Ausgerechnet der Junge, mit dem er heimlich zusammen war, machte seine Sexualität in der Schule öffentlich: Sebastian Croft hat über sein Zwangsouting als Teenager gesprochen. Der aus „Heartstopper“ bekannte Schauspieler schildert im Interview mit der britischen Zeitung The i Paper Jahre voller Mobbing und Ausgrenzung. Mit 16 verließ er die Schule.
Das Wichtigste im Überblick
- Sebastian Croft berichtet von einem Zwangsouting an seiner Schule.
- Ein Junge, den er heimlich traf, machte seine Sexualität öffentlich.
- Der Schauspieler beschreibt diese Jahre als einsam und belastend.
- Beim Dreh von „Heartstopper“ erlebte er später Rückhalt.
Zwei völlig verschiedene Welten
Für den heute 24-Jährigen lagen damals Freiheit und Ablehnung dicht beieinander. Bei der Schauspielarbeit traf er auf Menschen, unter denen er sich wohlfühlte. Zurück im Internat in Oxfordshire wurde er dagegen ausgegrenzt. Es sei eine „wirklich einsame und schwierige Zeit“ gewesen, erzählt Croft.
Dem anderen Jungen macht er heute dennoch keinen Vorwurf. Auch dieser habe unter dem Druck gestanden, wegen seiner Sexualität angefeindet zu werden. Croft beschreibt damit eine Situation, in der beide Jugendlichen mit einem feindseligen Umfeld zurechtkommen mussten.
Rückhalt bei „Heartstopper“
Jahre später spielte Croft in der Netflix-Serie Ben Hope, der eine heimliche Beziehung mit Charlie Spring führt. Für ihn persönlich brachte die Arbeit an der queeren Jugendserie eine andere Erfahrung: Er fand Unterstützung im Ensemble und ging während dieser Zeit öffentlich mit seiner Sexualität um.
Die Rolle des Ben machte Croft einem großen Publikum bekannt. Zuvor war er bereits als junger Ned Stark in „Game of Thrones“ zu sehen gewesen und hatte auf der Theaterbühne gestanden. In „Heartstopper“ gehörte er in den ersten beiden Staffeln zum Cast.
Mehr als der Serien-Fiesling
Inzwischen baut Croft neben der Schauspielerei eine Musikkarriere auf. Über seinen Weg vom „Heartstopper“-Cast zur eigenen Musik hatte er bereits gesprochen. Mit Schauspielkollege Connor Jessup gründete er außerdem „Queer Was Always Here“, ein Projekt für queere Geschichte, Kunst und Community.
Auch die Dinosaurier-Motive des Projekts fanden viele Fans: Zwei sich küssende Urzeittiere sollen daran erinnern, dass Queerness keine neue Erscheinung ist. Croft nutzte den Erfolg seiner Serienrolle damit zugleich für ein Engagement, das über Bildschirm und Bühne hinausreicht.