Ein weißes Shirt sorgt für eine hitzige Debatte: Die BBC hat die Aufschrift „Protect the Dolls“ auf dem T-Shirt von Bethany Antonia in Aufnahmen für „Strictly Come Dancing“ ausgeblendet. Die Botschaft steht für Solidarität mit trans* Frauen. Während Zuschauerinnen und Zuschauer den Eingriff kritisieren, beruft sich der Sender auf seine redaktionellen Richtlinien.
Das Wichtigste im Überblick
- Betroffen sind Probenaufnahmen von Bethany Antonia bei „Strictly Come Dancing“.
- Die Schauspielerin tanzt mit Profi Nancy Xu.
- Die BBC bestätigt, sichtbare Schriftzüge nach ihren Regeln zu reduzieren.
- „Protect the Dolls“ ist eine Solidaritätsbotschaft für trans* Frauen.
- Der Shirtverkauf unterstützt derzeit die britische Organisation Not A Phase.
Was wurde aus dem Shirt entfernt?
Vor dem Auftritt von Antonia und Nancy Xu am Samstag, 10. Oktober, zeigte die Sendung einen Einspieler aus dem Training. Das „House of the Dragon“-Gesicht trug dabei ein weißes T-Shirt mit dem bekannten Schriftzug. In Teilen der ausgestrahlten Aufnahmen war die Botschaft jedoch nicht mehr zu sehen. Stattdessen wirkte das Oberteil unbedruckt.
Der Unterschied blieb dem Publikum nicht verborgen. Unter dem Video des Tanzes tauchte der Slogan in zahlreichen Kommentaren auf. Aus einem Detail der Trainingskleidung wurde damit eine Diskussion über den Umgang mit trans* Sichtbarkeit im Unterhaltungsfernsehen.
So erklärt die BBC den Eingriff
Ein Sprecher erklärte gegenüber dem Independent, der Sender reduziere auffällige Marken und Schriftzüge in Unterhaltungssendungen grundsätzlich im Einklang mit seinen redaktionellen Richtlinien. Das geschehe unabhängig vom Wortlaut oder von der jeweiligen Aussage.
Die BBC stellt die Bearbeitung damit als allgemeine Praxis dar. Kritisiert wird dagegen, dass in diesem Fall eine Solidaritätsbotschaft für eine Minderheit verschwindet. Die entscheidende Frage lautet: Wird eine solche Unterstützung wie Werbung oder eine politische Parole behandelt – und was bedeutet das für die Menschen, denen sie gilt?
Was bedeutet „Protect the Dolls“?
Sinngemäß lässt sich der Satz als „Schützt trans* Frauen“ verstehen. Das Wort „Dolls“ wird in queeren Zusammenhängen als Bezeichnung für trans* Frauen verwendet. Bekannt wurde das Shirt des Designers Conner Ives auch durch prominente Unterstützer wie Pedro Pascal und Troye Sivan.
Der Verkauf ist mit einem konkreten Unterstützungszweck verbunden. Laut Ives gehen seit dem 1. Februar 2026 sämtliche Gewinne aus dem Projekt an Not A Phase. Die britische, von trans* Menschen geführte Organisation bietet Programme, Veranstaltungen und gemeinschaftliche Unterstützung für trans* Erwachsene an. Bis Ende Januar unterstützte das Projekt die US-Organisation Trans Lifeline.
Auch bei SCHWULISSIMO war die Botschaft bereits Thema: Bei einem Heiratsantrag beim New Yorker Pride-Lauf verband ein schwules Paar seine Kostüme mit „Protect the Dolls“. Über prominente Solidarität berichteten wir außerdem im Zusammenhang mit Mariah Careys Pride-Jacke. Der aktuelle Streit zeigt, wie viel öffentliche Bedeutung inzwischen in diesen drei Worten steckt.