Die Kandidatinnen und Kandidaten durften im Fernsehquiz ihr Wissen zeigen. Ihre Pride-Anstecker sollten dagegen unsichtbar bleiben. Zwei Mitglieder des Teams der Universität Leicester werfen der BBC vor, die Symbole nachträglich aus „University Challenge“ entfernt zu haben. Der britische Sender begründet den Eingriff mit seinen redaktionellen Regeln.
Das Wichtigste im Überblick
- Betroffen ist ein Auftritt des Teams der Universität Leicester.
- Zwei Studierende kritisieren die digitale Entfernung ihrer Pride-Symbole.
- Die BBC verweist auf Regeln für sichtbare Abzeichen, Flaggen und Slogans.
Regenbogen und Bi-Flagge verschwinden
Der Astrophysik-Student Samuel Carlier und die Geschichtsstudentin Emmeline Hague-Wright schilderten den Vorgang der Lokalzeitung Leicester Gazette. Bei der Aufzeichnung trugen Teammitglieder Symbole der progressiven Pride-Flagge und der Bisexualitäts-Flagge sowie eine Regenbogenfeder. In der ausgestrahlten Fassung waren diese nach ihrer Darstellung digital entfernt.
Die Folge sollte zunächst am 24. August laufen. Nach zwei Verschiebungen wurde sie am 7. September gezeigt. Die BBC erklärte gegenüber der Zeitung, die Terminänderungen hätten mit dem Entfernen der Anstecker nichts zu tun.
Student verlangt eine Erklärung
Carlier kritisiert, dass der öffentlich-rechtliche Sender sein Erscheinungsbild nachträglich verändert habe. Er habe sich an die BBC gewandt und sei auf das Beschwerdeverfahren verwiesen worden. Dort habe er eine Beschwerde eingereicht. Seine Kritik richtet sich auch gegen die Frage, wo der Sender die Grenze zwischen einem sichtbaren Zeichen queerer Identität und einer unzulässigen Botschaft zieht.
Die BBC hält dagegen: Bei Aufzeichnungen sollen keine Abzeichen, Flaggen, Embleme oder anderen Symbole sichtbar sein. Die Vorgabe betreffe auch auffällige Marken und Slogans auf Kleidung. Bleiben solche Dinge dennoch im Bild, entschieden Produktion und BBC über eine nachträgliche Bearbeitung. Damit beschreibt der Sender eine allgemeine Regel und keine eigens gegen Pride-Anstecker formulierte Vorschrift.
Bereits Streit um ein T-Shirt
Der neue Fall folgt auf eine ähnliche Auseinandersetzung bei „Strictly Come Dancing“. Dort wurde die Aufschrift „Protect the Dolls“ auf einem Shirt von Schauspielerin Bethany Antonia ausgeblendet. Die Worte stehen für Solidarität mit trans* Frauen. SCHWULISSIMO berichtete über die Kritik an der T-Shirt-Retusche und die Begründung der BBC. Diesmal betrifft der Eingriff die kleinen Symbole am Outfit eines Hochschulteams.