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Gewalttat beim CSD Landshut CSD-Teilnehmer von Frau geschlagen

Von ms - 05.10.2026 - 09:30 Uhr
Gewalttat beim CSD Landshut
Foto: iStock / Stefan Krisa
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Nach dem Christopher Street Day (CSD) in Landshut ermittelt die Kriminalpolizei wegen zweier Vorfälle auf dem Veranstaltungsgelände. In einem Fall soll eine 57 Jahre alte Frau einen jüngeren Teilnehmer des CSD geschlagen haben. In einem weiteren Fall geht es um möglicherweise beleidigende Plakate dreier junger Menschen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mehr als 1.000 Menschen nahmen am Samstag am CSD-Aufzug in Landshut teil.
  • Beim anschließenden Straßenfest soll eine 57-Jährige einem 25-jährigen CSD-Teilnehmer gegen die Brust geschlagen haben.
  • Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung. Das Motiv ist bislang ungeklärt.
  • In einem zweiten Fall prüft die Kriminalpolizei drei Plakate, die 17- bis 21-Jährige auf dem Festgelände gezeigt haben sollen.
  • Die Beratungsstelle Strong! registrierte 2025 in Bayern 413 Vorfälle gegen LGBTIQ+-Menschen – nach 289 Fällen im Vorjahr.

Kriminalpolizei ermittelt 

Mehr als 1.000 Menschen hatten sich am Samstag am CSD-Aufzug beteiligt. Gegen 14 Uhr erreichte der Demonstrationszug den Ländtorplatz, wo anschließend ein Straßenfest stattfand. Dort ereigneten sich nach Angaben der Polizei beide Vorfälle. Am Abend soll eine 57 Jahre alte Frau einen 25-Jährigen mit der Hand gegen die Brust geschlagen haben. Der Mann hatte zuvor am CSD-Aufzug teilgenommen. Eine ärztliche Behandlung war nach Angaben der Polizei nicht erforderlich. Gegen die Frau wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet. Warum es zu dem Vorfall kam, ist bislang unklar. Weitere Einzelheiten zu den Umständen machte die Polizei nicht bekannt. „Das Motiv für den Schlag ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilte die Polizei mit.

Inhalte von drei Plakaten

Bereits am Nachmittag war die Polizei wegen eines anderen Vorfalls auf dem Festgelände verständigt worden. Besucher hatten die Beamten auf mehrere Menschen mit Plakaten aufmerksam gemacht. In der Nähe eines Informationsstands traf die Polizei drei Personen im Alter zwischen 17 und 21 Jahren an. Nach Polizeiangaben hielten sie insgesamt drei Plakate hoch. Wegen deren Inhalten besteht den Angaben zufolge der Anfangsverdacht einer Beleidigung von Personen des politischen Lebens. Die Kriminalpolizeiinspektion Landshut hat die weiteren Ermittlungen sowohl in diesem Fall als auch wegen des mutmaßlichen Angriffs auf den 25-Jährigen übernommen.

LGBTIQ+-feindliche Vorfälle 

Die Ermittlungen fallen in eine Zeit, in der Beratungsstellen einen deutlichen Anstieg von Angriffen und anderen Vorfällen gegen LGBTIQ+-Menschen in Bayern verzeichnen. Die bayernweite Beratungsstelle Strong! meldete für das Jahr 2025 eine Zunahme um mehr fast 43 Prozent. Insgesamt dokumentierte die Fachstelle im vergangenen Jahr 413 Vorfälle gegen Schwule, Lesben, trans* Personen und andere queere Menschen. Ein Jahr zuvor waren 289 Fälle registriert worden. Im Vergleich zu zwei Jahren zuvor beträgt der Anstieg nach Angaben der Beratungsstelle sogar 80 Prozent. Strong! sieht in dieser Entwicklung ein Zeichen für eine zunehmend aufgeheizte Stimmung.

Polizei und Fachstelle gehen überdies davon aus, dass die registrierten Fälle nur einen geringen Teil der tatsächlichen Vorfälle abbilden. Die wirkliche Zahl der Angriffe dürfte demnach deutlich höher liegen. Mehrere Untersuchungen der vergangenen Jahre, darunter Erhebungen der EU-Grundrechteagentur, gehen davon aus, dass lediglich etwa zehn Prozent der Attacken tatsächlich auch angezeigt werden und damit Eingang in entsprechende Statistiken finden. Als Gründe dafür nennen Betroffene neben Scham unter anderem geringe Erwartungen an den Erfolg einer Anzeige. Hinzu kommen die Angst vor weiteren Repressalien durch Täter sowie mangelndes Vertrauen in staatliche Institutionen in Bayern. 

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