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Geheimnisse bei Heated Rivalry Neue Einblicke in Shanes und Ilyas Liebe

Von ms - 19.10.2026 - 16:00 Uhr
Enthüllungen bei „Heated Rivalry“
Foto: HBO Max
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Die schwule Eishockeyserie „Heated Rivalry“ hat sich zu einem internationalen Fernseherfolg entwickelt. Nun gibt ihr Schöpfer Jacob Tierney Einblicke in die Entstehung der Liebesgeschichte zwischen den rivalisierenden Spielern Shane Hollander und Ilya Rozanov. In einem neuen Buch veröffentlicht der Autor und Regisseur die Drehbücher der ersten Staffel und erläutert Entscheidungen, die während der Produktion getroffen wurden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Neues Buch zur Erfolgsserie: „I'll Believe in Anything“ enthält die sechs kommentierten Drehbücher der ersten Staffel sowie bislang unveröffentlichtes Material hinter den Kulissen.
  • Schöpfer erklärt seine Entscheidungen: Autor und Regisseur Jacob Tierney spricht über die Adaption von Rachel Reids Romanen, gestrichene Szenen und spontane Änderungen beim Dreh.
  • Coming-Out kurzfristig umgeschrieben: Eine Regenunterbrechung führte dazu, dass Tierney die Szene zwischen Shane und seiner Mutter Yuna grundlegend überarbeitete.
  • Schauspieler prägten Schlüsselmomente: Connor Storrie und Hudson Williams ergänzten eigenständig einige der bekanntesten Dialoge und Gesten.
  • Fortsetzung bereits vorbereitet: Hinweise auf Ryan Price und Kyle Swift wurden bewusst in die erste Staffel eingebaut. Staffel zwei soll Rachel Reids Roman „The Long Game“ adaptieren.

Beziehung zwischen Shane und Ilya

Das Buch „I'll Believe in Anything: The Making of Heated Rivalry Season 1“ enthält sämtliche sechs Drehbücher, persönliche Anmerkungen Tierneys und bislang unveröffentlichtes Material. In mehreren Interview schilderte Tierney, wie er Rachel Reids erfolgreiche Romane für das Fernsehen adaptierte, warum bestimmte Szenen gestrichen wurden und welchen Einfluss die Schauspieler auf die fertige Serie hatten. „Heated Rivalry“ erzählt die geheime Liebesgeschichte zweier konkurrierender Eishockeyspieler. Der Kanadier Shane Hollander wird von Hudson Williams verkörpert, der russische Spieler Ilya Rozanov von Connor Storrie. Die für den kanadischen Streamingdienst Crave und HBO Max produzierte Serie behandelt unter anderem toxische Männlichkeit, unterdrückte Gefühle und die Schwierigkeiten einer gleichgeschlechtlichen Beziehung im professionellen Sport.

Für Tierney war entscheidend, die emotionale Wirkung der Romanvorlage zu bewahren. „Ich mag die Bücher. Ich genieße sie. Ich bin ein Fan“, sagte er. „So hat es angefangen. Ich liebe die Bücher. Deshalb wollte ich mir die Rechte daran sichern.“ Eine wortgetreue Übertragung habe er allerdings nie angestrebt. „Die Wahrheit über Adaptionen ist, dass sich Dinge ändern müssen. Es sind einfach unterschiedliche Medien, und deshalb verlangen sie unterschiedliche Dinge.“ Insbesondere die inneren Monologe der Romanfiguren stellten eine Herausforderung dar. Gefühle und Gedanken, die Reid ausführlich beschreiben könne, müssten im Fernsehen durch Dialoge, Blicke und körperliches Verhalten vermittelt werden. „Ich wollte, dass es sich genauso anfühlt wie im Buch“, erklärte Tierney. Dazu gehöre, der Vorlage treu zu bleiben, aber bei Bedarf Änderungen vorzunehmen, damit das Publikum die Geschichte besser verstehen könne.

Erinnerungen bestimmen Erzählweise

Ein wichtiges Gestaltungsmittel war für Tierney die Erinnerung. Die Beziehung der Hauptfiguren erstreckt sich über fast ein Jahrzehnt. Anstatt sämtliche Ereignisse chronologisch auszuerzählen, konzentrierte sich der Regisseur darauf, wie Shane und Ilya ihre gemeinsame Vergangenheit wahrnehmen. „Das ist überall zu finden, aber besonders am Anfang, wenn Erinnerungen noch verschwommen wirken. Für mich war es so, als würde sich alles, woran sie sich erinnern, um den jeweils anderen drehen“, so Tierney.

