Vasen werden zu Frauenkörpern, auf Tellern erscheinen Fischstillleben: Picasso behandelt Keramik als Feld für Experimente. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster versammelt fast 70 seiner Arbeiten aus Ton, darunter Teller, Vasen, Krüge und bemalte Fliesen. Den Ausgangspunkt dieser Leidenschaft bildete die Töpferei Madoura im südfranzösischen Vallauris, wo sich Picasso 1946 und 1947 mit dem Material beschäftigte. Bis 1971 entstanden weitere Keramiken. Die Ausstellung verfolgt, wie er vertrauten Gefäßformen durch Bemalung eine andere Bedeutung gab und die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk offenhielt.

Weil Picasso auch mit scheinbar antiken Darstellungen arbeitete, stellt das Museum seine Werke originalen antiken Objekten gegenüber. Diese kommen aus dem Archäologischen Museum der Universität Münster. Leihgaben unter anderem aus Paris, Köln und Roubaix sowie aus Privatbesitz ergänzen die Präsentation. Die Gegenüberstellung lässt sich so an konkreten Formen und Motiven nachvollziehen. „Picasso und die Keramik“ eröffnet im November und bleibt bis in den Februar zu sehen.
„Picasso und die Keramik“ – 7. November 2026 bis 21. Februar 2027.
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Picassoplatz 1, 48143 Münster. Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr.