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HIQFF setzt auf Widerstand 37. Hamburg International Queer Film Festival

ms - 24.09.2026 - 12:00 Uhr
HIQFF setzt auf Widerstand
Foto: HIQFF Hamburg / STOP! THAT! TRAIN!
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Queeres Kino, politische Erinnerung und die Frage nach Widerstand in schwierigen Zeiten stehen im Mittelpunkt des 37. Hamburg International Queer Film Festival (HIQFF). Vom 13. bis 18. Oktober 2026 zeigt das Festival internationale Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in den Hamburger Kinos Metropolis, Passage, 3001, B-Movie und Rineuto, SCHWULISSIMO ist offizieller Medienpartner. Das HIQFF ist Deutschlands größtes queeres Filmfestival. Es versteht sich nicht nur als Ort für Filmvorführungen, sondern auch als Treffpunkt für Begegnungen, Gespräche und unterschiedliche Perspektiven auf queeres Leben. Mit seinem diesjährigen Motto „Remember & Resist“ richtet das Festival den Blick zugleich zurück und nach vorn: 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das 37. Hamburg International Queer Film Festival (HIQFF) findet vom 13. bis 18. Oktober 2026 statt.
  • Gezeigt werden Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt in fünf Hamburger Kinos.
  • Das diesjährige Motto lautet „Remember & Resist“ und stellt queere Erinnerungskultur und Widerstand in den Mittelpunkt.
  • Die Festivaleröffnung findet wegen des Umbaus von Kampnagel zeitversetzt in den Kinos 3001, Passage und Metropolis statt.
  • Eröffnungsfilm ist die Deutschlandpremiere von „Miss Carbón“ von Agustina Macri.
  • Die Regisseurin und Schauspielerin Simone Mercado werden zur Eröffnung in den Kinos erwartet.
  • Am 14. und 15. Oktober bietet das HIQFF mit HIQFF@school ein kostenloses Schulprogramm an.
  • Der Film „Stop! That! Train!“ wird als exklusive Deutschlandpremiere präsentiert – im Rahmen der Medienpartnerschaft exklusiv von SCHWULISSIMO.
  • Das HIQFF ist Deutschlands größtes queeres Filmfestival und zieht jährlich rund 13.000 Besucherinnen und Besucher an.
  • 2026 findet das Festival zum 37. Mal statt.

Frühe Kämpfe und die Gegenwart

Es geht um queere Erinnerungskultur, um frühere Kämpfe und darum, welche Lehren daraus für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden können. Die Veranstalter sehen queere Räume und Strukturen derzeit zunehmend unter Druck. Finanzielle Kürzungen bei queeren Trägern, das Ende demokratiefördernder Projekte und eine zunehmende Queerfeindlichkeit machten deutlich, wie wichtig der Erhalt queerer Orte, Netzwerke und gemeinschaftlicher Strukturen sei. Auch der Anschlag auf den Berliner CSD am 25. Juli 2026 und dessen politische Instrumentalisierung haben die queere Community tief erschüttert. 

Gleichzeitig sei dabei deutlich geworden, wie stark die Community sei und wie viel Widerstandskraft sie schon immer habe aufbringen müssen. Mit „Remember & Resist“ erinnert das Festival an Menschen wie Marsha P. Johnson und Silvia Rivera, die bereits lange vor der heutigen Zeit für eine Zukunft auf die Straße gingen. Ihre Kämpfe seien Teil der queeren Geschichte und ihr Widerstand zugleich Teil der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Erfahrungen aus vergangenen Auseinandersetzungen genutzt werden können, um bereits Erkämpftes zu schützen. „Remember & Resist“ bedeutet für das Festival deshalb: zurückzublicken, ohne stehenzubleiben, zu trauern, ohne die Hoffnung zu verlieren, und sich zu erinnern, um weiterzukämpfen.

Eröffnung in drei Hamburger Kinos

Eine Besonderheit gibt es bereits zum Festivalauftakt. Weil Kampnagel derzeit umgebaut wird, kann die traditionelle Eröffnung dort in diesem Jahr nicht stattfinden. Stattdessen wird das Festival am 13. Oktober zeitversetzt in drei Hamburger Kinos eröffnet: im 3001, im Passage Kino und im Metropolis Kino. Damit sollen möglichst viele Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher die Möglichkeit bekommen, an der Eröffnung teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht die Deutschlandpremiere des argentinischen Films „Miss Carbón“ von Agustina Macri. Bei den Veranstaltungen werden sowohl Regisseurin Agustina Macri als auch die Schauspielerin Simone Mercado zu Gast sein. Das Publikum kann damit nicht nur den Eröffnungsfilm sehen, sondern auch direkt mit Filmschaffenden in Kontakt kommen. 

