Erst ein verlorener Satz, dann der große Jubel: Mika Brunold hat am Sonntag das Challenger-Turnier im französischen Roanne gewonnen. Der offen schwule Schweizer setzte sich im Finale gegen den Franzosen Matteo Martineau mit 2:6, 7:6 (7:5) und 6:1 durch. Für den 22-Jährigen ist es der zweite Titel auf der Challenger-Tour innerhalb von gut einem Monat.
Das Wichtigste im Überblick
- Mika Brunold gewinnt am 18. Oktober das Turnier in Roanne.
- Im Finale besiegt er Matteo Martineau nach Satzrückstand mit 2:6, 7:6 (7:5), 6:1.
- Bereits im September hatte der Schweizer in Tulln seinen ersten Challenger-Titel geholt.
- Brunold machte seine Homosexualität Ende November 2025 öffentlich.
Nervenstark nach Fehlstart
Der Weg zum Pokal war im Endspiel alles andere als bequem. Martineau gewann den ersten Satz deutlich. Auch der zweite Durchgang blieb eng: Erst im Tiebreak schaffte Brunold mit 7:5 den Satzausgleich. Danach ließ er dem Franzosen im Entscheidungssatz nur noch ein Spiel.
Nach zwei Stunden und 33 Minuten war der Erfolg perfekt. Brunold schlug im Finale sieben Asse. Der Veranstalter würdigte nach dem Match besonders seine Ruhe und Stabilität in den entscheidenden Momenten. Schon am Samstag hatte sich Brunold in einem umkämpften Schweizer Halbfinale gegen Jérôme Kym mit 7:6 und 7:6 durchgesetzt.
Der nächste Pokal nach Tulln
Damit bestätigt Brunold seinen Aufwärtstrend. Im September hatte er in Österreich das besondere Finale von Tulln gegen João Lucas Reis da Silva mit 6:4 und 6:3 gewonnen. Damals standen sich zwei offen schwule männliche Tennisprofis in einem Endspiel gegenüber.
Brunold nutzte die Siegerehrung, um seinem brasilianischen Gegner zu danken. Dessen offener Umgang mit seiner Sexualität habe ihn zu seinem eigenen Coming-out ermutigt. Nun folgt auf den Erfolg auf Sand ein weiterer Titel auf dem Hallen-Hartplatz von Roanne.
Offen schwul auf der Tour
Brunold hatte seine Homosexualität Ende November 2025 öffentlich gemacht. In seinem persönlichen Statement sprach er auch über die Angst, nicht akzeptiert zu werden, und den Druck, zu schweigen. Sich zu verstecken und jemand anderes zu sein, sei für ihn jedoch keine Option gewesen.
Er wolle das Thema im Sport sichtbarer machen, erklärte Brunold damals. In einer idealen Welt wäre ein Coming-out aus seiner Sicht gar nicht nötig. In Roanne lieferte er am Sonntag vor allem sportliche Schlagzeilen: Er kämpfte sich nach einem schwierigen Start zurück ins Match und nahm den nächsten Pokal mit nach Hause.