Das MINSK Kunsthaus in Potsdam widmet Annemirl Bauer eine umfassende Retrospektive. Unter dem Titel „Bruch ist in der Welt“ sind rund 150 Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Objekte aus mehr als drei Jahrzehnten zu sehen. Bauer, 1939 in Jena geboren und 1989 in Ost-Berlin gestorben, setzte sich in ihren Arbeiten mit Rollenbildern, Geschlechterverhältnissen, Selbstermächtigung, Menschenrechten, Umweltzerstörung und staatlicher Unterdrückung auseinander.
Privates und Politisches stehen dabei oft unmittelbar nebeneinander. Zu Lebzeiten blieb der Künstlerin eine große institutionelle Präsentation verwehrt. Dass ihr Werk heute weitgehend erhalten ist, verdankt sich auch ihrer Tochter Amrei Bauer, die den Nachlass bewahrt. Die Ausstellung entstand nach umfangreichen Forschungs- und Restaurierungsarbeiten und wurde von Marie Gerbaulet mit Luisa Bachmann kuratiert. Vier thematische Kapitel greifen Worte aus Bauers eigenen Werken und Schriftstücken auf und zeigen sie als kompromisslose Beobachterin ihrer Zeit. So erhält eine lange unterschätzte, kritische Stimme der DDR-Kunst endlich den Raum, den sie verdient.
Laufend bis 7. Februar 2027, DAS MINSK Kunsthaus, Potsdam