„Miss Carbón“ beruht auf der wahren Geschichte von Carla „Carlita“ Rodríguez, der ersten Kohlebergarbeiterin in der argentinischen Provinz Santa Cruz. Ein alter Aberglaube besagt dort, dass Frauen in einer Mine eine Einsturzgefahr darstellen. Deshalb war die Arbeit im Bergbau Männern vorbehalten. Carlita, gespielt von Luz Pascal, gelingt es dennoch, sich in dieser von Männern dominierten und frauenfeindlichen Arbeitswelt zu behaupten. Gleichzeitig beginnt sie ihre persönliche Reise der geschlechtlichen Transition. Auf diesem Weg findet sie neue Freundinnen und Freunde sowie eine Wahlfamilie. Der Film verbindet damit eine Geschichte über Arbeit und gesellschaftliche Grenzen mit einer persönlichen Entwicklung. Im Zentrum stehen Carlitas Widerstandsfähigkeit und ihre Leidenschaft für den Bergbau. 

Film-Highlight „Stop! That! Train!“

Ein besonderer Programmpunkt ist dann auch „Stop! That! Train!“, den SCHWULISSIMO im Rahmen der Medienpartnerschaft exklusiv präsentiert. Der Film wird als exklusive Deutschlandpremiere beim HIQFF gezeigt und gehört damit zu den besonderen Highlights des Festivals. Die Actionkomödie von Adam Shankman aus den USA aus dem Jahr 2026 wird in englischer Originalfassung gezeigt. Inhaltlich nimmt der Film den Katastrophenfilm-Klassiker „Airplane!“ als Ausgangspunkt und verlegt dessen turbulentes Konzept auf die Schiene – mit viel Glitzer, Drag und dem Camp-Humor von „RuPaul's Drag Race“. Im Mittelpunkt stehen die besten Freundinnen Tess, gespielt von Ginger Minj, und DeeDee, verkörpert von Jujubee. Beide werden kurzerhand zu Zugbegleiterinnen des luxuriösen „Glamazonian Express“. Was zunächst wie ein Traumjob aussieht, entwickelt sich jedoch zum Albtraum, als der Zug mitten in den „Stormaganza“ gerät. Nun liegt es an Tess und DeeDee sowie der fabelhaften Präsidentin Gagwell, gespielt von RuPaul selbst, die Besatzung zu retten. Das Ergebnis soll eine wilde Rettungsmission mit Slapstick, Running Gags und zahlreichen Popkultur-Referenzen sein.

Schulklassen herzlich willkommen 

Auch die nächste Generation steht beim HIQFF im Mittelpunkt. Am 14. und 15. Oktober lädt das Festival Hamburger Schulklassen zu „HIQFF@school – Queer Education“ ins Metropolis Kino ein. Jeweils um 11 Uhr können Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Klassen altersgerechte queere Geschichten auf der großen Leinwand erleben. Das Programm richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen. Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 bis 8 steht „Heute heißen alle Sorry“ von Frederike Migom auf dem Programm. Die belgisch-deutsch-niederländische Produktion aus dem Jahr 2026 beschäftigt sich mit Pubertät, Familie, Identität, Vorbildern und Diversität. Für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 9 zeigt das Festival „Black Burns Fast“. 

Thematisch geht es um Queerness, Verliebtsein und Freundschaft sowie um Geschlechterrollen, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Das Schulprogramm soll Lehrkräften und anderen schulischen Fachkräften die Möglichkeit geben, Fragen rund um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Rahmen eines gemeinsamen Kinoerlebnisses aufzugreifen. Nach den Vorstellungen ist Zeit für Austausch und Gespräche vorgesehen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Queerfeindlichkeit – auch an Schulen – will das HIQFF Jugendliche informieren, stärken und für unterschiedliche Lebensrealitäten sensibilisieren. Fachlich begleitet wird das Programm vom Arbeitskreis Vielfalt des Landesinstituts für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen sowie vom Schulaufklärungsprojekt soorum des Magnus-Hirschfeld-Centrums. Dank der Unterstützung von Hamburg Pride e.V. ist die Teilnahme am Schulprogramm für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos.

Institution in Hamburg 

Das HIQFF gehört seit Jahrzehnten zur Hamburger Kulturlandschaft. Jährlich kommen rund 13.000 Besucherinnen und Besucher zu den Filmvorführungen und Rahmenveranstaltungen. Das Festival zeigt internationale Produktionen, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen, Geschichten erzählen und unterschiedliche Persönlichkeiten und Lebensrealitäten sichtbar machen. Darüber hinaus versteht sich das Festival als Forum für eine gesellschaftlich engagierte, diskussionswürdige und anspruchsvolle Filmkultur. Seinen heutigen Namen trägt das Festival seit 2021. Ihren Ursprung haben die Filmtage in einem kleinen Filmseminar an der Universität Hamburg im Wintersemester 1988/89.

Infos zum Filmfestival

37. Hamburg International Queer Film Festival HIQFF 

Vom 13. bis 18. Oktober 

Teilnehmende Kinos: Metropolis, Passage, 3001, B-Movie und Rineuto.

Festivaleröffnung: 13. Oktober, zeitversetzt in drei Kinos statt: 3001, Passage und Metropolis.

Eröffnungsfilm: Deutschlandpremiere von „Miss Carbón“ von Agustina Macri. 

Schulprogramm am14. und 15. Oktober im Metropolis Kino.

SCHWULISSIMO präsentiert „Stop! That! Train!“.

Kartenvorverkauf startet am 26. September

Weitere Informationen gibt es unter: www.hiqff.de

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