US-Rapper und Schauspieler Kid Cudi (42), bekannt aus „Empire“ und zuletzt „Trap: No Way Out“, will das Leben des legendären bisexuellen New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat auf die Kinoleinwand bringen. Der 42-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Scott Mescudi heißt, arbeitet an einer Filmbiografie mit dem Titel „Jean“. Die Veröffentlichung ist für 2027 vorgesehen.
Das Wichtigste im Überblick
- Neuer Kinofilm: US-Rapper Kid Cudi arbeitet an „Jean“, einer Filmbiografie über den 1988 verstorbenen Künstler Jean-Michel Basquiat. Der Film soll 2027 erscheinen.
- Hauptrolle und Drehbuch: Der 42-Jährige übernimmt selbst die Rolle Basquiats und hat das Drehbuch geschrieben.
- Über die Plattform X sucht Kid Cudi ausdrücklich trans* Schauspielerinnen und Schauspieler für die Produktion.
- Persönliches Herzensprojekt: Der Musiker bezeichnet den Film als Liebesbrief an Basquiat, das New York der 1980er-Jahre und alle Menschen, die ihre Träume verfolgen.
- Basquiat hatte Beziehungen zu Männern und Frauen und war eng mit Künstlern wie Keith Haring und Andy Warhol verbunden.
Aufruf an Community
Kid Cudi übernimmt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch das Drehbuch geschrieben. Für das Projekt sucht der Grammy-Preisträger nun ausdrücklich trans* Schauspielerinnen und Schauspieler. Auf der Plattform X veröffentlichte er einen entsprechenden Aufruf: „Wenn du ein trans* Schauspieler bist und Arbeit suchst, melde dich.“ Damit verbindet der Musiker sein neues Filmprojekt mit dem Anliegen, trans* Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Filmbranche zu eröffnen. Der Aufruf erfolgt in einer Zeit, in der die Repräsentation von trans* Personen im US-amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft unter der Regierung von Präsident Donald Trump zunehmend unter Druck steht. Welche Rollen besetzt werden sollen und wie umfangreich die Beteiligung von trans* Schauspielern ausfallen wird, ist bislang nicht bekannt.
Cudi schreibt Film selbst
Die Idee, Basquiat in einem Film darzustellen, beschäftigt Kid Cudi nach eigenen Angaben bereits seit Jahren. Auf Instagram berichtete der Musiker, dass er wiederholt auf eine mögliche Verkörperung des Künstlers angesprochen worden sei. Ein entsprechendes Projekt sei jedoch nie zustande gekommen. „Jahrelang haben mich viele Menschen gefragt, ob ich jemals Jean-Michel Basquiat in einem Film spielen würde“, schrieb er. „Aber daraus ist nie etwas geworden. Dieses Jahr habe ich mir gesagt: ‚Scheiß drauf, dann schreibe ich ihn eben selbst.‘“ Damit entschied sich der Rapper, die Entwicklung der Filmbiografie eigenständig voranzutreiben.
Erste Vorbereitungen für seine Darstellung Basquiats haben bereits stattgefunden. Dazu gehören eine Kostümprobe und die Anfertigung einer Perücke, mit der Kid Cudi dem Erscheinungsbild des Künstlers näherkommen möchte. „Ich habe eine Kostümprobe gemacht und eine Perücke anfertigen lassen. Das ist noch nicht die endgültige Perücke, sondern nur ein erster Entwurf. Vertraut mir, wir werden sie noch perfektionieren“, erklärte er. Mit den ersten Eindrücken wollte der Musiker seinen Anhängern zeigen, wie sich das Projekt entwickelt. „Ich wollte euch aber einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, woran wir gerade arbeiten. Es ist ein Projekt, auf das ich sehr stolz bin und das mich unglaublich begeistert.“
Ein Liebesbrief an Basquiat
Für Kid Cudi ist „Jean“ weit mehr als eine gewöhnliche Schauspielrolle. Basquiat zählt nach seinen Angaben seit Langem zu seinen wichtigsten künstlerischen Vorbildern. Um dessen Lebensgeschichte möglichst fundiert erzählen zu können, hat sich der Musiker intensiv mit der Biografie des Malers beschäftigt. „Einen Film über einen Menschen zu schreiben, der tatsächlich gelebt hat, war eine Herausforderung, aber eine, die ich gerne angenommen habe. Viel Recherche, Bücher, Gespräche mit Menschen, die ihn gekannt haben“, berichtete er. Die Produktion soll dabei nicht nur Basquiats persönlichen Werdegang behandeln, sondern auch die kulturelle Atmosphäre jener Stadt einfangen, in der er zu einem international bekannten Künstler wurde.
