Nach einem homophoben Angriff auf zwei schwule Männer in Bremen ermittelt jetzt der Staatsschutz. Die 29 und 33 Jahre alten Männer wurden am Samstagabend auf dem Heimweg vom zentralen Fest zum Tag der Deutschen Einheit von einer arabischen Männer-Gruppe angepöbelt und anschließend geschlagen. Beide erlitten leichte Verletzungen.
Das Wichtigste im Überblick
- Zwei Männer im Alter von 29 und 33 Jahren wurden am Samstagabend nach dem Einheitsfest in Bremen angegriffen und leicht verletzt.
- Nach Polizeiangaben pöbelte eine etwa zehnköpfige Gruppe die Männer zunächst an und beleidigte sie auf Arabisch homophob.
- Als der 29-Jährige die Situation filmen wollte, sollen Mitglieder der Gruppe mit Faustschlägen auf die beiden Männer losgegangen sein.
- Die Polizei ermittelt wegen verhetzender Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung.
- Wegen des homophoben Hintergrunds hat der Staatsschutz den Fall übernommen.
- In Bremen hat sich die Zahl registrierter LGBTIQ+-feindlicher Straftaten zuletzt 2025 binnen eines Jahres verdoppelt.
Attacke mit Faustschlägen
Nach Angaben der Polizei trafen die beiden Männer auf ihrem Nachhauseweg auf eine Gruppe von etwa zehn Menschen. Diese habe das Paar lautstark angepöbelt und auf Arabisch homophob beleidigt. Als der 29-Jährige die Situation mit seinem Handy filmen wollte, eskalierte der Vorfall. Aus der Gruppe heraus seien die beiden Männer mit Faustschlägen angegriffen worden. Anschließend flüchteten die Angreifer zu Fuß. Der 29-Jährige wurde zunächst von Sanitätern versorgt. Anschließend kam er zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.
Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen verhetzender Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung ein. Da homophob motivierte Straftaten als Hasskriminalität eingestuft werden, hat der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Polizei sucht nun nach Zeugen des Vorfalls. Menschen, die den Angriff beobachtet haben oder Angaben zu den Tätern machen können, sollen sich bei den Ermittlern melden.
LGBTIQ+-feindliche Straftaten
Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund einer insgesamt gestiegenen Zahl politisch motivierter Straftaten in Bremen. Nach Angaben von Innensenatorin Eva Högl (SPD) wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.031 solcher Delikte registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um elf Prozent. Besondere Sorge bereitet dem Innenressort die Entwicklung bei Straftaten gegen LGBTIQ+-Menschen. Die Zahl der registrierten LGBTIQ+-feindlichen Übergriffe auf homosexuelle und queere Menschen hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Während 2024 noch 26 entsprechende Fälle erfasst wurden, waren es 2025 insgesamt 60. Nach Angaben Högls treten die Täter dabei zunehmend organisiert und aggressiv auf. Die erfassten Fälle bilden dabei allerdings nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Übergriffe ab. Lediglich rund zehn Prozent der Attacken gegen LGBTIQ+-Menschen werden überhaupt angezeigt und damit auch in der Statistik erfasst.