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Hassgewalt in Bayern Münchens schwuler OB setzt Schwerpunkt auf Zusammenhalt

Von ms - 09.06.2026 - 09:00 Uhr
Hassgewalt in Bayern
Foto: iStock / demerzel21
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Angriffe und Attacken gegen LGBTIQ+-Menschen sind im Jahr 2025 in Bayern erneut stark angestiegen. Die bayernweite Beratungsstelle Strong! verzeichnete dabei eine Zunahme um mehr als 42 Prozent. Vor dem Hintergrund dieser homophoben Vorfälle im Freistaat soll der CSD in München Ende Juni ein deutliches Signal für Vielfalt und Akzeptanz senden. Die Schirmherrschaft hat deswegen auch Münchens erster schwuler Oberbürgermeister Dominik Krause übernommen. Unter dem Motto „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ sind über drei Tage hinweg Demonstrationen, Kulturangebote und Begegnungsveranstaltungen geplant, gezielt mit Schwerpunkt Hasskriminalität. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Zahl queerfeindlicher Vorfälle in Bayern ist 2025 deutlich gestiegen.
  • Die Beratungsstelle Strong! registrierte 413 Vorfälle, nach 289 im Vorjahr, ein Anstieg von über 42 Prozent und 80 Prozent in zwei Jahren. 
  • Oberbürgermeister Dominik Krause ruft zum vereinten Kampf gegen den Backlash auf.
  • CSD München setzt Schwerpunkt auf das Thema Hasskriminalität.

80 Prozent Zunahme in zwei Jahren 

Nach Angaben der Beratungsstelle Strong! wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Vorfälle gegen Schwule, Lesben, trans* Personen und andere queere Menschen aus der LGBTIQ+-Gemeinschaft registriert. Die Fachstelle dokumentierte bayernweit 413 Fälle. Im Jahr zuvor waren es 289. Der Anstieg spiegele eine zunehmend aufgeheizte Stimmung wider, teilte die Organisation mit. Binnen eines Jahres ist damit ein Anstieg von fast 43 Prozent zu verzeichnen, binnen der letzten zwei Jahre sogar um 80 Prozent. Die Polizei und die Fachstelle gehen  dabei übereinstimmend davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Angriffe deutlich höher liegt, mehrere Studien der letzten Jahre wie die EU-Grundwerteagentur gehen davon aus, dass nur zehn Prozent der Attacken tatsächlich angezeigt und damit auch dokumentiert werden. 

Der Blick ins Detail zeigt: Der Großteil der Fälle (161) ereignete sich in München sowie zudem in Oberbayern (61). Danach folgen die Regionen Mittelfranken (30), Schwaben (17), Niederbayern (13), Unterfranken (13) sowie Oberfranken (8) und Oberpfalz (7). Zusätzlich wurden 78 Vorfälle online erfasst. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg: 2024 wurden noch 61 queerfeindliche Beleidigungen und Anfeindungen im Internet dokumentiert. Bedenklich ist auch die niedrige Anzeige-Quote, gerade mal in 98 Fällen wurde gesichert Anzeige bei der Polizei erstattet. Befragt nach den Gründen nennen Opfer nebst Scham zudem geringe Erfolgserwartungen, Angst vor neuen Repressalien durch Täter sowie mangelndes Vertrauen in staatliche Institutionen.

Zeichen gegen Anfeindungen setzen

Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen ruft Krause daher zu Zusammenhalt auf. Stadt und Community müssten die vielfältige und solidarische Stadtgesellschaft mit allem Nachdruck verteidigen: „Diesem Backlash müssen wir uns vereint und mit aller Kraft entgegensetzen. Wir – das meint zum einen die gesamte Stadtgesellschaft, die für ein weltoffenes München steht. Wir – das meint aber genauso die Community in all ihrer Vielfalt. Oft zielen queerfeindliche Angriffe vor allem auf einzelne Gruppen, auf trans* Personen zum Beispiel. Die Community war immer dann stark, wenn sie solidarisch war und gemeinsam für gleiche Rechte und Akzeptanz gekämpft hat. Genau das braucht es auch jetzt, denn die Angriffe auf Einzelne sind Angriffe auf alle“, so Münchens neuer Oberbürgermeister. 

Der CSD in München existiert seit über 40 Jahren und ist inzwischen die größte Pride-Veranstaltung im süddeutschen Raum mit rund 300.000 Teilnehmern jährlich. Höhepunkt der zweiwöchigen Pride-Weeks ist dabei die Pride-Parade am 27. Juni, eingebettet erstmals in ein dreitägiges Straßenfest. Gerade in den Zeiten, wo „auch andere Stimmen wieder lauter werden, finde ich, ist das sehr wichtig“, bekräftigte Krause weiter. 

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