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Ausgequetscht „Night of the Proms"-Star Rob de Nijs

Von vvg - 28.09.2026 - 16:30 Uhr
 Rob de Nijs // © Sebastian Valbuena
Foto: Rob de Nijs // © Sebastian Valbuena
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Seit wann bist du als Musiker bei „Night of the Proms“ dabei, und wie kam es dazu?

Es begann im Jahr 2015. Wir bekamen von einem Musiker aus Holland den Tipp zum Vorsingen für „Night of the Proms“, die ein Gesangs-Trio suchten. Damals arbeitete ich mit Julia und Michelle zusammen und wir wollten es versuchen. Es kam die Einladung zum Vorsingen. Wir fuhren nach Antwerpen und sangen zwei Songs vor, die sie uns geschickt hatten.

Dann wurden die Aufnahmen an den musikalischen Leiter und die Bandmitglieder verschickt - ohne Fotos; er sollte seine Entscheidung ausschließlich nach Gehör treffen. Wir wurden ausgewählt und für uns begann der Traum, mit internationalen Künstlern zusammenzuarbeiten. 

 

Sebastian Valbuena

 

 

Was wollte denn der kleine Rob in seinen Jugendträumen werden?

Eigentlich schon als kleiner Junge wollte ich Sänger werden, mit einem billigen Mikrofon, welches kleine Lichter hatte, die auf Musik reagierten, fing es an. Dann legte ich ein Album auf und tat, als wäre ich in einer großen Show – mit dem Unterschied: jeder wollte ein Superstar sein, ich nur Backgroundsänger. Der erste Song, an den ich mich übrigens erinnere, war „One More Night“ von Esther Hart. Sie vertrat damals die Niederlande beim ESC und ich habe diesen Song ständig gesungen. Als ich dann tatsächlich Jazz und Popmusik am Konservatorium studierte, hatte ich nie den Wunsch, Solosänger zu werden. Kürzlich traf ich mich nach 20 Jahren mit meiner Lehrerin vom Konservatorium. Sie fragte: „Ist dir eigentlich bewusst, dass du genau das Leben führst, von dem du uns damals erzählt hast, dass es dein größter Traum sei?“ Und das stimmt, ich hatte gesagt, dass ich der gefragteste Backgroundsänger der Niederlande werden und für Künstler im Hintergrund singen möchte. Genau das mache ich heute.

 

Ich nehme mal an, dein musikalisches Talent hast du von deinem gleichnamigen Vater geerbt, der in den Niederlanden eine Musiklegende war; oder?

Das ist so eine lustige Geschichte und ich würde gerne „Ja“ sagen – aber Rob de Nijs ist nicht mein Vater, wir sind nicht einmal verwandt. Wir haben nur denselben Namen: Er – Rob de Nijs – ist erst vor einem Jahr gestorben, er blickte auf eine Karriere von wahrscheinlich 60 Jahren zurück. Vor ein paar Wochen hatten wir ein Konzert im Ahoy in Rotterdam mit etwa 10.000 Zuschauern. Es gab ein Tributkonzert für Rob de Nijs, und ich durfte im Duett einen seiner berühmtesten Songs singen. Danach wurde ich bei diesem Tributkonzert auch noch als Rob de Nijs vorgestellt. Seine Frau kam auf mich zu und umarmte mich. Ich habe immer ein Gefühl, musikalisch gesehen, werde ich immer mit Rob de Nijs verbunden sein.

https://www.notp.com/

Rob de Nijs ist Musiker bei "Night of the Proms" und das Oktobergesicht auf dem SCHWULISSIMO Cover für unsere Regionalausgabe Köln & Nordrhein-Westfalen

 

 

Bevor NOTP auf Tour geht. Wie sehen die Vorbereitungen und Proben mit den Stars speziell für dich aus?

