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Luke Evans fühlt sich befreit Vom queeren Broadwaystück zum Politthriller

Von ms - 30.09.2026 - 15:00 Uhr
Luke Evans fühlt sich befreit
Foto: IMAGO / The Mega Agency
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Sechs Monate in Netzstrümpfen, Korsett, High Heels und Drag-Make-up haben bei Luke Evans (47) Spuren hinterlassen – nach eigener Aussage ausgesprochen positive. Der walisische Schauspieler blickt auf seine Zeit als Dr. Frank-N-Furter in der Broadway-Neuauflage von „The Rocky Horror Show“ zurück. Die Rolle brachte ihm nicht nur seine erste Tony-Award-Nominierung, sondern nach eigenen Worten auch neues Selbstvertrauen. Zugleich steht mit dem Politthriller „The Party“ bereits eines seiner nächsten großen Projekte bevor.

Das Wichtigste im Überblick

  • Luke Evans spielte sechs Monate lang Dr. Frank-N-Furter in der Broadway-Neuauflage von „The Rocky Horror Show“ im New Yorker Studio 54.
  • Für seine Darstellung erhielt der 47-jährige Waliser seine erste Tony-Award-Nominierung.
  • Die Rolle des selbst ernannten „Sweet Transvestite“ bezeichnet Evans als „befreiend“. Die Auftritte hätten sich für ihn „wie Therapie“ angefühlt und sein Körperbewusstsein gestärkt.
  • Für Evans hatte die Rolle auch persönlich Bedeutung: Als schwuler Mann sei er bisher vor allem für stark maskulin auftretende Actionfiguren bekannt gewesen.
  • Nach sechs Monaten und acht Vorstellungen pro Woche bezeichnet Evans seinen Abschied von der Produktion als „bittersüß“.
  • 2026 ist er in mehreren weiteren Produktionen zu sehen, darunter „The Get Out“, „The Housewife“ und „Criminal“.
  • Im Herbst soll bei ITV zudem der Politthriller „The Party“ erscheinen, an dem Evans in den vergangenen sechs Jahre gearbeitet hat.
  • Die Romanverfilmung beschäftigt sich laut Evans mit „Lügen, Sexualität, Tod, Täuschung, Korruption und der Suche nach dem authentischen Selbst“.

Abschied von Frank-N-Furter 

Im New Yorker Studio 54 spielte der 47-Jährige sechs Monate lang den exzentrischen und vergnügungssüchtigen Wissenschaftler Dr. Frank-N-Furter. Die Figur wurde vor allem durch Tim Currys Darstellung berühmt. Evans entwickelte für die Broadway-Produktion seine eigene Interpretation des selbst ernannten „Sweet Transvestite“. Die Reaktionen des Publikums hätten ihn selbst nach Monaten noch beeindruckt. Wenn er in Lackleder-Stilettostiefeln, brünetter Perücke, Drag-Make-up und Umhang auf der Bühne erschien, wurde er regelmäßig mit lautem Jubel empfangen. „Es ist, als würde Beyoncé auf dieser Bühne stehen“, sagte Evans lachend. „Beim ersten Mal habe ich das gehört, und es war so überwältigend – aber auf eine gute Art.“

Auch die Kritiken fielen positiv aus. Im Mai wurde Evans für seine Darstellung erstmals in seiner Karriere überdies für einen Tony Award nominiert. Die Bedeutung der Rolle ging für ihn jedoch über die berufliche Anerkennung hinaus. Frank-N-Furter zu spielen, sei eine „befreiende“ Erfahrung gewesen. Sechs Monate lang in den hochhackigen Stiefeln der Figur aufzutreten, habe sich „wie Therapie“ angefühlt. Dabei habe er Stärke und ein neues Gefühl von Selbstvertrauen in den eigenen Körper entwickelt.

