewalt und Diskriminierung: Nach den Ergebnissen der letzten FRA-Studie berichten 70 Prozent der LGBTIQ+-Schüler von Angriffen oder Anfeindungen. Der Anteil liegt über dem europäischen Durchschnitt.
- Viele verbergen ihre Identität: 52 Prozent der betroffenen Schüler gaben an, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität in der Schule zu verbergen. Nur 28 Prozent erleben dort Unterstützung.
Daten des Statistikamtes
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 8.998.200 Schüler an rund 32.800 allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Damit entfielen knapp 80 Prozent aller Schüler auf diesen Bildungsbereich. Weitere 2.258.000 junge Menschen besuchten eine der rund 8.300 beruflichen Schulen in Deutschland. An den allgemeinbildenden Schulen besaßen 7.529.500 Schüler die deutsche Staatsangehörigkeit. Das entsprach einem Anteil von 84 Prozent. Die übrigen 1.468.700 Schüler beziehungsweise 16 Prozent hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Der überwiegende Teil wurde an öffentlichen Schulen unterrichtet. Insgesamt besuchten rund 8.179.300 Schüler und damit 91 Prozent eine öffentliche allgemeinbildende Schule. Auf private Einrichtungen entfielen etwa 818.800 Schüler beziehungsweise neun Prozent.
Der Anteil ausländischer Schüler unterschied sich erheblich zwischen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen. An öffentlichen allgemeinbildenden Schulen hatten rund 6.770.600 Schüler die deutsche Staatsangehörigkeit. Das entsprach 83 Prozent. Weitere 1.408.700 Schüler beziehungsweise 17 Prozent besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit. An privaten allgemeinbildenden Schulen lag der Anteil der Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit dagegen bei rund sieben Prozent. Insgesamt betraf dies etwa 60.000 Schüler. Ein ähnliches Bild zeigt sich an den beruflichen Schulen. Dort hatten rund 1.827.600 Schüler beziehungsweise 81 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. Weitere 430.100 Schüler und damit 19 Prozent besaßen ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Etwa 2.023.700 Schüler besuchten eine öffentliche berufliche Schule. Das entsprach rund 90 Prozent. An privaten beruflichen Schulen wurden rund 234.300 Schüler unterrichtet, was einem Anteil von etwa zehn Prozent entsprach.
Schulabschlüsse in Deutschland
Im Schuljahr 2025/2026 wurden bundesweit 811.200 Kinder eingeschult. Im Vorjahr waren es noch 829.700 gewesen. Damit ging die Zahl der Einschulungen um rund zwei Prozent zurück. Im Abschlussjahr 2025 verließen insgesamt 769.000 Schüler die allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. Davon erreichten 228.700 die Allgemeine Hochschulreife und damit das Abitur. Rund 339.800 Absolventen schlossen ihre Schullaufbahn mit einem Mittleren Schulabschluss ab, beispielsweise dem Realschulabschluss. Weitere 134.800 Schüler erreichten einen Ersten Schulabschluss, zu dem unter anderem der Hauptschulabschluss gehört. Ohne einen Schulabschluss verließen 64.900 junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen.
Bei den Schulabschlüssen zeigen die amtlichen Daten erhebliche Unterschiede nach Staatsangehörigkeit. Unter den Absolventen mit Allgemeiner Hochschulreife hatten lediglich fünf Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den Schülern mit Mittlerem Schulabschluss lag dieser Anteil bei 13 Prozent. Unter den Absolventen mit Erstem Schulabschluss besaßen 25 Prozent ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Besonders hoch war der Anteil bei den Schulabgängern ohne Schulabschluss. Hier hatten 35 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahlen beschreiben die Verteilung der Abschlüsse nach Staatsangehörigkeit. Über die Ursachen dieser Unterschiede geben sie allein keine Auskunft. An den allgemeinbildenden Schulen waren außerdem im Schuljahr 2025/2026 insgesamt rund 760.300 Lehrkräfte beschäftigt. Die große Mehrheit war weiblich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten dort rund 556.800 Lehrerinnen, was einem Anteil von 73 Prozent entsprach.
Mobbing gegen LGBTIQ+-Schüler
Neben der allgemeinen Entwicklung des Schulsystems rückt die Situation homosexueller, bisexueller, trans* und queerer Schüler zunehmend in den Mittelpunkt. Denn während die Schulen Millionen junger Menschen ausbilden, berichten zahlreiche Betroffene von Ausgrenzung, Beschimpfungen und Angriffen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Besonders problematisch ist dabei, dass solche Erfahrungen nicht nur außerhalb des Unterrichts, sondern auch innerhalb der Schulen auftreten können. Mobbing kann unterschiedliche Formen annehmen. Dazu gehören homophobe Beleidigungen, abwertende Bemerkungen, die Verbreitung von Gerüchten, gezielte soziale Ausgrenzung und körperliche Übergriffe. Auch im Internet können Anfeindungen fortgesetzt werden, etwa durch beleidigende Nachrichten, die Veröffentlichung privater Informationen oder gezielte Demütigungen in sozialen Netzwerken. Für betroffene Schüler kann dies bedeuten, dass die Belastung nach Unterrichtsschluss nicht endet.
Angst, Anfeindungen, Angriffe
Besonders besorgniserregend sind die Ergebnisse einer Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur FRA. Demnach berichten 70 Prozent der LGBTIQ+-Schüler in Deutschland von Angriffen oder Anfeindungen. Der Anteil liegt über dem europäischen Durchschnitt. Innerhalb von fünf Jahren hat die Zahl entsprechender Vorfälle um fast 60 Prozent zugenommen. Die Angst vor negativen Reaktionen hat auch erhebliche Auswirkungen darauf, wie offen junge Menschen in der Schule mit ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität umgehen. Nach den FRA-Ergebnissen verbergen 52 Prozent der LGBTIQ+-Schüler ihre Identität im schulischen Umfeld.
Ein weiterer Wert aus den angeführten Untersuchungsergebnissen betrifft die Unterstützung durch die Bildungseinrichtungen. Demnach berichten lediglich 28 Prozent der befragten LGBTIQ+-Schüler, dass sie an ihrer Schule Unterstützung erleben. Wiederholte Anfeindungen und Ausgrenzung können sich dabei erheblich auf die psychische Gesundheit und die schulische Entwicklung junger Menschen auswirken. Betroffene Schüler können unter Angst, Stress, Schlafproblemen und einem verminderten Selbstwertgefühl leiden. Auch Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabfall und die Vermeidung bestimmter Unterrichtssituationen können mögliche Folgen sein. Besonders belastend wird die Situation, wenn Jugendliche nicht nur in der Schule, sondern auch im familiären Umfeld Ablehnung erleben.