„Dieser Film wird ein Liebesbrief an Jean, an die 80er-Jahre und an die Stadt New York“, kündigte Kid Cudi an. Auch die Bedeutung Basquiats für seine eigene Karriere hob der Musiker hervor. „Jean war während meiner gesamten Karriere eine Inspirationsquelle für mich. Es wird eine riesige Ehre sein, seine Geschichte auf eine Weise zu erzählen, wie man sie noch nie gesehen hat.“ Zum Abschluss seiner Ankündigung richtete er sich an die Menschen, die seit Jahren auf eine neue Verfilmung gehofft hatten. „Ich weiß, dass viele von euch denken werden: ‚Endlich!‘ Dieses Projekt ist allen Träumern da draußen gewidmet.“ Weitere Einzelheiten zur Handlung, zur Regie oder zum genauen Veröffentlichungstermin wurden zunächst nicht genannt.
Basquiat prägte Kunstszene
Jean-Michel Basquiat (1960-1988) zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Neoexpressionismus. Der Künstler begann seine Laufbahn als Graffiti-Künstler und entwickelte sich in den 1980er-Jahren zu einer prägenden Persönlichkeit der internationalen Kunstszene. Besonders eng verbunden war er mit dem kulturellen Leben in Downtown Manhattan. Dort bewegte er sich in einem Umfeld, das von experimenteller Kunst, Musik und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war. Basquiat arbeitete mit zahlreichen Künstlern zusammen und pflegte enge Freundschaften mit Persönlichkeiten der schwulen Kunstszene. Zu seinem Umfeld gehörten unter anderem die beiden schwulen Künstler Keith Haring und Andy Warhol, die beide für die New Yorker Kunstwelt der damaligen Zeit von großer Bedeutung waren.
Beziehung mit Madonna
Auch sein Privatleben war von unterschiedlichen Beziehungen geprägt. Basquiat hatte Beziehungen mit Männern und Frauen, belegt durch Biografen, Kunsthistoriker und Menschen aus seinem persönlichen Umfeld. Seine frühere Partnerin und enge Freundin Suzanne Mallouk beschrieb seine Sexualität so: „Seine Sexualität war nicht einfarbig. Sie hing nicht von visuellen Reizen ab, wie etwa bei einem hübschen Mädchen. Es war eine sehr reichhaltige, mehrfarbige Sexualität. Er fühlte sich aus völlig unterschiedlichen Gründen zu Menschen hingezogen. Es konnten Jungs sein, Mädchen, dünn, dick, hübsch, hässlich. Ich glaube, er wurde von Intelligenz angetrieben. Er fühlte sich mehr als alles andere von Intelligenz angezogen und von Schmerz.“ Zu seinen bekanntesten Beziehungen gehörte auch eine Romanze mit der damals noch jungen Sängerin Madonna. Basquiats Leben endete früh: 1988 starb der Künstler im Alter von nur 27 Jahren an einer Überdosis Heroin.
Zweite Biopic nach 1996
Mit „Jean“ entsteht nicht die erste filmische Auseinandersetzung mit dem Leben des Künstlers. Bereits 1996 brachte Regisseur Julian Schnabel den Spielfilm „Basquiat“ heraus. Die Produktion wurde im Wettbewerb der 53. Internationalen Filmfestspiele von Venedig gezeigt. Die Hauptrolle übernahm damals Jeffrey Wright, der den New Yorker Künstler verkörperte. Kid Cudi möchte mit seiner neuen Produktion nun eine andere Perspektive auf Basquiats Leben eröffnen. Wie sich sein Film von der früheren Verfilmung unterscheiden wird, bleibt abzuwarten. Für den Musiker ist die Arbeit vor und hinter der Kamera kein Neuland. Cudi war bereits in verschiedenen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Neben seinen Schauspielrollen hat der US-Rapper auch zahlreiche eigene Musikvideos inszeniert.