Das ist interessant, denn viele Leute denken nicht darüber nach, was unsere Aufgabe ist. Wir bekommen zuerst eine Liste mit etwa zwanzig Liedern und danach die Audiodateien – also die Musik. Die Herausforderung für mich und meine Mitsängerinnen ist, wie wir das live umsetzen.

Die meisten Künstler sind sehr zufrieden mit den Arrangements, die wir vorbereiten. Manche haben darüber hinaus sehr konkrete Vorstellungen – und ich finde es immer spannend, wenn Künstler mit eigenen Ideen zu uns kommen. Peter Cetera von Chicago bat uns zum Beispiel in seine Garderobe und brachte uns einzeln die Parts bei, die er hören wollte. Das war cool. Es hängt also immer vom Künstler ab, wie der Prozess abläuft.

 

Letztes Jahr hast du mit einem Song aus dem Film„The Greatest Showman“ die Show eröffnet …

Die Frage im NOTP-Team war, wer von den auftretenden Künstlern diesen coolen Song - den jeder kennt - auf der Deutschland Tour übernehmen würde? Alexandra, unsere Dirigentin schlug mich vor und fragte mich, ob ich das machen würde. Ich sollte aus dem hinteren Teil der Arena durch das Publikum auf die Bühne kommen und dabei den Song singen. Normalerweise singe ich kein Solo, aber das war eine coole Sache. Ich war zwar nervös, aber mit dem Kostüm und Zylinder fühlte es sich so an, als würde ich jemand anderen spielen. Ich habe mich geehrt gefühlt, die Show so zu eröffnen. Das war übrigens schon mein zweiter Soloauftritt bei NOTP. Einige Jahre zuvor bei dem Song „Asche zu Asche“ aus der Serie „Babylon Berlin“ war ich noch nervöser, weil ich den deutschen Text mit Akzent lernen und als Rob ohne besonderes Outfit auftreten musste. Aber ich habe es bewältigt und es war cool.

 

Mit Superstars mehrere Tage unterwegs zu sein, kann anstrengend sein. Wie harmonisch ist so eine Tour wirklich?

Man spürt schnell, ob zwischen den Leuten eine Verbindung besteht oder nicht. Ich hatte immer gute Gespräche und viel Spaß; war mit Anastacia auf dem Weihnachtsmarkt und mit Natasha Bedingfield im Fitnessstudio. Wir haben Videos gedreht, wie wir unter der Dusche gesungen haben und haben sogar ein Weihnachts-Duett gedreht. Peter Cetera war toll, es, war, als wäre unser Großvater mit im Tourbus. Gitarrist Steve Lukather von Toto hat uns von den Aufnahmen mit Quincy Jones und der Aufnahme von „Human Nature“ für Michael Jackson erzählt. Man verbringt privat Zeit miteinander und es entsteht eine andere Verbindung auf der Bühne. Es gibt aber auch Künstler, die ihr eigenes Ding machen wollen, aber alle sind immer sehr respektvoll und wenn man nicht nett ist, wird man zurechtgewiesen. Es klingt zwar kitschig, ist aber wahr: NOTP ist eine Familie. Es gibt keinen Platz für „Diva-Allüren“ oder „Arschloch-Verhalten“.

 

Sebastian Valbuena

 

Ihr tourt mit 16 Auftritten durch 11 Städte. Unterscheidet sich das Publikum an den verschiedenen Orten?

Oh ja. Ich glaube, jede einzelne Stadt ist anders. In den meisten Städten gibt es Sitzplätze; in anderen schaut ein Teil des Publikums im Stehen zu, was wieder eine andere Atmosphäre schafft. Was mir generell auffällt und gefällt, ist, dass das deutsche NOTP-Publikum seit Jahren über Generationen hinweg immer wiederkommt; sie respektieren und genießen die Musik, lieben die Show und wollen Teil des Ganzen sein. Es entsteht eine Interaktion und es passiert etwas zwischen Bühne und Publikum. Man könnte vielleicht auch zwischen Nord-, West- und Süddeutschland unterscheiden. Im Osten haben wir bisher nur eine Vorstellung in Erfurt, versuchen aber gerade in Leipzig eine passende Halle zu finden.

