Bei den 18. Feather Awards in Johannesburg wurden am 5. November 2026 Menschen geehrt, die queeres Leben in Südafrika und darüber hinaus mitgestalten. Die Preisverleihung in Melrose Arch verband Mode und Unterhaltung mit Auszeichnungen für Aktivismus, Sport, Film und Unterstützung innerhalb von Familien.
Engagement aus Namibia wird ausgezeichnet
Den „Global Feather of the Year“ erhielt bei der Preisverleihung die namibische Aktivistin Hillary Shimi. Sie steht hinter Initiativen wie Pride Pop-Up Namibia und dem Namibian Lesbian Festival. Damit rückte der Abend auch Arbeit außerhalb Südafrikas ins Blickfeld.
Weitere Ehrungen gingen an Desiree Ellis, Trainerin der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen, als Sportpersönlichkeit und an den lesbischen Coming-of-Age-Film „Black Burns Fast“ in der Medienkategorie. Salome Lebeko erhielt den „Rainbow Parenting Award“ für ihren Einsatz im Umfeld von Parents, Families and Friends of South African Queers.
Erinnerung an Maria McCloy
Ein besonderer Teil des Abends galt der verstorbenen Mode- und Medienpersönlichkeit Maria McCloy. Sie wurde posthum in der Designkategorie geehrt. Die Auszeichnung trägt künftig ihren Namen. Durch die Gala führten Zizo Beda, Khaya Dladla und Lula Odiba.
Diese Auswahl zeigt, wie breit eine solche Preisverleihung angelegt sein kann. Öffentliche Anerkennung betrifft hier sowohl Menschen auf einer Bühne als auch Arbeit, die im Alltag weniger sichtbar ist. Ein Preis für die Unterstützung von Eltern setzt einen anderen Akzent als eine Ehrung für einen Film, gehört aber zum selben Blick auf gesellschaftliche Teilhabe.
Warum diese Namen auch hier relevant sind
Internationale queere Nachrichten werden häufig von wenigen Ländern und großen englischsprachigen Stars geprägt. Eine Auszeichnung in Johannesburg eröffnet einen anderen Zugang: Welche Initiativen entwickeln sich vor Ort, welche Filme werden dort wahrgenommen und wer schafft Räume für Austausch?
Dabei sollten die verschiedenen Länder nicht zu einer einheitlichen „afrikanischen Community“ zusammengefasst werden. Die Lebensbedingungen und politischen Rahmen unterscheiden sich. Eine Ehrung aus Namibia und eine südafrikanische Gala sind miteinander verbunden, erzählen aber nicht dieselbe nationale Geschichte.
Anerkennung ersetzt keine vollständige Bilanz
Eine Preisverleihung ist eine Auswahl durch ihre Veranstalter. Sie ist weder eine vollständige Liste aller wichtigen Initiativen noch ein Beleg dafür, dass Diskriminierung überwunden wäre. Gerade deshalb lohnt sich nach dem Abend der Blick auf die konkrete Arbeit hinter den ausgezeichneten Namen.
Für Leser bietet die Meldung einen Ausgangspunkt: ein Film, eine Elterninitiative oder eine lokale Veranstaltungsreihe kann Interesse an weiteren Geschichten wecken. Der Glamour schafft Aufmerksamkeit; was die Geehrten tatsächlich tun, gibt dieser Aufmerksamkeit ihren Inhalt.
Stand: 7. November 2026.