Direkt zum Inhalt

Dating-Fallen in BW Dating-Fallen in BW: Polizei bestätigt Angriffe auf Queere

Von tb - 29.10.2026 - 19:15 Uhr
Der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart, aufgenommen im September 2026.
Foto: IMAGO / imageBROKER / Michael Weber
ANZEIGE
Loading audio player...

Queere Menschen werden in Baden-Württemberg auch nach Kontakten über Dating-Plattformen Opfer von Straftaten. Das bestätigt das Innenministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Landtag. Zugleich dokumentiert die Drucksache einen deutlichen Anstieg der insgesamt registrierten queerfeindlichen Straftaten: von 54 im Jahr 2022 auf 200 im Jahr 2025.

Das Wichtigste im Überblick

  • 2025 wurden 200 queerfeindliche Straftaten erfasst, darunter 22 Gewaltdelikte.
  • Die Polizei kennt Angriffe nach der Verabredung über Dating-Plattformen.
  • Wie viele Fälle auf solche Treffen entfallen, ist statistisch nicht ausgewiesen.

Treffen werden zur Falle

Die Grünen-Abgeordneten Pascal Haggenmüller und Meike Günter hatten nach den Tatmustern gefragt. In der Antwort vom 15. Oktober bestätigt das Ministerium entsprechende Fälle mit einzelnen Tätern und Tätergruppen. Erkenntnisse über eine strukturelle Vernetzung der Beteiligten liegen nach Behördenangaben nicht vor.

Die Statistik erfasst Straftaten wegen der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Eine eigene auswertbare Kategorie für Dating-Apps gibt es nicht. Die Gesamtzahl von 200 bezeichnet deshalb ausdrücklich nicht 200 Dating-Fallen.

Auch Gewaltdelikte gestiegen

2023 wurden 116 Fälle registriert, 2024 waren es 135. Für das erste Halbjahr 2026 nennt die Antwort 34 Straftaten, darunter drei Gewaltdelikte. Diese vorläufigen Zahlen liegen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Über die Entwicklung berichtet heute auch der SWR. Das Ministerium nennt als mögliche Einflussfaktoren gesellschaftliche Entwicklungen, eine veränderte Sensibilität und das Anzeigeverhalten. Eine einzelne Ursache lässt sich aus den erfassten Fällen nicht ableiten.

Über Angriffe auf queere Sichtbarkeit bei CSD-Veranstaltungen haben wir ebenfalls berichtet. Die nun veröffentlichte Landtagsantwort richtet den Blick zusätzlich auf digitale Kontakte und die Sicherheit bei persönlichen Treffen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

MOPOHomophober Angriff bei Dating-App-Treff: Polizei stürmt Wohnungen – und wird fündigBILDUS-Studie - Das CSD-VersagenBILDCSD-Anschlag hätte verhindert werden können - „Das ist strukturelles Versagen“tazLGBTQ in der Türkei: Mit Pride gegen ErdoğanAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Taiwans Regenbogencheck

194 Kandidierende beziehen Position

Wer unterstützt queere Rechte? PrideWatch zeigt vor Taiwans Kommunalwahl, welche Kandidierenden sich zu Gleichberechtigung bekennen.
Etappensieg in Tasmanien

Unterhaus stimmt für Verbot

Tasmaniens Unterhaus hat das Verbot von Konversionspraktiken beschlossen. Jetzt liegt der Entwurf beim Oberhaus – Gesetz ist er noch nicht.
Dobrick zeigt seine Liebe

Erster TV-Auftritt mit Freund Milan

Fünf Jahre Liebe: St. Paulis U19-Trainer Christian Dobrick und sein Freund Milan zeigen sich erstmals gemeinsam im Fernsehen.
Mein Leben. Meine Regeln.

Die November-Ausgaben sind da

Selbstbestimmt leben, Scham verstehen, Liebe feiern: Entdecke die fünf SCHWULISSIMO-November-Ausgaben mit Community und Kultur aus Deiner Region.
Michael Doherty steigt aus

Pilot statt OnlyFans-Creator

Der schwule Content-Creator Michael Doherty verlässt OnlyFans. Der 24-Jährige will Pilot werden, die Liebe finden und eine Familie gründen.
Jude Bellingham in Unterwäsche

Calvin Klein setzt auf Fußballstar

Real-Madrid-Star Jude Bellingham wird das Gesicht einer neuen Unterwäschekampagne von Calvin Klein. Erste Aufnahmen geben einen sexy Vorgeschmack.
Stonewall-Bar von 1969

Virtuelle Zeitreise zum Aufstand

Ein neues 3D-Modell zeigt erstmals detailliert, wie das New Yorker Stonewall Inn beim historischen Aufstand von 1969 ausgesehen hat.
Krise in den Niederlanden

Haushaltsstreit wegen Babyglück

Niederlands Regierungschef Rob Jetten erwartet mit seinem Verlobten ein Kind. Die Leihmutterschaft wird nun zum politischen Streitpunkt.
Verfolgungen im Iran

Warnung aus Großbritannien

Das britische Innenministerium sieht für LGBTIQ+-Menschen im Iran eine erhebliche Verfolgungsgefahr und kaum Möglichkeiten, Schutz zu finden.