Dolly Parton posthum geehrt Abschied von einer Ikone der Community
Dolly Parton(✝80) ist nach ihrem Tod mit einer der bedeutenden Auszeichnungen der Americana Music Association (AMA) geehrt worden. Bei der 25. Ausgabe der Americana Honors & Awards erhielt die Country-Ikone den „Americana Lifetime Achievement Award“. Die Zeremonie fand im Ryman Auditorium in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee statt.
Das Wichtigste im Überblick
- Dolly Parton ist posthum mit dem „Americana Lifetime Achievement Award“ ausgezeichnet worden.
- Die Ehrung wurde bei den 25. Americana Honors & Awards im Ryman Auditorium in Nashville verliehen.
- Parton nahm den Preis in einer Videobotschaft entgegen, die noch vor ihrem Tod aufgezeichnet worden war.
- Die Sängerin war am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren gestorben. Nach Angaben ihres Teams erlag sie nach einem kurzen Kampf einer Krebserkrankung.
- Ihre langjährige Freundin Emmylou Harris würdigte Partons Karriere in einer Ansprache.
- Brandi Carlile und das Trio I’m With Her sangen zum Abschluss der Hommage Partons Lied „Coat of Many Colors“.
- Parton verband Country, Bluegrass und Americana mit großer internationaler Bekanntheit und engagierte sich auch abseits der Musik.
Dankesrede aus einer Aufzeichnung
Die AMA hatte die Auszeichnung bereits am 6. August angekündigt. Parton selbst konnte den Preis nicht mehr persönlich entgegennehmen. Stattdessen wurde eine Videobotschaft gezeigt, die die Sängerin noch vor ihrem Tod aufgenommen hatte. Parton war am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren gestorben. Nach Angaben ihres Teams hatte sie zuvor kurz gegen eine Krebserkrankung gekämpft. Die Videobotschaft wurde von Partons langjähriger Freundin, der Sängerin Emmylou Harris, angekündigt. In ihrer aufgezeichneten Dankesrede wandte sich Parton direkt an die Verantwortlichen der Americana Music Association. „Na, hallo, hier ist Dolly. Es ist mir eine Ehre, von der Americana Music Association einen Preis für mein Lebenswerk zu erhalten“, sagte Parton.
Sie erinnerte in ihrer Rede an ihre musikalischen Wurzeln. Roots-Musik – oder das, was heute als Americana bezeichnet werde – sei jene Musik, die sie während ihrer Kindheit in den Smoky Mountains gespielt habe. „Es ist genau diese Musik, die mich 1997 zurück nach Ost-Tennessee geführt hat, um mein Album ‚Hungry Again‘ zu schreiben und aufzunehmen“, erklärte sie. Das Album habe ihr „wirklich die Tür zu einer Reihe von Bluegrass- und Akustikalben geöffnet“, die ihre weitere Karriere in vielerlei Hinsicht verändert hätten. Zugleich hätten spätere Generationen diese Musik neu entdeckt. „Nun haben neue Fans diese Alben entdeckt, neue Americana-Musik-Communitys haben sie begeistert aufgenommen“, sagte Parton. Rückblickend bezeichnete sie diese Zeit ihrer Karriere als „eine Art musikalische Renaissance“. Zum Ende ihrer Dankesrede wandte sie sich noch einmal an die Verantwortlichen der Musikvereinigung: „Es ist wirklich eine große Ehre, und ihr sollt wissen, dass ich euch immer lieben werde.“
Emmylou Harris erinnert an ihren Weg
Vor der Videobotschaft sprach Emmylou Harris über die Anfänge von Partons Karriere. 1967 habe Parton einen entscheidenden Schritt gemacht, um ihren großen Traum zu verwirklichen, sagte die Sängerin. Damals wurde Parton feste Sängerin und Duettpartnerin in der Fernsehsendung von Porter Wagoner. Die gemeinsamen Duette waren sowohl in der Sendung als auch in den Charts erfolgreich. Doch Parton habe sich nicht mit dieser Rolle begnügt. „Aber Dolly war niemandes Anhängsel. Sie wollte mehr und sie verdiente mehr, und sie machte sich daran, es zu erreichen – immer zu ihren eigenen Bedingungen“, sagte Harris. „Und wir alle wissen, was passierte, wenn Dolly sich etwas in den Kopf gesetzt hatte.“
Harris zeichnete anschließend Partons Entwicklung von der Country-Sängerin über ihre Erfolge als Popsängerin bis hin zur weltweit bekannten Ikone nach. „Sie war eine unserer größten Songwriter aller Zeiten, aber auf der Bühne strahlte sie genauso hell“, erklärte Harris. Parton habe zunächst die Fernsehbildschirme und später auch die Kinoleinwand erobert. Harris verwies zugleich auf die zahlreichen Projekte, mit denen sich Parton auch außerhalb der Musik engagierte. Dazu gehören der Freizeitpark Dollywood, die Leseförderinitiative Imagination Library und der Hilfsfonds My People Fund. Zum Ende der Veranstaltung wurde Partons Videobotschaft gezeigt. Harris sagte, die Sängerin habe die Auszeichnung mit derselben Wärme und Freude entgegengenommen, die sie ihr ganzes Leben lang mit anderen geteilt habe. Den musikalischen Schlusspunkt der Ehrung setzten Brandi Carlile und das Trio I’m With Her. Gemeinsam sangen sie Partons bekanntes Lied „Coat of Many Colors“.
Parton und die LGBTIQ+-Community
Parton hatte über Jahrzehnte auch für viele Menschen aus der LGBTIQ+-Community eine besondere Bedeutung. Dazu trugen ihre öffentliche Haltung gegen Ausgrenzung, ihre Betonung von Toleranz und ihre wiederholte Unterstützung von Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität bei. Auch ihre Musik und ihre öffentliche Persona wurden von Teilen der Community stark aufgegriffen. Parton selbst betonte immer wieder, dass Menschen unabhängig davon, wer sie sind oder wen sie lieben, respektiert werden sollten. Ihre große Popularität und ihr Auftreten als selbstbestimmte Frau machten sie zudem für viele LGBTIQ+-Menschen zu einer kulturellen Identifikationsfigur. Entscheidend war dabei weniger eine formale Rolle innerhalb der Community als die Verbindung aus ihrer öffentlichen Haltung, ihrer Musik und ihrem Eintreten für Akzeptanz.