Ein interessanter Gegensatz ist für mich das niederländische Publikum. Dort ist die Atmosphäre oft etwas lockerer und kommunikativer, die Leute reden und trinken während der Show mehr. In Deutschland habe ich dagegen häufig das Gefühl, dass das Publikum sehr konzentriert zuhört und die musikalischen Details besonders aufmerksam verfolgt.

 

Was war dein persönlichstes Erlebnis? Dein persönliches Highlight?

Die Tour mit Quincy Jones war für mich etwas wirklich Unglaubliches. Er war schon damals eine lebende Legende und ist es bis heute. Dass ich Teil dieser Tour sein durfte, fühlt sich für mich noch immer wie ein Traum an.

Auch die Tour mit Anastacia war für mich etwas ganz Besonderes. Ich liebe ihre Energie, die Art, wie sie performt, und vor allem die Interaktion, die wir gemeinsam auf der Bühne hatten. 

Und dann gibt es natürlich noch andere besondere Momente, auf die ich sehr stolz bin – zum Beispiel den Werbespot von Yves Saint Laurent, für den Dua Lipa George Michaels ‚Freedom‘ gesungen hat und bei dem ich Teil der Background Vocals war. Das war definitiv eines meiner Highlights.

 

Gibt es noch Stars, mit denen du als Backgroundsänger auf der Bühne singen möchtest? 

Ja, ich hätte ein paar Vorschläge: Dolly Parton, das wird wohl nie passieren, aber es wäre ein Traum oder Shania Twain. Ich würde immer noch gerne eine Welttournee mit Anastacia machen und absolut gern eine Tour mit Ricky Martin. Bei Letzterem könnten man sogar das Geld für mein Hotelzimmer sparen. Ich würde mir das Zimmer gerne mit ihm teilen, kein Problem. :-)

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Was machst du außerhalb von NOTP? Hast du einen Freund, bist du Single?

Ich bin Single - oh mein Gott - ich warte immer noch auf Ricky Martin. Ich hatte bis 2018 ein paar Beziehungen, dann habe ich aufgegeben. Ehrlich gesagt habe ich nicht viel Freizeit, was ich in Zukunft gerne ändern würde. Ich bin allerdings sehr dankbar und glücklich über meine derzeitige berufliche Situation, dass ich so viel zu tun habe. Was ich gerne mache, ist der Gang ins Fitnessstudio. Ich bin kein Partymensch, verbringe aber gerne Zeit mit meinen engsten Freunden. Ich habe für Anastacias neues Album einige Songs aufgenommen, sowie auch für viele niederländische Künstler. Für „The Masked Singer“ nehme ich den gesamten Hintergrundgesang auf. Außerdem bin ich Gesangs-Coach bei der niederländischen TV-Show „Stars on Stage“. Das ist zwar eine Menge Arbeit, macht aber viel Spaß. Ich coache auch alle möglichen Arten von Auftritten: Festivals, private Veranstaltungen, Theateraufführungen. All das zusammen, diese ganze Kombination, gestaltet mein Leben so, dass ich manchmal Phasen habe, in denen ich extrem beschäftigt bin und manchmal ist es entspannter.

 

Würdest du gerne mehr in Deutschland arbeiten?

Ja, absolut. Ich würde sehr gerne mehr in Deutschland arbeiten. Ich weiß noch nicht genau, in welcher Form oder wie sich die richtigen Kontakte ergeben, aber ich würde mich sehr darüber freuen, hier stärker mit Produzenten, Künstlern oder TV-Produktionen zusammenzuarbeiten. Natürlich wäre die Kommunikation am Anfang wahrscheinlich auf Englisch, weil ich kein deutscher Muttersprachler bin. Unter der Dusche singe ich sogar auf Deutsch – es ist zwar nicht wirklich Deutsch, aber es hört sich zumindest so an.

www.notp.com/de/

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