Direkt zum Inhalt

Zweites Coming-Out In Japan Outing von Kollege Rui Takahashi macht zweitem Sportler Mut

Von ms - 01.10.2026 - 12:30 Uhr
Zweites Coming-Out In Japan
Foto: Instagram / reon.vb_0501
ANZEIGE
Loading audio player...

Der japanische Volleyball-Profi Reon Arao (25) hat sich jetzt öffentlich zu seiner Identität und seinen Gefühlen gegenüber Menschen verschiedener Geschlechter geäußert. In einem persönlichen Beitrag auf Instagram erklärte der Spieler von Voreas Hokkaido, dass ihn das Coming-Out seines Volleyballkollegen Rui Takahashi zu diesem Schritt ermutigt habe.

Das Wichtigste im Überblick

  • Reon Arao spielt als Libero für Voreas Hokkaido in der japanischen Männer-Profiliga SV.League.
  • In einem persönlichen Instagram-Beitrag äußerte sich Arao öffentlich zu seiner Identität und seinen Gefühlen gegenüber Menschen verschiedener Geschlechter.
  • Arao erklärte, weder bei seiner eigenen Geschlechtsidentität noch beim Geschlecht der Menschen, die er mag, feste Grenzen zu ziehen.
  • Klassische Geschlechterrollen und Aussagen wie „weil ich ein Mann bin“ oder „weil ich eine Frau bin“ bereiten ihm Unbehagen.
  • Das Coming-Out von Volleyballspieler Rui Takahashi habe Arao ermutigt, selbst öffentlich über seine Erfahrungen zu sprechen.

Keine persönlichen Grenzen 

Arao spielt als Libero für Voreas Hokkaido in der japanischen Männer-Profiliga SV.League. In seinem Beitrag beschreibt er, wie er sich bereits seit seiner Kindheit mit Geschlecht, Geschlechterrollen und seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzt. „Seit meiner Kindheit habe ich Zeit mit den unterschiedlichsten Freunden verbracht, unabhängig vom Geschlecht. Manchmal war ich auch in Gruppen unterwegs, in denen ausschließlich Mädchen waren“, erklärte Arao. „In diesem Umfeld wurden ‚süß‘, ‚cool‘ und ‚schön‘ zu wichtigen Empfindungen für mich. Und diese Gefühle führten nicht nur zu dem Wunsch, selbst so zu werden, sondern auch zu dem Gefühl, sie zu ‚mögen‘.“ Daraus habe sich für ihn ein offener Umgang mit der eigenen Identität entwickelt: „Deshalb habe ich weder hinsichtlich meiner Geschlechtsidentität noch hinsichtlich des Geschlechts der Menschen, die ich mag, Grenzen gezogen.“

Unbehagen mit Geschlechterrollen

Arao sprach zudem darüber, dass er sich mit traditionellen Zuschreibungen zu Männern und Frauen häufig nicht wohlfühle. „Ich fühle mich bei Formulierungen wie ‚weil ich ein Mann bin‘ oder ‚weil ich eine Frau bin‘ oft unwohl und entscheide mich häufig für Frauenkleidung. Während ich mich in der Gesellschaft von Frauen wohler fühle, empfinde ich auch Freude daran, Zeit mit Männern zu verbringen.“ Der Profi erklärte zugleich, dass es für ihn schwierig gewesen sei, öffentlich über diese Gefühle zu sprechen. „Ich hatte meinen Anteil an Schwierigkeiten und Zweifeln hinsichtlich der Gefühle in mir. Schon die Worte ‚Coming-Out‘ fühlten sich für mich schwer und wie eine dicke Mauer an.“

Rui Takahashi gab ihm Mut

Den entscheidenden Anstoß für seinen öffentlichen Schritt habe Rui Takahashi gegeben, der ebenfalls als Profi-Volleyballspieler in Japan aktiv ist und kurz zuvor öffentlich über sein eigenes Coming-Out als schwuler Mann gesprochen hatte. „Besonders wurde ich durch den Mut von Rui Takahashi ermutigt, der in derselben Sportart an vorderster Front aktiv ist, und ich beschloss, mich mit meinen eigenen Worten auszudrücken.“ Damit haben sich innerhalb kurzer Zeit zwei Spieler aus dem japanischen Profi-Volleyball öffentlich zu ihrer homosexuellen oder queeren Identität geäußert.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.