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30 Jahre Intersex-Protest Intersex Awareness Day: 30 Jahre nach dem ersten Protest

Von tb - 26.10.2026 - 18:00 Uhr
Intersex-Flagge mit violettem Kreis auf gelbem Grund
Foto: Intersex Day Project / Morgan Carpenter
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Vor genau 30 Jahren gingen intergeschlechtliche Menschen in Boston auf die Straße. Ihr Protest vor einem Kongress amerikanischer Kinderärztinnen und Kinderärzte am 26. Oktober 1996 wurde zum Bezugspunkt des heutigen Intersex Awareness Day. Im Mittelpunkt steht eine Forderung, die bis heute gilt: über den eigenen Körper selbst entscheiden zu können.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Intersex Awareness Day findet jährlich am 26. Oktober statt.
  • 2026 jährt sich die Demonstration in Boston zum 30. Mal.
  • Intergeschlechtliche Selbstorganisationen fordern körperliche Unversehrtheit, Aufklärung und Mitsprache.

Ein Protest vor der Fachgesellschaft

Morgan Holmes und Max Beck von der Intersex Society of North America demonstrierten damals mit Unterstützerinnen und Unterstützern vor einer Tagung der American Academy of Pediatrics. Daran erinnert das Intersex Day Project in seiner Dokumentation. Der internationale Aktionstag selbst entstand erst 2004. Zu seinen Gründerinnen gehören Betsy Driver und Emi Koyama.

Intergeschlechtlichkeit bezeichnet angeborene Variationen körperlicher Geschlechtsmerkmale, die nicht den üblichen Vorstellungen eines ausschließlich männlichen oder weiblichen Körpers entsprechen. Daraus lässt sich weder die sexuelle Orientierung noch die Geschlechtsidentität eines Menschen ableiten. Intergeschlechtliche Menschen können beispielsweise schwul, lesbisch, bisexuell oder heterosexuell sein.

Betroffene selbst zu Wort kommen lassen

Das von intergeschlechtlichen Menschen getragene Intersex Day Project fordert, ihre Erfahrungen ins Zentrum zu stellen. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit nicht selbst gewählten medizinischen Eingriffen, der Zugang zur eigenen Geschichte und das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Initiative rät ausdrücklich dazu, mit Selbstorganisationen zusammenzuarbeiten und deren Forderungen aufzugreifen.

Auch innerhalb der LGBTIQ+-Community fehlt es häufig an Wissen. SCHWULISSIMO hat bereits über die geringe Sichtbarkeit intergeschlechtlicher Menschen berichtet. Der heutige Jahrestag setzt einen konkreten Anlass, ihnen zuzuhören: Das Intersex Day Project sammelt persönliche Berichte aus verschiedenen Ländern und nennt lokale Organisationen. In Deutschland bietet der Verein Intergeschlechtliche Menschen e.V. Informationen und Unterstützung. Der nächste internationale Termin ist der Intersex Day of Solidarity am 8. November.

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