Nach seinem Durchbruch in der britischen Fernsehserie „Tip Toe“ ist Schauspieler Jackson Connor (23) in seinen früheren Berufsalltag zurückgekehrt. Der Nachwuchsdarsteller, der in dem LGBTIQ+-Drama von Russell T Davies den 16-jährigen George Goss verkörpert, arbeitet weiterhin in Teilzeit als Zahnarzthelfer. Seine wachsende Bekanntheit macht sich inzwischen auch am Arbeitsplatz bemerkbar.
Das Wichtigste im Überblick
- Zurück im alten Beruf: Der britische Schauspieler Jackson Connor arbeitet nach seinem Auftritt in der Channel-4-Serie „Tip Toe“ wieder in Teilzeit als Zahnarzthelfer.
- Überraschung in der Praxis: Patienten erkennen den Nachwuchsschauspieler inzwischen wieder. Ein Fan bat ihn sogar während einer Behandlung um ein gemeinsames Foto.
- Erfolg mit LGBTIQ+-Drama: In der fünfteiligen Serie von Russell T Davies spielt Connor den 16-jährigen George Goss, der seine Homosexualität vor seinem Vater geheim hält.
- Gesellschaftlich brisante Handlung: „Tip Toe“ beschäftigt sich mit Homophobie, Radikalisierung im Internet und zunehmender Feindseligkeit gegenüber der LGBTIQ+-Community.
- Unterstützung vom Arbeitgeber: Connors Chefin ermöglicht ihm, kurzfristig für Schauspielaufträge nach London oder Manchester zu reisen.
Patienten erkennen Schauspieler
Seit der Ausstrahlung von „Tip Toe“ erlebt Connor auch während seiner Arbeit immer wieder ungewöhnliche Begegnungen. Nicht alle Patienten würden ihn sofort ansprechen. „Ein paar Leute haben mich irgendwie angeschaut. Manche haben mich einfach nur angestarrt, und ich habe mich gefragt: Was denken die wohl gerade? Und einige haben mich tatsächlich darauf angesprochen“, erzählte der Schauspieler gegenüber BBC Manchester. Eine Begegnung blieb ihm besonders in Erinnerung. „Einmal hat mich jemand während einer Behandlung um ein Foto gebeten. Das war lustig“, berichtete Connor. Die neue Aufmerksamkeit empfindet der Nachwuchsdarsteller nicht als Belastung. Vielmehr freue er sich darüber, dass Zuschauer ihn erkennen und mit ihm über die Serie sprechen möchten. Besonders wichtig sei ihm, dass die Geschichte bei vielen Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.
Homophobie und Radikalisierung
Die Serie stammt von dem britischen Drehbuchautor Russell T Davies (63), der für seine LGBTIQ+-Produktionen bekannt ist. Im Mittelpunkt des fünfteiligen Thrillers stehen zwei Männer aus Manchester, deren Verhältnis sich zunehmend zu einem gefährlichen Konflikt entwickelt. Alan Cumming spielt Leo, einen schwulen Barbesitzer im Umfeld der Canal Street, dem bekannten Zentrum der LGBTIQ+-Szene von Manchester. Sein Nachbar Clive Goss, dargestellt von David Morrissey, arbeitet als Elektriker und gerät zunehmend unter den Einfluss radikaler Inhalte im Internet. Seine ideologische Radikalisierung verschärft die Feindseligkeit gegenüber Leo und führt zu einer lebensbedrohlichen Auseinandersetzung. Die Handlung greift gesellschaftliche Entwicklungen auf, bei denen Hass gegen Minderheiten durch digitale Inhalte verstärkt wird. Neben Homophobie behandelt die Produktion auch die Frage, wie politische Radikalisierung Familien und Nachbarschaften auseinanderbringen kann. In Deutschland ist die Serie über HBO Max abrufbar.
Connor als schwuler Jugendlicher
Connor übernimmt in „Tip Toe“ die Rolle von George Goss, dem 16-jährigen Sohn von Clive. George ist homosexuell, hält seine sexuelle Orientierung jedoch geheim. Heimlich nimmt er über das Internet Kontakt zu Leo auf, der ihm mit Rat und Unterstützung zur Seite steht. Als Georges Vater von dieser Verbindung erfährt, reagiert er zunehmend feindselig auf seinen schwulen Nachbarn. Die Beziehung zwischen George und Leo wird dadurch zu einem zentralen Bestandteil des Konflikts. Zugleich zeigt die Serie, wie schwierig es für junge Schwule sein kann, mit ihrer sexuellen Orientierung umzugehen, wenn sie in einem ablehnenden familiären Umfeld leben.
Für Connor bedeutete die Rolle einen wichtigen Schritt in seiner Schauspielkarriere. Die Resonanz auf die Serie erlebt er inzwischen nicht nur über die Medien, sondern auch bei persönlichen Begegnungen mit Zuschauern. „Ich finde es wirklich großartig, Menschen zu treffen, die die Serie lieben und sich wirklich mit ihr verbunden fühlen. Denn die Menschen haben tatsächlich eine starke Verbindung zu ihr aufgebaut“, sagte der Schauspieler.
Chefin unterstützt Schauspielkarriere
Dass Connor trotz seines Fernseherfolgs weiterhin in einer Zahnarztpraxis arbeitet, liegt auch an den flexiblen Arbeitsbedingungen. Seine Vorgesetzte ermögliche ihm, kurzfristig frei zu bekommen, wenn Schauspieltermine anstehen. Für Castings oder Dreharbeiten müsse er gelegentlich schon am nächsten Tag nach London oder Manchester reisen. Gerade in einer Branche, in der berufliche Möglichkeiten oft kurzfristig entstehen, sei diese Unterstützung besonders wertvoll. Connor betonte, dass seine Kollegen und seine Chefin viel Verständnis für die Anforderungen seiner Schauspielkarriere hätten. „Sie geben mir die Zeit, die ich brauche, und ich bin meiner Chefin bei der Arbeit unendlich dankbar. Sie versteht, dass ich manchmal ganz kurzfristig schon am nächsten Tag in London oder Manchester sein muss. Und sie halten mir immer den Rücken frei. Das ist wirklich eine große Hilfe“, erklärte er.