Dass ausgerechnet diese Rolle eine solche Wirkung auf ihn hatte, findet Evans selbst bemerkenswert. „Das fühlt sich so seltsam an, wenn ich über eine Figur spreche, die Netzstrümpfe, High Heels, einen Tanga, einen Jockstrap, ein Korsett, ein Harness, eine Perücke und Drag-Make-up trägt“, sagte er. Die allabendliche Konfrontation mit einem großen Publikum habe sein Selbstbild verändert. „Aber das jeden Abend vor mehr als tausend Menschen zu machen – inzwischen also vor ein paar Hunderttausend Menschen – war für mein Selbstvertrauen eine unglaublich bestärkende und großartige Erfahrung.“

Ungewohnte Seite des Actionstars

Für Evans unterschied sich die Bühnenrolle deutlich von vielen Figuren, mit denen ihn ein großes Kinopublikum verbindet. In Produktionen wie „The Fast and the Furious“, „Die Schöne und das Biest“ und „Der Hobbit“ war der Schauspieler vor allem als kerniger Held oder Gegenspieler zu sehen. Frank-N-Furter gab ihm dagegen die Möglichkeit, eine andere Seite seiner Persönlichkeit und seines schauspielerischen Spektrums zu zeigen. Dabei spielte für Evans auch seine eigene Homosexualität eine Rolle. „Als Schauspieler, der vor allem dafür bekannt ist, diese sehr maskulin auftretenden Actionrollen zu spielen, und gleichzeitig als schwuler Mann hierherzukommen und diese Rolle zu übernehmen, hat mir das persönlich wirklich sehr viel bedeutet“, so Evans.

Er sieht darin zugleich eine Botschaft an das Publikum. „Ich glaube, es war auch eine wirklich starke Botschaft, die wir dem Publikum vermittelt haben: Hier ist ein Mensch, der sich mit sich selbst wohlfühlt und es einfach geliebt hat, seine Flügel auszubreiten und etwas zu tun, das wirklich weit außerhalb der Komfortzone liegt, in der ich bisher gelebt habe – und ich habe es in vollen Zügen genossen.“ Nach einem halben Jahr mit acht Vorstellungen pro Woche bereitete er sich jetzt auf seinen letzten Auftritt als Frank-N-Furter vor. „Es ist immer schön, ein wunderbares Kapitel mit guten Gefühlen abzuschließen, und nachdem ich diese Show sechs Monate lang jeden Abend, achtmal pro Woche gespielt habe, war es schon ziemlich viel“. Sein Fazit fällt entsprechend zwiespältig aus: „Deshalb ist es bittersüß.“

Sechs Jahre Arbeit an „The Party“

Lange Zeit zum Ausruhen bleibt Evans allerdings nicht. Für 2026 stehen mehrere Film- und Fernsehproduktionen auf seinem Programm. Im Actionthriller „The Get Out“ war er bereits gemeinsam mit Russell Crowe zu sehen. Im Herbst soll das Historiendrama „The Housewife“ folgen, in dem Evans an der Seite von Naomi Watts spielt. Außerdem gehört er gemeinsam mit Charlie Hunnam und Emilia Clarke zur Besetzung des kommenden Krimidramas „Criminal“.

Ein weiteres Projekt begleitet Evans allerdings schon wesentlich länger. Der Schauspieler arbeitet seit einem Großteil der vergangenen sechs Jahre an „The Party“. Der Politthriller soll im Herbst beim britischen Sender ITV erscheinen. Grundlage ist der gleichnamige Roman von Elizabeth Day aus dem Jahr 2017. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Martin Gilmour, ein angesehener Politikjournalist, den Evans verkörpert. Gilmour erhält eine Einladung zur aufwendigen Feier des 40. Geburtstags seines besten Freundes Ben Fitzmaurice. Der von Tom Cullen gespielte Fitzmaurice ist ein konservativer Politiker und Aristokrat. Schon der Einstieg in die Geschichte macht deutlich, dass die Geburtstagsfeier nicht wie geplant verlaufen ist: Als die Zuschauer Evans' erschöpften Antihelden erstmals sehen, ist Martin Gilmour mit Blut bedeckt und wird von der Polizei verhört.

Lügen und verdrängte Gefühle

Was auf der Feier geschehen ist, wird anschließend nach und nach enthüllt. Die Serie erzählt in Rückblenden, welche Ereignisse zu dem Verhör geführt haben. Dabei kommen Lügen, Gerüchte und lange unterdrückte Gefühle ans Licht. Die Feier von Ben Fitzmaurice entwickelt sich so zum Ausgangspunkt eines verhängnisvollen Ereignisses. Evans beschreibt die Themen des Politthrillers als eine Mischung aus „Lügen, Sexualität, Tod, Täuschung, Korruption und der Suche nach dem authentischen Selbst“. Damit folgt auf eine Rolle, die Evans nach eigener Aussage persönlich mehr Freiheit und Selbstvertrauen gebracht hat, ein deutlich düstereres Projekt.

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