Als Beispiel nannte er Shanes erste Junioren-Weltmeisterschaft. Würde man ihn danach fragen, würde Shane vermutlich vor allem von seiner ersten Begegnung mit Ilya berichten: „Oh, ich habe Ilya kennengelernt. Ich habe ihn in diesem Tunnel gesehen. Er hat geraucht, was völlig verrückt war.“ Diese Erzählweise ermöglichte es Tierney, größere Zeitsprünge vorzunehmen, ohne die Beziehung aus dem Blick zu verlieren. Auch der Serienauftakt wurde deshalb umgestellt. Die erste Begegnung der beiden Spieler war ursprünglich erst als elfte Szene vorgesehen. Tierney entschied sich schließlich, die Geschichte unmittelbar damit beginnen zu lassen. Dabei sollte besonders Shanes unbeholfene Höflichkeit auffallen. Er stelle Fragen wie „Wie geht es deinen Eltern?“ oder „Vermisst du Weihnachten?“, obwohl zwischen den Figuren bereits eine andere Spannung spürbar sei.

Sexszene mit mehreren Deutungen

Auch das Ende der vierten Folge beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen Erinnerung, Fantasie und Wirklichkeit. Während Shane Sex mit Rose hat, masturbiert Ilya unter der Dusche. Unter Fans entstand eine Diskussion darüber, ob die parallel gezeigten Ereignisse tatsächlich stattfinden oder in der Vorstellung der Figuren existieren. Tierney lässt beide Interpretationen gelten. „Für mich sind beide Antworten richtig“, sagte er. „Shane denkt an Ilya, und Ilya denkt an Shane.“ Die Szene markiere den Moment, in dem deutlich werde, dass ihre gegenseitige Fixierung aufeinander von beiden Seiten ausgehe. Gleichzeitig hätten Shane und Ilya unterschiedliche Vorstellungen davon, was der andere erlebe. Beide empfänden den jeweils anderen auf gewisse Weise als Bedrohung.

Körpersprache vermittelt Gefühle

Bei der Inszenierung legte Tierney großen Wert auf körperliche Ausdrucksformen. Shanes angespannte Zurückhaltung und Ilyas intensive Blicke sollten ebenso viel über die Figuren erzählen wie ihre Gespräche. „Kleine körperliche Momente sind enorm wichtig“, erklärte der Regisseur. „Man offenbart alles durch die Art, wie man sich bewegt, und dadurch, wie man beobachtet, wie sich jemand durch die Welt bewegt. Schauspielerei ist zutiefst körperlich, und ich glaube, gutes Schreiben ist es ebenfalls. Denn Dialoge sind oft eine Möglichkeit, um etwas herumzureden. Der Körper lügt nicht – jedenfalls nicht auf dieselbe Weise.“ Deshalb setzte Tierney auch auf Kameraeinstellungen, die den Schauspielern genügend Raum für ihre Bewegungen lassen.

Gestrichene Begegnung 

Das Buch dokumentiert mehrere Szenen, die ursprünglich vorgesehen waren, später jedoch entfielen. So sollte Ilya bereits in der fünften Folge auf Shanes Eltern Yuna und David treffen, gespielt von Christina Chang und Dylan Walsh. Die Begegnung war vor dem Krankenhauszimmer eines anderen Eishockeyspielers geplant. In der fertigen Serie lernen sich die Figuren dagegen erst am Ende der sechsten Folge kennen. Tierney hielt die frühere Szene letztlich für überflüssig. „Diese Szene fühlte sich ehrlich gesagt wie eine unnötige Ausschmückung an. Anfangs mochte ich sie, aber ich brauchte diesen Moment nicht.“ Sein Maßstab sei gewesen, ob eine Szene die zentrale Beziehung voranbringe. „Die wesentlichen Szenen sind Shane und Ilya. Alles andere darf am Rand stattfinden“, erklärte er. Die Erzählweise erinnere deshalb stärker an einen Film über eine einzelne Beziehung als an eine klassische Fernsehserie.

Regen verändert Coming-Out

Eine besonders weitreichende Änderung betraf Shanes Coming-Out gegenüber seiner Mutter Yuna in der letzten Folge. Während der Dreharbeiten begann es zu regnen. Die Szene musste unterbrochen und am folgenden Tag fortgesetzt werden. Tierney nutzte die Pause, um den Dialog neu zu schreiben. „Ich dachte einfach: ,Das gefällt mir nicht, das funktioniert nicht.‘ Wenn zwei Schauspieler so gut sind und eine Szene trotzdem nicht funktioniert, dann liegt es an mir“, sagte er weiter. „Es war zu lang.“ Erst beim Spielen sei ihm bewusst geworden, dass zu viel um das eigentliche Thema herumgeredet werde. Er straffte die Szene und ließ sie praktisch mitten im Gespräch beginnen. Die Überarbeitung wollte er bewusst während der Produktion vornehmen, statt später im Schnitt. „Es gibt eine Möglichkeit, so etwas im Schnitt zu reparieren, aber das mache ich nicht besonders gern. Ich möchte es lieber direkt am Drehtag lösen.“ Die Schauspieler hätten sich schnell auf die Veränderungen eingestellt. Nach Tierneys Einschätzung wurde die Szene dadurch deutlich besser.

