Die Taiwan Pride fordert sexuelle Selbstbestimmung und Schutz vor Diskriminierung für alle queeren Menschen. Vor dem Umzug am 31. Oktober in Taiwans Hauptstadt Taipeh fordern die Veranstalterinnen und Veranstalter Respekt für unterschiedliche sexuelle Lebensweisen. Ihre offizielle Erklärung zum Motto „Our Voices, Our Journey“ stellt sich ausdrücklich hinter Menschen mit Behinderung, Menschen mit HIV, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie die Fetisch-Community.
Das Wichtigste im Überblick
- Die 24. Taiwan Pride findet am 31. Oktober statt.
- Das Organisationsteam fordert Solidarität mit ausgegrenzten Gruppen.
- Auch der Polizeieinsatz im Commander D prägt den Aufruf.
Keine Trennung in gute und schlechte
Die Organisatoren wenden sich gegen eine Einteilung in gesellschaftlich akzeptierte „gute“ und unerwünschte „schlechte“ queere Menschen. Die Eheöffnung allein schütze nicht alle. Sie verlangen, sexuelle Selbstbestimmung und zugängliche Informationen zur sexuellen Gesundheit auch für Menschen mit Behinderung ernst zu nehmen. Zudem kritisieren sie, wenn Kondome bei Ermittlungen als belastendes Material behandelt werden. Das erschwere Prävention und verstärke Stigmatisierung.
Razzia wirkt weiter nach
Der Aufruf enthält einen Zusatz zur Durchsuchung der schwulen Fetisch-Bar Commander D am 3. Oktober. Nach dem Einsatz protestierten Hunderte Menschen in Taipeh. Die Polizei hatte 51 Menschen zur Befragung mitgenommen und den Besitzer festgenommen. Besonders empörten Äußerungen eines Beamten gegenüber einem schwulen Rollstuhlfahrer.
Nach Auswertung von Aufzeichnungen räumte die Polizei unangemessenes Verhalten ein; sechs Beamte wurden sanktioniert. Bürgermeister Chiang Wan-an entschuldigte sich bei den Betroffenen. Die Polizei verteidigte die Durchsuchung selbst weiterhin als rechtmäßig und verwies auf einen richterlichen Beschluss.
Die Pride-Veranstalterinnen und -Veranstalter fordern über die Kritik an einzelnen Beamten hinaus ein Ende der Ausgrenzung. Ihr Appell schließt auch indigene Menschen, Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten ein. Das Motto „Our Voices, Our Journey“ bedeutet übersetzt „Unsere Stimmen, unser Weg“.