Das Liebesgeständnis 

Anders ging Tierney mit dem Liebesgeständnis zwischen Shane und Ilya um. Die Szenen spielen in Shanes Ferienhaus, wo die beiden erstmals längere Zeit ohne äußeren Druck miteinander verbringen können. Hier wollte der Regisseur bewusst auf ein langsameres Erzähltempo setzen. „Ich schreibe lieber auf diese Weise. Ich mag es nicht, wenn Gespräche zu schnell stattfinden. Dann habe ich das Gefühl, ein schlechtes Theaterstück zu sehen“, sagte er. Die Figuren seien zuvor ständig mit Handlungen und Entscheidungen beschäftigt gewesen. Nun sollten die Zuschauer erleben, wie sie einfach miteinander Zeit verbringen. Besonders wichtig war Tierney eine Szene, in der beide nebeneinander auf dem Sofa sitzen und auf ihre Smartphones schauen. Das sei für andere Paare alltäglich, für Shane und Ilya aber etwas Außergewöhnliches. In ihrer Situation könnten sie kaum glauben, dass sie einfach gemeinsam auf dem Sofa sitzen und Instagram-Videos ansehen dürften. Gerade diese unspektakulären Momente sollten zeigen, wie viel ihnen ihre Beziehung bedeutet.

Berühmte Dialoge 

Obwohl Tierney seine Drehbücher detailliert vorbereitete, räumte er den Schauspielern zunehmend Freiheiten ein. Gegen Ende der Produktion hätten Connor Storrie und Hudson Williams ihre Figuren so gut verstanden, dass sie selbst wichtige kreative Entscheidungen treffen konnten. Mehrere bei Fans beliebte Momente standen ursprünglich nicht im Drehbuch. Dazu gehören Ilyas „I'm sorry“, als er vor Shane emotional zusammenbricht, und sein aufforderndes „Gimme Kiss“. Auch Shanes stockend ausgesprochenes „bet-ter“ im Krankenhaus, während Ilya seine Hand hält, entstand erst während der Dreharbeiten.

Tierney betonte, dass solche Ergänzungen nicht automatisch in der Serie landeten. „Die Leute sagen: ,Das ist Improvisation.‘ Improvisation ist eine Sache, aber ich habe mich entschieden, sie zu verwenden.“  Besonders bei den zuletzt gedrehten Ferienhausszenen habe er die Darsteller ausdrücklich ermutigt, eigene Entscheidungen zu treffen. „Das sind jetzt eure Figuren. Ihr könnt Entscheidungen für sie treffen“, habe er ihnen gesagt. Seine Einladung an das Ensemble laute grundsätzlich: „Überrascht mich.“

Weitere Figuren in Vorbereitung

Die veröffentlichten Drehbücher enthalten auch Hinweise auf die Fortsetzung. Ursprünglich sollten die Eishockeyspieler Ryan Price und Eric Bennett aus Rachel Reids Romanen bereits in der ersten Staffel auftreten. Ryan wurde schließlich nur erwähnt, Eric vollständig gestrichen. „Wir haben immer wieder über Ryan Price gesprochen, aber für alles gibt es die richtige Zeit und den richtigen Ort“, sagte Tierney. Auch der Barkeeper Kyle Swift, dargestellt von Matthew Finlan, wurde bewusst eingeführt. Die Figur ist in der ersten Staffel nur kurz zu sehen, spielt aber in Reids Roman „Common Goal“ eine wesentlich größere Rolle. „Die Besetzung von Kyle war so wichtig, weil es eine Welt gibt, in der er seine eigene Serie bekommt oder die Geschichte weitergeführt wird“, erklärte Tierney. Er lobte Finlan als sehr guten Schauspieler. Zugleich sei es schwierig, Rollen zu besetzen, die zunächst nur einen kurzen Auftritt hätten, später aber deutlich wichtiger werden könnten.

Arbeit hinter der Kamera

Mit „I'll Believe in Anything“ möchte Tierney nicht nur einzelne Entscheidungen erläutern, sondern auch die Arbeit des gesamten Produktionsteams sichtbar machen. Die Anmerkungen behandeln unter anderem Kostüme, Szenenbild, Kameraführung, Intimitätskoordination und die Einbindung der Geschichte von Scott und Kip in die Handlung. „Ich hoffe, dass sie dadurch ein umfassenderes Verständnis dafür bekommen, wie viele Menschen es braucht, um eine Serie wie diese zu machen“, sagte Tierney. Neben den Schauspielern hätten zahlreiche weitere Beteiligte entscheidend zum Erfolg beigetragen, darunter Musiker, Kameraleute, Kostümbildner, Szenenbildner und das Schnittteam. Die Serie machte Hudson Williams und Connor Storrie international bekannt und erhielt einen Peabody Award. Besonders die Darstellung schwuler Intimität und die emotionale Entwicklung der Hauptfiguren fanden große Aufmerksamkeit. Mit der zweiten Staffel soll die Geschichte auf Grundlage von Rachel Reids Roman „The Long Game“ fortgesetzt werden. Die Produktion läuft bereits, im April 2027 sollen die neuen Folgen bei HBO und Crave erscheinen. 

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